Zum Inhalt springen
 Rathaus von Graz
© Amanda Savo | stock.adobe.com

Aufträge an die künftige Stadtregierung

Vor der Graz-Wahl am 28. Juni rücken die Unternehmer ihre Forderungen in den Mittelpunkt.

Lesedauer: 3 Minuten

Einen Moment bitte. Ladevorgang läuft ...
0:00
Audio konnte nicht geladen werden. Erneut versuchen
0:00
0:00
Aktualisiert am 23.06.2026

Wenn Graz am 28. Juni wählt, entscheidet die Stadt nicht nur über politische Mehrheiten, sondern auch über die Richtung eines der wichtigsten Wirtschaftsstandorte des Landes. Rund 25.000 Unternehmen sind in Graz angesiedelt, die Stadt steht für 31 Prozent des steirischen Kommunalsteueraufkommens. Entsprechend klar sind die Erwartungen der Betriebe an die neue Stadtregierung.

Eine Befragung des Instituts für Wirtschafts- und Standortentwicklung unter mehr als 700 Grazer Betrieben zeichnet ein deutliches Bild. 57 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass sich die unternehmerischen Rahmenbedingungen verschlechtert haben. Besonders häufig genannt werden Bürokratie, Erreichbarkeit, fehlende Planungssicherheit und der Wunsch nach mehr Leben in der Innenstadt. Was damit im Detail gemeint ist? Wir haben bei Unternehmerinnen und Unternehmern quer durch alle Branchen nachgefragt. Und der Tenor ist eindeutig: So wird beispielsweise mehr Mut gefordert, wenn es um bürokratische Hürden geht. Sei es bei Veranstaltungen oder Genehmigungen für Gastgärten. Auch dass die Jahrhundertchance Koralmbahn mit der Haltestelle am Hauptbahnhof bisher nicht aktiver genutzt wird, um Touristen in die Innenstadt zu locken, verstehen die Wirtschaftstreibenden nicht. Immer wieder wurde eine Altstadtbim vom Hauptbahnhof bis ins Zentrum vorgeschlagen, alleine die Umsetzung fehlt bisher. So könnte man die Frequenz, die dringend benötigt wird, mit einem Schlag deutlich erhöhen. 

Man hört über die Stadt nur noch negative Schlagzeilen: Dieses Gasthaus hat zugesperrt, das Hotel ist insolvent, diese Veranstaltung findet nicht statt – wir bräuchten einen anderen Headliner für eine Stadt wie Graz, die ja grundsätzlich lebenswert ist.

Würde man an einem Samstag mit einer Röntgenbrille über die Landeshauptstadt schauen können, dann würden wir alle Grazer daheim in ihren Wohnungen sitzen sehen können. Das kann nicht der Sinn einer belebten Landeshauptstadt sein.

Man merkt ganz stark, dass die Veranstaltungen in Graz enorm abgenommen haben. Ein Mitgrund ist hier sicher, dass die Auflagen sehr hoch sind und man sich enorm mit der Bürokratie herumschlagen muss, um ans Ziel zu kommen. Das muss dringend korrigiert werden.

Wir haben einige Monate lang mit der Erreichbarkeit bei uns in der Lastenstraße gekämpft, da hier wegen des enormen Umbaus der Schwerverkehr kaum zu uns kommen konnte. Zumindest dieses Problem hat die Stadtregierung mittlerweile gut in den Griff bekommen.

Ich wünsche mir, dass auf das ganze Jahr gesehen aktiv viel mehr Veranstaltungen in der Landeshauptstadt stattfinden, denn das kommt uns als Gastronomen zugute, da sich dann mehr Menschen in der Stadt bewegen und in dieser auch etwas konsumieren wollen.

Es braucht von der Stadt Graz die Bereitschaft, die Unternehmer auch Unternehmer sein zu lassen. Ich hoffe auch, dass die Jahrhundertchance Koralmbahn viel stärker in das Stadtbild einbezogen und gefördert wird, damit noch mehr Besucher den Weg in die Innenstadt finden.

Derzeit fühlt es sich in Graz so an, als würden viele Betriebe wegfallen, und auch, dass weniger Leute in die Innenstadt kommen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das im wirtschaftlichen Sinn einer Stadtregierung sein kann. Hier herrscht dringend Handlungsbedarf.

Ich wünsche mir, dass Graz seinen besonderen Charme bewahrt und weiterentwickelt – mit kleinen, individuellen Geschäften, kreativen Konzepten und mutigen Menschen. Dafür braucht es eine Stadtregierung, die Projekte rasch zur Umsetzung bringt.