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Glasfaser unter der Straße. Konzept für Glasfaserinfrastruktur als Messsystem.
© Erstellt durch KI

Das Netz wird zum Wächter

Das Grazer Start-up „nanovibes“ nutzt die Glasfaserinfrastruktur als Messsystem. Damit kann der Verkehr überwacht, aber auch kritische Infrastruktur vor Schäden und Störungen geschützt werden.

Lesedauer: 3 Minuten

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Aktualisiert am 14.04.2026

Wer Glasfaser hört, denkt an schnelles Internet. Kein Wunder, wird der Ausbau österreichweit doch genau zu diesem Zweck seit Jahren massiv vorangetrieben. In der Steiermark etwa wurden seitens der Landes-Tochtergesellschaft „sbidi“ allein bis Anfang 2026 1.510 Kilometer Trassenlänge gebaut – bis 2030 soll Glasfaser flächendeckend verfügbar sein. Genau das will das Grazer Unternehmen „nanovibes“ für sich und seine Kunden nutzen – aber nicht für schnelles Internet, sondern für den Schutz kritischer Infrastruktur. 

Hinter dem Start-up stecken Lisa Strasser und Vlad Dumitru, beide an der TU Graz im Bereich Faseroptik tätig. Ihr Schwerpunkt: Glasfasern als Messinstrumente zu nutzen. „Vibrationen, Temperatur und Co. – mit der vorhandenen Infrastruktur lassen sich verschiedenste Dinge messen“, erklärt Strasser. „Beispielsweise können wir anhand der Glasfasern sagen, ob in der Nähe Bautätigkeiten laufen, Erdbeben auftreten oder Fahrzeuge vorbeifahren.“ Nach mehreren Industrieprojekten zum Thema entschlossen sich Strasser und Dumitru dann, diese Technologie in ein Geschäftsmodell zu gießen – und so wurde „nanovibes“ zu Jahresbeginn gegründet. Strasser: „Weil wir Potenzial gesehen haben – da ist definitiv ein Markt vorhanden.“

Es gibt ein riesiges vorhandenes Glasfaser-Netz. Wir können das als Messsystem nutzbar machen und so kritische Infrastruktur schützen.

nanovibes bietet Monitoring-Systeme auf Basis dieser faseroptischen Messungen an. „Potenzielle Kunden sind vor allem Betreiber kritischer Infrastruktur“, erzählt Strasser. „Von Energieerzeugung, Umspannwerken bis hin zu Flughäfen oder Einrichtungen des Bundesheers. Auch im Verkehrsbereich gibt es Anwendungsoptionen.“ Zum Beispiel Verkehrsmonitoring für Länder oder Gemeinden sowie das Tracking von Zügen für den Bahnverkehr.

Für Kunden, etwa im Energiebereich, verspricht das System mehr Sicherheit: „Man kann Schäden und folglich teuren Reparaturkosten vorbeugen“, so Strasser. Jegliche Veränderungen werden anhand gemessener Frequenzen sofort festgestellt. Auch Effizienz und Performance lassen sich durch das innovative Monitoring-System steigern. Und entsprechend groß sei auch das Interesse seitens Wirtschaft und Industrie. „Es laufen bereits Gespräche mit einigen Unternehmen“, erzählt die Gründerin.

So will man das Messsystem über die Foschung hinaus bekannt machen. Strasser: „Das Potenzial ist enorm:  In einem Kabel finden sich hunderte Glasfasern. Wir können sie nutzen: für Verkehrszählungen, Staudetektion, aber auch zur Feststellung von Hangrutschungen, Lawinen oder Steinschlägen.“ 

QUERGEFRAGT 

Was ist Ihre Vision?

Strasser: Kritische Infrastruktur sicherer zu machen und gleichzeitig der vorhandenen Glasfaser-Infrastruktur einen zusätzlichen Nutzen zu geben.

Was wollen Sie Kunden bieten?

Sie sollen ruhig schlafen können – und Kosten sparen.

Was sind die größten Herausforderungen?

Die mangelnde Bekanntheit des Messsystems – und natürlich gibt es viele Regularien, die es zu erfüllen gilt.