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Die Altstadt von Rovinj, Istrien, Kroatien
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Abkühlung trotz heißer Temperaturen

Kroatien ist Musterschüler bei der Budget-Disziplin. Die Wirtschaft wächst weiter überdurchschnittlich. Die Inflation aber auch.

Lesedauer: 3 Minuten

Aktualisiert am 14.08.2025
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Kroatien zählt auch heuer wieder – neben Italien – zu den beliebtesten Sommerurlaubsdestinationen der Österreicher. Sie tragen damit zum anhaltenden Wachstum dieses Wirtschaftssektors bei. Allein im vergangenen Jahr gaben ausländische Touristen in Kroatien 15 Milliarden Euro aus – ein Plus  von 2,7 Prozent gegenüber 2023.

Ganz ausgleichen wird das Geschäft mit den Gästen das Abkühlen des Konjunkturwachstums aber nicht. So rechnet die Europäische Kommission für das Gesamtjahr mit einem Zuwachs von 3,2 Prozent – deutlich weniger als im Vorjahr, als Kroatien mit 3,9 Prozent zu den wachstumsstärksten Volkswirtschaften der EU zählte. Auch 2026 soll sich die schwächere Dynamik fortsetzen. Als Grund nennen Analysten nicht zuletzt das geringe Lohnwachstum – die kroatische Nationalbank erwartet für 2025 reale Zuwächse von rund 6,5 Prozent, nach zwölf Prozent im Vorjahr. Daher wird sich die als robust geltende private Konsum- und Investitionslaune wohl etwas abschwächen. 

Ein ernstzunehmendes Konjunkturrisiko der konsumgetriebenen kroatischen Wirtschaft bleibt die Inflation, die sich auf hohem Niveau hält. Im Mai 2025 kletterte die Teuerungsrate im Jahresvergleich auf 3,5 Prozent. Vor diesem Hintergrund kam es im vergangenen Winter vermehrt zu Boykott-Aufrufen für den Retail-Sektor durch Konsumentenplattformen. Die Regierung reagierte mit Preisdeckeln für rund 70 Produkte.

„Das aus Sicht Österreichs positive Außenhandelssaldo hat erstmals im Jahr 2023 die Ein-Milliarden-Euro-Schwelle überschritten.“


Das Land am Westbalkan bleibt aber für österreichische Exporteure weiterhin lukrativ. „Das aus Sicht Österreichs positive Außenhandelssaldo hat erstmals im Jahr 2023 die Ein-Milliarden-Euro-Schwelle überschritten“, rechnet Österreichs Wirtschaftsdelegierter Gerhard Schlattl vor.

Autonome Fahrzeuge

Potenzial gibt es weiterhin. Mithilfe von angezapften EU-Förderquellen investiert Kroatien großzügig in den Ausbau und die Modernisierung der Kanal-, Wasser- und Abwasser-Infrastruktur, Mobilität und Energieversorgung. So gilt der Hafen in Rijeka weiterhin als ausbaufähig. In Verbindung mit guten Bahn- und Straßenanbindungen nach Resteuropa könnte sich die Hafenstadt als Logistik-Hub für Europa etablieren. Der aktuelle Ausbau des Containerterminals soll bis Ende des Jahres finalisiert sein. Auch im Mobility-Bereich setzt Kroatien einen neuen Schwerpunkt mit der im Bau befindlichen Fabrik für autonom fahrende Fahrzeuge. Der Produktionsstart in einem Business-Park am Stadtrand von Zagreb ist für 2026 vorgesehen.

Im bilateralen Handel mit Österreich dominieren aktuell sowohl im Import als auch im Export Maschinen und mechanische Geräte, Fahrzeugkomponenten sowie Holz und Holzwaren. Etwa 800 österreichische Niederlassungen in fast allen Sektoren bieten zahlreiche Anknüpfungspunkte. So finden sich unter den hundert größten Unternehmen Kroatiens die österreichische Spar AG, die Erste & Steiermärkische Bank, die Raiffeisenbank sowie Lederverarbeiter Boxmark.