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Neugründungs-Förderungsgesetz (NeuFöG) - für Übernehmer

Regelungen im Überblick

Durch das Neugründungs-Förderungsgesetz werden unter bestimmten Voraussetzungen - verbunden mit der Schaffung einer neuen betrieblichen Struktur – sowohl Neugründungen als auch Übertragungen von Betrieben und Teilbetrieben gefördert. 

Vorraussetzungen für eine begünstigte Übertragung

Folgende drei Kriterien müssen gleichzeitig erfüllt sein:

  • Entgeltliche oder unentgeltliche Übertragung eines Betriebes bzw. Teilbetriebes in der Form, dass die bereits bestehenden und für den konkreten (Teil-)Betrieb wesentlichen Betriebsgrundlagen in einem einzigen einheitlichen Vorgang als funktionsfähige Sachgesamtheit übernommen werden;
  • Wechsel in der Person (natürliche und juristische) bzw. wenn mehrere dann aller Personen des die Betriebsführung beherrschenden Betriebsinhabers in Bezug auf einen bereits vorhandenen (Teil-)Betrieb, so dass keiner der bisherigen Betriebsinhaber nach der Übertragung des (Teil-)Betriebes weiter als Betriebsinhaber tätig ist;
  • der/die nach der Übertragung die Betriebsführung beherrschende(n) Betriebsinhaber hat/haben sich weder im Inland noch  im Ausland innerhalb der letzten 5 Jahre (15 Jahre bis 31.12.2015) vor dem Zeitpunkt der Übertragung in vergleichbarer Art beherrschend betrieblich betätigt. Maßgeblich ist dabei die systematische Einteilung der Wirtschaftstätigkeiten nach der ÖNACE-Klasse in der jeweils geltenden Fassung. Diese Einteilung wird von der Bundesanstalt Statistik Österreich herausgegeben und stimmt nicht immer mit den Tätigkeitsabgrenzungen der Gewerbeordnung überein.

Hinweis:

Durch die Änderung der KMU-Übertragungs-Förderungsverordnung per 1.1.2016 wurde obige Frist im Rahmen von Betriebsübertragungen ab 1.1.2016 auf 5 Jahre reduziert.

Achtung:

Innerhalb von 2 Jahren nach der Betriebsübertragung darf die Betriebsinhaberschaft nicht auf eine Person übergehen, die sich bereits in der Vergangenheit (innerhalb der letzten 5 Jahre/15 Jahre bis 31.12.2015) in vergleichbarer Art als Betriebsinhaber betätigt hat. Wird die Betriebsinhabervoraussetzung in diesem Sinn nicht erfüllt, so entfällt rückwirkend die NeuFöG-Begünstigung und muss der Betriebsinhaber die betroffenen Behörden unverzüglich über diesen Umstand in Kenntnis setzen.

Generell können alle mit der Übertragung eines Betriebes bzw. Teilbetriebes innerhalb von 30 Kalendertagen erfolgten Übertragungshandlungen als unmittelbar zusammenhängend gesehen werden, außer die Umstände im Einzelfall sprechen gegen eine solche Zusammenrechnung.

Betrifft die Übertragung ein freies Gewerbe, so benötigt der übernehmende Betriebsinhaber grundlegende unternehmerische Kenntnisse (Zeugnisse, dreijährige kaufmännische Praxis, Aneignung der Kenntnisse aus dem von der gesetzlichen Berufsvertretung zur Verfügung gestellten Informationsmaterial).

Sollte innerhalb von 5 Jahren nach der Übergabe der Betrieb oder wesentliche Grundlagen entgeltlich oder unentgeltlich übertragen, betriebsfremden Zwecken zugeführt oder der Betrieb aufgegeben werden, so hat der Übernehmer dies unverzüglich den betroffenen Behörden mitzuteilen (rückwirkender Wegfall der Befreiungen).

Die Übernahme eines stillgelegten Betriebes, wenn die für den neuen Betrieb wesentlichen Grundlagen noch vorhanden und einsetzbar sind, stellt ebenso eine begünstigte (Teil-) Betriebsübertragung dar wie die Betriebsverpachtung, wenn der Verpächter die für den (Teil-)Betrieb wesentlichen Betriebsunterlagen an den Pächter (Betriebsinhaber) verpachtet.

Betriebsverpachtung

Die Verpachtung eines Betriebes stellt dann eine begünstigte Betriebsübertragung dar, wenn 

  • der Verpächter die wesentlichen Betriebsgrundlagen verpachtet,
  • der Pächter sich innerhalb der letzten 5 Jahre (15 Jahre bis 31.12.2015) nicht in vergleichbarer Art beherrschend betrieblich betätigt hat und 
  • der Pachtbetrieb der Erzielung betrieblicher Einkünfte gedient hat und auch weiterhin dient.

Wesentlich ist, dass der Verpächter im Zeitpunkt der Veräußerung oder Übergabe des Pachtbetriebes betriebliche Einkünfte hatte. Bei Einkünften aus Vermietung und Verpachtung kann keine begünstigte Betriebsübertragung vorliegen.

Als Betriebsinhaber ist grundsätzlich der Pächter anzusehen, weil dieser auf die Betriebsführung einen beherrschenden Einfluss hat. Der Pächterwechsel stellt bei Vorliegen obiger Voraussetzungen eine begünstigte Betriebsübertragung dar.

Verpächterwechsel

Beim Verpächterwechsel ist eine differenzierte Betrachtung vorzunehmen. Wird ein bislang verpachteter Betrieb vom bisherigen Verpächter an einen neuen Verpächter übertragen, der seinerseits innerhalb der letzten 5 Jahre (15 Jahre bis 31.12.2015) vor dem Zeitpunkt der Übertragung nicht als Betriebsinhaber eines Betriebes vergleichbarer Art beherrschend betrieblich tätig war, liegt eine begünstigte Übertragung dann vor, wenn die ursprüngliche Verpachtung einkommensteuerrechtlich zu betrieblichen Einkünften geführt hatte.

Keine begünstigungsfähige Übertragung liegt hingegen vor, wenn die ursprüngliche Verpachtung des Betriebes einkommensteuerrechtlich als Betriebsaufgabe zu qualifizieren war und somit außerbetriebliche Einkünfte (Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung) erzielt wurden.

Verpächter überträgt Eigentum an Pächter 

Keine begünstigte Betriebsübertragung liegt vor, wenn der Verpächter das Eigentum an den wesentlichen Betriebsgrundlagen an den Pächter überträgt, weil der Pächter sich in diesem Fall jedenfalls als Betriebsinhaber innerhalb der letzten 5 Jahre (15 Jahre bis 31.12.2015) vergleichbar betrieblich betätigt hat.

Verpächter überträgt Eigentum an einen Dritten

Bei Übertragung eines (Teil-)Betriebes an einen Dritten unter gleichzeitiger Auflösung des Bestandsverhältnisses liegt dann eine begünstigte Übertragung vor, wenn die ursprüngliche Verpachtung nicht als Betriebsaufgabe zu werten war und somit eine betriebliche Einkunftsquelle gegeben war. Der Übernehmer darf sich innerhalb der letzten 5 Jahre (15 Jahre bis 31.12.2015) nicht betrieblich in vergleichbarer Art als Betriebsinhaber betätigt haben.

Hat die ursprüngliche Verpachtung einkommensteuerrechtlich zu einer Betriebsaufgabe geführt – wurden also Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung erzielt – so liegt mangels betrieblicher Einkünfte keine begünstigungsfähige Übertragung vor.

Auch bei einer Übertragung eines Mitunternehmeranteils oder eines Anteils an einer Kapitalgesellschaft, wenn dadurch ein Wechsel in der Person des Betriebsinhabers (bzw. aller weiteren Betriebsinhaber) bewirkt wird, handelt es sich um eine begünstigte (Teil-)Betriebsübertragung. Wird bloß die Rechtsform, unter der ein Betrieb geführt wird, geändert, liegt keine Betriebsübertragung vor.

Begriffsbestimmungen im Sinne des NeuFöG

  • Betrieb - Zusammenfassung menschlicher Arbeitskraft und sachlicher Betriebsmittel in einer organisatorischen Einheit.
  • Teilbetrieb - Betriebsteil eines Gesamtbetriebes mit einer gewissen Selbständigkeit und organisatorischen Geschlossenheit mit eigenständiger Lebensfähigkeit und eigenem Rechnungskreis.
  • Betriebsinhaber - Ungeachtet gesellschaftsvertraglicher Sonderbestimmungen: 
    • Einzelunternehmer
    • ­Unbeschränkt persönlich haftende Gesellschafter von Personengesellschaften (z. B. Gesellschafter einer OG, Komplementäre einer KG)
    • Beschränkt (nicht persönlich) haftende Gesellschafter von Personengesellschaften (z. B. Kommanditisten) und Gesellschafter von Kapitalgesellschaften wenn sie entweder zu mind. 50 % am Vermögen der Gesellschaft beteiligt sind oder zu mehr als 25 % am Vermögen der Gesellschaft beteiligt sind und zusätzlich zur Geschäftsführung befugt sind. (z. B. Kommanditist mit 26 % Beteiligung und gleichzeitig Geschäftsführer der mit der Geschäftsführung betrauten Komplementär GmbH, oder ein Gesellschafter einer GmbH mit 26 % Beteiligung und gleichzeitig handelsrechtlicher Geschäftsführer dieser GmbH)
    • die Kapitalgesellschaft selbst, wenn alle Gesellschafter höchstens mit 25 % am Vermögen beteiligt sind
  • Entgeltliche Übertragung - Kauf, Tausch, Übernahme von Betriebsschulden ohne Gegenleistung, Zwangsversteigerung, Verpachtung 
  • Unentgeltliche Übertragung - Schenkung, Erbschaft, Erfüllung eines Legats oder Pflichtteilsanspruchs
  • Zeitpunkt der Übertragung - Als Kalendermonat der Übertragung gilt jener, in dem der neue Betriebsinhaber erstmals nach außen werbend in Erscheinung tritt, d. h. wenn die Betriebsführungsgewalt auf ihn übergegangen ist.
  • Wesentliche Betriebsgrundlagen - Bei einem Gewerbebetrieb sind beispielsweise folgende Betriebsgrundlagen wesentlich:
    • Ortsgebundene Tätigkeiten (z. B. Hotels, Restaurants): Grundstück, Gebäude, Einrichtung
    • Kundengebundene Tätigkeiten (z. B. Großhandel, Handelsvertretungen): Kundenstock, sonstige Geschäftsverbindungen
    • Produktionsunternehmen: Betriebsräumlichkeiten, Maschinen, Einrichtung
    • Einzelhandelsunternehmen: Geschäftsräume, Inventar, Warenlager
    • Transportunternehmen: Konzession, Fuhrpark, Einrichtungen

Befreiungen im Zusammenhang mit begünstigten (Teil-)Betriebsübertragungen

Liegen die Voraussetzungen einer begünstigten Betriebsübertragung im Sinne des NeuFöG vor, so entfallen insbesondere folgende Kosten die unmittelbar im Zusammenhang mit der Übertragung des Teil-(Betriebes) stehen:

Stempelgebühren und Bundesverwaltungsabgaben

Für alle veranlassten Schriften und Amtshandlungen z. B.

  • Anmeldung und Änderung vorhandener und weiterer Gewerbeberechtigungen, Ansuchen um Ausübung von bewilligungspflichtigen Gewerben und Ansuchen um Konzessionen, Konzessionserteilungen
  • bei Umgründungen - Anzeige des Unternehmensüberganges (z. B. Einbringung in GmbH) unter Anschluss entsprechender Belege innerhalb von 6 Monaten nach Eintragung im Firmenbuch durch die Bezirksverwaltungsbehörde
  • Feststellungsverfahren nach § 19 GewO 94 zur Feststellung der individuellen Befähigung des Nachfolgeunternehmers, bzw. Anerkennung des Befähigungsnachweises nach § 373c GewO 94 von Tätigkeiten in einem anderen EU/EWR Mitgliedstaat als Befähigungsnachweis
  • Erteilung von entsprechenden Aufenthaltsbewilligungen im Sinne § 14 GewO 94 durch die Fremdenbehörde zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit
  • Feststellungsbescheide über die Anwendbarkeit der gewerberechtlichen Vorschriften und Einreihung von gewerblichen Tätigkeiten
  • Genehmigung allfälliger genehmigungspflichtiger Änderungen der Betriebsanlage
  • Zur Kenntnisnahme und Bewilligung von Geschäftsführerbestellungen bei Ausscheiden des bisherigen gewerberechtlichen Geschäftsführers
  • ­Beilagen, die für die angeführten betriebsübernahmebedingten Eingaben, Verfahren und Amtshandlungen benötigt werden
  • ­Zulassungsgebühren für die Um- und Anmeldung von unmittelbar durch die Betriebsübertragung veranlasste Übertragung von Kraftfahrzeugen, wenn diese Kraftfahrzeuge zu den wesentlichen Betriebsgrundlagen (z. B. bei Autobus-, Güterbeförderungs-, Taxi- und Mietwagenunternehmen) gehören. Es kommt dabei auf die tatsächliche Übergabe und die Aufnahme in das Anlagevermögen des Übernehmers, nicht jedoch auf den Zeitpunkt der Ummeldung des Kraftfahrzeuges an.

Hinweis:

Aufgrund der Gewerberechtsnovelle 2017 mit Wirksamkeit 18.7.2017 sind Schriften und Zeugnisse, die auf Grundlage der Gewerbeordnung erstellt und ausgestellt werden, sowie Eingaben, die auf das Erstellen und das Ausstellen von Schriften auf Grundlage obigen Bundesgesetzes gerichtet sind, von den Stempelgebühren und Verwaltungsabgaben des Bundes befreit. Der Entfall der Verwaltungsabgaben hat generelle Wirkung und geht über die bloße Anwendung bei Neugründungen bzw. Betriebsübernahmen hinaus.

Für GISA-Auszüge die im Rahmen einer Gewerbeanmeldung bei Neugründungen bzw. Übernahmen ausgestellt werden, fallen bereits ab 18.7.2017 keine Gebühren oder Verwaltungsabgaben an. Für gesondert ausgestellte GISA-Auszüge gilt die Befreiung lt. den Übergangsbestimmungen erst ab 1.5.2018.

Nicht gebührenbefreit sind durch die Betriebsübertragung veranlasste Rechtsgeschäfte (z. B. Bestandsverträge, Darlehens- und Kreditverträge, Gesellschaftsverträge) und bloß mittelbar dienende Vorgänge z. B. Schriften und Amtshandlungen betreffend  

  • ­allgemein persönliche Qualifikationserfordernisse (Meisterprüfungszeugnis, Staatsbürgerschaftsnachweis) oder
  • ­allgemein sachliche Erfordernisse (Ansuchen um Erteilung einer Baubewilligung zur Errichtung eines Betriebsgebäudes, Bauverhandlungsprotokolle)

Gerichtsgebühren für die Eintragung in das Firmenbuch

Befreiung von den im unmittelbaren Zusammenhang mit der Betriebsübertragung erforderlichen Eintragungen in das Firmenbuch entstehenden Gebühren z. B. 

  • Neueintragungen,
  • Löschungen und Änderungen von Gesellschafter, Geschäftsführer, Firma, Sitz, Inhaber, Musterzeichnung etc.

Grunderwerbssteuer

Grunderwerbssteuerpflichtige Vorgänge, die mit der Betriebsübertragung in unmittelbarem Zusammenhang stehen - (entgeltliche und unentgeltliche Betriebsübertragungen, gemischte Schenkungen, Anteilsvereinigungen, Einbringungen) - auch hinsichtlich sich im Sonderbetriebsvermögen befindlicher Grundstücke, soweit der für die Berechnung der Steuer maßgebende Wert des Grundstücks (Gegenleistung bzw. Grundstückswert, Einheitswert) den Betrag von 75.000,-- Euro (Freibetrag pro Betriebsübertragung unabhängig von der Anzahl der übertragenen Grundstücke) nicht übersteigt.

Die Einkünfte des Übergebers müssen unter die Gewinneinkunftsarten fallen. Der Übernehmer darf hingegen bis zum Zeitpunkt der Übergabe noch keine Gewinneinkünfte aus diesem Betrieb (z.B. bisheriger Pächter) bezogen haben. Damit erfolgt eine Erleichterung der Übergabe von Grundstücken im Rahmen der Übergabe von Betrieben an die Nachfolgegeneration.

Der Zuerwerb eines Grundstücks lediglich aus Anlass der Betriebsübertragung fällt nicht unter die Befreiung. 

Achtung:

Bei teilweise betrieblich und privat genutzten Gebäuden gilt die Freibetragsregel nur für den betrieblich genutzten Teil.

Der Freibetrag ist kumulativ mit der Befreiung für Betriebsübertragungen im Grunderwerbsteuergesetz (Freibetrag für Betriebsübertragungen) anwendbar; Nähere Informationen finden Sie dazu in unserem Infoblatt „Grunderwerbsteuer neu ab 1.1.2016“. 

Gerichtsgebühren für die Eintragung in das Grundbuch (1 %)

Bei Betriebsübertragungen sieht das Abgabenänderungsgesetz 2004 ab 1.11.2004 keine Befreiung mehr von den Gebühren für Grundbuchseintragungen vor. Die bisherige Regelung sorgte für zunehmende Unklarheiten hinsichtlich der Befreiungsbestimmung, sodass sich der Gesetzgeber zu einer Klarstellung veranlasst sah.

Gesellschaftsteuer (1 %) (bis 31.12.2015)

Der Erwerb von Gesellschaftsrechten an Kapitalgesellschaften (AG, GmbH, GmbH & Co KG) unmittelbar im Zusammenhang mit der Betriebsübertragung ist nur durch den ersten Erwerber von der Gesellschaftssteuer befreit, und somit liegt nur ein sehr eingeschränkter Anwendungsbereich vor z. B. Übernehmende neugegründete Kapitalgesellschaft, die ihrerseits als betriebsbeherrschende Person angesehen wird.

Hinweis:

Mit Wirksamkeit 1.1.2016 kam es im Rahmen des Abgabenänderungsgesetzes 2014 zur Abschaffung der Gesellschaftsteuer, womit dieser Befreiungsbestimmung im Rahmen des NeuFöG zukünftig keine Bedeutung mehr zukommt.

So gelangt man in den Genuss der NeuFö-Befreiungen

Um in den Genuss der oben angeführten Befreiungen und Förderungen zu kommen, muss der Betriebsinhaber bei jeder in Betracht kommenden Behörde (z. B. Gericht, Finanzamt, Bezirkshauptmannschaft) rechtzeitig (im Zeitpunkt der Inanspruchnahme) ein korrekt ausgefülltes amtliches Formular NeuFö2 im Original vorlegen. Bei der Selbstberechnung der Gesellschaftsteuer (bis 31.12.2015) oder Grunderwerbsteuer durch einen befugten Parteienvertreter muss der amtliche Vordruck diesem spätestens zum Zeitpunkt der (rechtzeitigen) Selbstberechnung bereits vorliegen bzw. – wenn von der Selbstberechnung kein Gebrauch gemacht wird – ist der Rechtsvorgang vom Parteienvertreter elektronisch beim Finanzamt anzuzeigen. Dabei gibt es unter bestimmten Voraussetzungen Erleichterungen, wenn die Urkunden über diese Rechtsgeschäfte und das amtliche Formular in speziellen Urkundenarchiven gespeichert sind.

Neben Angaben zum Betrieb, voraussichtliches Monat der (Teil-)Betriebsübertragung und der voraussichtlich betroffenen Behörden, muss jedes NeuFö2 auch eine Bestätigung der gesetzlichen Berufsvertretung des Betriebsinhabers aufweisen. Insoweit, als ein Betriebsinhaber auch als Abgabenschuldner für sich eine individuelle Abgabenbefreiung nach dem NeuFöG in Anspruch nehmen will, sind mehrere Bestätigungen erforderlich.

Aus diesem Grunde und zwecks Einholung weiterer Betriebsübergabeinformationen sollte sich der Betriebsinhaber bereits rechtzeitig vor Durchführung der Betriebsübertragung an seine gesetzliche Berufsvertretung wenden.

In den Wirtschaftskammern werden diese NeuFöG-Beratungen (als Spezialberatung oder als Teil der Jungunternehmer- und Betriebsübergabeberatung) durch die örtlich zuständige Bezirksstelle, das Gründerservice  oder durch die entsprechende Fachgruppe durchgeführt. Im Rahmen dieser Beratung werden die benötigten amtlichen Formulare NeuFö2 vollständig ausgefüllt, vom Betriebsinhaber unterfertigt und mit den erforderlichen Bestätigungsvermerken der Wirtschaftkammer versehen. Nach erfolgter Inanspruchnahme der Beratung durch die zuständige Berufsvertretung wird zur Bestätigung ein Protokoll erstellt und durch den Betriebsinhaber unterfertigt.

Eine elektronische Übermittlung dieser Erklärungen ist nur zulässig, wenn zwischen der zuständigen gesetzlichen Berufsvertretung und der in Betracht kommenden Behörde, ausgenommen die Abgabenbehörden des Bundes, ein ständiger Datenverkehr eingerichtet ist.

Neu ab 1.8.2017 (Deregulierungsgesetz 2017):

Als Alternative kann der Betriebsübernehmer frühestens ab 1.8.2017 die Erklärung über die Betriebsübertragung auch elektronisch über das Unternehmensserviceportal vorneh­men. Die Beratung durch die jeweilige Interessenvertretung bzw. die Sozialversicherungs­anstalt kann in diesen Fällen auch auf fernmündlichem Weg oder unter Verwendung technischer Einrichtungen zur Wort- und Bildübertragung erfolgen und ist durch den Übernehmer zu bestätigen.

Vorerst ist die elektronische Gründung (eGründung) nur für Einzelunternehmen, die nicht in das Firmenbuch eingetragen werden, online über das Unternehmensserviceportal (www.usp.gv.at) möglich. Zu einem späteren Zeitpunkt soll die eGründung auch für weitere Rechtsformen möglich sein.

Die Befreiungen treten dann ein, wenn die in Betracht kommenden Behörden elek­tronischen Zugriff auf die elektronische Erklärung haben. Die Möglichkeit der Nutzung der elektronischen Erklärung ist abhängig von der technischen Verfügbarkeit im Unternehmensserviceportal. Die diesbezügliche Verordnung über die nähere Ausgestaltung des elektronischen Verfahrens über das Unternehmensserviceportal sowie einer automatisierten Prüfung der Voraussetzungen ist derzeit noch ausständig. Der elektronisch signierte Auszug der NeuFö-Erklärung über das Unternehmensserviceportal gilt als amtlicher Vordruck und ist grundsätzlich zum Zeitpunkt der Antragstellung bei der jeweiligen Behörde vorzulegen.

Kann der Betriebsinhaber keiner gesetzlichen Berufsvertretung zugeordnet werden, so ist für ihn die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft zuständig. Ab 1.8.2017 ist aufgrund des Deregulierungsgesetzes 2017 auch die Wirtschafts­kammerorganisation berechtigt, das erste Beratungsgespräch für neue Selbständige durchzuführen.

Achtung: 

Die Wirkung der angeführten NeuFö-Befreiungen im Zusammenhang mit der begünstigten Betriebsübertragung treten nur dann ein, wenn der Betriebsinhaber das vollständig ausgefüllte NeuFö2 inkl. Bestätigungsvermerk rechtzeitig mit der beantragten Amtshandlung bei den betroffenen Behörden vorlegt.

Durch das Deregulierungsgesetz 2017 tritt mit Wirksamkeit 1.7.2017 insofern eine Erleichterung in Kraft. Im Rahmen der Antragstellung beim Firmenbuchgericht kann das Formular NeuFö2 noch bis zu 14 Tage nach der Antragstellung bei Gericht nachgereicht werden, wenn diese Gebührenbefreiung bereits im Firmenbuchantrag angekündigt bzw. erklärt wurde.

Abschließend wird auf die Neugründungs-Förderungsrichtlinien (NeuFöR) des Bundesministeriums für Finanzen vom 19.12.2008 in der derzeit gültigen Fassung hingewiesen, worin ausführliche Informationen des BMF bezüglich der Verwaltungspraxis zum NeuFöG wiedergegeben sind (abrufbar über https://findok.bmf.gv.at/findok/ unter Richtlinien). Frühere Erlässe zum Neugründungsförderungsgesetz treten daher mit diesem Zeitpunkt außer Kraft.

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