AT Styria feiert 10 Jahre und startet in die Ära der humanoiden Robotik
Zum Jubiläum setzt die AT Styria auf humanoide Robotik und Künstliche Intelligenz. Bis 2030 sollen bis zu 10.000 zusätzliche Jobs entstehen.
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Die in der WKO beheimatete Plattform AT Styria bündelt seit zehn Jahren die Kräfte der steirischen Automatisierungstechnik – einer Branche mit mehr als 44.000 Beschäftigten und 6,3 Milliarden Euro Wertschöpfung. Zum Jubiläum setzt das Netzwerk neue Schwerpunkte auf humanoide Robotik, Künstliche Intelligenz und sichere, smarte Produktion, um bis 2030 bis zu 10.000 zusätzliche Jobs in der Steiermark zu ermöglichen.
Die Automatisierungstechnik ist zu einem der stärksten wirtschaftlichen Rückgrate der Steiermark geworden: Laut einer Studie des Instituts für Wirtschafts- und Standortentwicklung ist die Zahl der Beschäftigten seit 2008 um fast 60 Prozent gestiegen. Mehr als 44.000 Menschen arbeiten mittlerweile in diesem Feld, die Wertschöpfung liegt bei 6,3 Milliarden Euro – jeder zehnte Euro wird in der Steiermark in der Automatisierung erwirtschaftet. Besonders in ländlichen Regionen wirkt die Branche als stabiler Jobmotor und setzt starke regionalpolitische Impulse, von der Lehrstelle bis zum hochqualifizierten Forschungsjob.
Automatisierungstechnik sorgt für Wettbewerbsvorteil
Der wirtschaftspolitische Kontext macht deutlich, warum die Automatisierungstechnik für die künftige industrielle Produktion in Österreich und Europa entscheidend ist: Eine alternde Gesellschaft, ein sich verschärfender Fachkräftemangel, steigende Kosten und der Druck zu mehr Nachhaltigkeit verlangen nach effizienteren, flexibleren und ressourcenschonenden Produktionssystemen. Gleichzeitig wächst der internationale Wettbewerb, insbesondere aus asiatischen Regionen. „Die steirische Stärke liegt in der Kombination aus klassischen Industriebranchen wie Elektrotechnik, Elektronik und Maschinenbau mit modernen IT- und Informationsdienstleistungen – diese Mischung ermöglicht es, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Automatisierung nahtlos zu verbinden“, betont Herbert Ritter, AT Styria Vorsitzender und Vizepräsident der WKO Steiermark: „Automatisierung ist kein Selbstzweck. Sie sichert Wettbewerbsfähigkeit, hält industrielle Wertschöpfung in der Region und bietet gerade jungen Menschen qualifizierte Jobs mit Zukunft.“
Immer mehr Unternehmen wollen humanoide Roboter einsetzen
Zum 10-Jahres-Jubiläum richtet die AT Styria ihre Arbeit nun strategisch neu aus. Im Fokus stehen jene Technologien, die in den Betrieben aktuell den größten Veränderungsdruck auslösen – und gleichzeitig die größten Chancen eröffnen. Eine neue Arbeitsgruppe „Flexible Robotik“ soll sich dem stark steigenden Interesse an humanoider Robotik widmen, denn immer mehr Unternehmen in der Steiermark wollen mit dem Einsatz solcher Systeme starten – etwa um monotone oder körperlich belastende Tätigkeiten zu übernehmen und Mitarbeiter für höherwertige Aufgaben freizuspielen. Parallel dazu soll eine weitere Arbeitsgruppe unter dem Titel „Applied Artificial Intelligence“ das Know-how zu KI und Digitalisierung bündeln soll um dieses in Produktions- und Geschäftsprozess zu integrieren. „Wir gehen von bis zu 10.000 neuen Jobs in der steirischen Automatisierungstechnik bis 2030 aus“, so Ritter.
Ergänzt werden diese Schwerpunkte durch die Arbeitsgruppe „Safety & Security“, die Unternehmen bei der Umsetzung komplexer Regulatorien – etwa der Maschinenrichtlinie und neuer EU-Vorgaben – unterstützt, sowie durch Initiativen in den Bereichen „Smart Production & Smart Engineering“. Hier geht es um durchgängig vernetzte, datengetriebene Produktionsketten, von der Entwicklung bis zum fertigen Produkt.
Roboter mit zwei Armen und Beinen
Unter dem Dach „Advanced Technologies“ rückt die AT Styria zudem die nächste Evolutionsstufe der Automatisierung in den Mittelpunkt: die Autonomisierung von Systemen und eine immer tiefere Integration des Umfelds durch Digitalisierung und KI. „Automatisierung hat sich in den letzten Jahren rasant weiterentwickelt: Wir sprechen heute nicht mehr nur von klassischen Industrierobotern, sondern von autonomen Systemen, humanoider Robotik und KI-gestützten Anwendungen, die ihr Umfeld verstehen und darauf reagieren“, hebt Ritter das große Potential hervor: „Mit unseren neuen Schwerpunkten stellen wir sicher, dass die steirischen Unternehmen nicht nur Schritt halten, sondern im internationalen Wettbewerb vorne mitspielen – vom Alpe-Adria-Raum über den D-A-CH-Raum bis weit darüber hinaus.“
Die WKO Steiermark unterstützt die in ihr beheimatete Plattform AT Styria dabei, die Kräfte der Branche gezielt zu bündeln: durch Vernetzung von Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Bildungsanbietern, durch gemeinsame Projekte und durch den Ausbau internationaler Kooperationen. Damit stärkt die Kammer ein zentrales Stärkefeld, das wirtschaftliche Stabilität schafft und die Basis dafür legt, dass industrielle Wertschöpfung und qualifizierte Arbeitsplätze in der Steiermark gehalten und ausgebaut werden können.