Batterieloses schlaues Schloss
Unter dem Markennamen „Serea“ entwickelt „pewag“ in Graz ein innovatives Fahrradschloss.
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„Smart“ zu sein, liegt im Trend. Egal ob Phone, TV oder gleich Home – „intelligente“ Systeme sind überall auf dem Vormarsch. Nun schickt sich ein österreichisches Traditionsunternehmen an, von Graz aus einen weiteren Bereich zu revolutionieren: Fahrradschlösser. Das Konzept: Keine Schlüssel, keine Batterie – aufgesperrt wird einfach mit dem Handy. Möglich wird das durch NFC – drahtlose Nahfeldkommunikation, die man sonst vor allem durch das kontaktlose Zahlen mit Bankomatkarten kennt. Entsperrt wird über einen minimalen Stromimpuls, den das Smartphone an die NFC-Antenne am Schloss liefert.
Hinter der Innovation steht einer der ältesten Kettenhersteller der Welt. Die Geschichte der „pewag group“ geht bis ins Jahr 1479 und zu den ersten Aufzeichnungen einer Schmiede in Brückl zurück. Heute ist man international vor allem auch für Qualitätsschneeketten bekannt, betreibt Standorte und Produktionsstätten weltweit und beschäftigt Tausende Mitarbeiter. Mit „Serea Locks“ will man nun neue Märkte erschließen. „Absperrketten haben wir, vor allem im B2B-Bereich für beispielsweise Container, schon länger im Angebot – weil es auch ein einfacher Weg ist, unsere Schneeketten zu veredeln“, erzählt Gertjan Vijge, der von Graz aus für die neue Marke mitverantwortlich ist. Strategisch sei schließlich die Entscheidung gefallen, diesen Bereich auszuweiten – um außerhalb der Schneekettensaison mehr Umsätze zu generieren. „Also haben wir beschlossen, uns auf Fahrrad-Schlösser zu konzentrieren.“ Dabei wollte man aber nicht einfach ein weiteres Produkt am Markt anbieten, sondern etwas vollkommen Neues.
Lange hat man gesagt: Ein Smart Lock ohne Batterie ist wie ein Fahrrad ohne Pedale – es funktioniert nicht. Wir beweisen das Gegenteil.

Rob Bekkers
CEO pewag Traction & Security Chain Group
„Die Frage war: Wie können wir, wenn schon nicht das Rad, dann doch zumindest die Kette neu erfinden“, so Vijge. Schon damals waren smarte Fahrradschlösser am Markt. „Die waren aber einerseits preislich sehr teuer – und hatten alle eine Batterie. Diesen Weg wollten wir nicht gehen – aus Gründen der Nachhaltigkeit, aber auch der Zuverlässigkeit.“ Ohne Batterie müssten die Schlösser nicht ständig aufgeladen werden, seien hitze- und kältebeständig – gleichzeitig könne man als Kettenspezialist für einen hohen Sicherheitsstandard sorgen, so Vijge: „Wir haben uns natürlich externe Unterstützung und Expertise geholt, schlussendlich aber alles selbst entwickelt.“ Wer sich das Schloss kauft, bekommt das Produkt zugesandt, inklusive Bedienungsanleitung und zugehörigem QR-Code. Mit Download der „Serea Smart Lock“-App und der Erstellung eines Accounts wird das Schloss über ebendiesen Code mit dem jeweiligen Account gekoppelt. „Der Vorteil ist: Auch wenn ich mein Handy verliere, kann ich mich noch in den Account loggen und das Schloss dann beispielsweise mit einem anderen Handy entsperren“, so Vijge. Durch den Download der App bleibe das System auch offline und ohne Empfang funktionsfähig. Weiterer Vorteil: Der Zugang zum Schloss lässt sich – je nach Bedarf temporär oder auch langfristig – auch mit anderen Accounts teilen.
Aktuell sind die Smart Locks am deutschen Markt schon erfolgreich vertreten – gleichzeitig ist man dabei, sich im gesamten DACH-Raum sowie in Holland schrittweise zu etablieren. Nun wird weiter an Innovationen gearbeitet: „Wir wollen uns im Bereich der Mobilität noch über das Fahrrad hinaus weiterentwickeln“, betont Vijge.
QUERGEFRAGT
Was ist die Vision hinter der Marke „Serea“?
Vijge: Wir wollen bei smarten Schlössern die Nummer eins sein – bei Fahrrädern, aber auch anderen Mobilitätsformen.
Was ist das Besondere?
Wir sind davon überzeugt, dass Batterien in diesem Bereich nicht mehr zeitgemäß sind – und schaffen es auch ohne sie!
Was sind die größten Herausforderungen?
Wie bei jeder neuen Technologie, braucht es Bewusstseinsbildung, um den Menschen zu zeigen, was wir besser machen – und warum.