Mit eigenem Kraftwerk zu CO2-neutralen Lebensmitteln
Weg von Mehl, hin zu Proteinen, Pestos und Co.: Die Schalk-Mühle hat einen Wandlungs- und Wachstumsprozess hinter sich.
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Protein-Pulver, Öle, Kerne, Snacks – biologisch, aus der Steiermark und CO2-neutral. Was fast utopisch klingt, ist bei der Schalk-Mühle in Ilz Realität. Bereits in sechster Generation wird das Unternehmen von Franz und Rainer Schalk geführt – nach ihrer Übernahme vor etwa zwölf Jahren haben sie den Betrieb aber vollkommen umgekrempelt. Waren damals etwa zehn Personen im Betrieb tätig, sind es heute um die 90 – von der Mehlproduktion hat man sich ganz abgewandt und sich (unter anderem) den obengenannten Produkten verschrieben.
Wir machen fast alles selbst vor Ort – Strom, Holz, biologische Landwirtschaft – und haben starke regionale Partner.“
Rainer Schalk
Schalk-Mühle
All das mit einem klaren Nachhaltigkeitsfokus: „Wir haben ein eigenes Wasserkraftwerk, eine große PV-Anlage, eine biologische Landwirtschaft und einen eigenen Wald“, erzählt Rainer Schalk. Rund zwei Millionen kWh produziert man im Jahr – genug, um den ganzen Betrieb am Laufen zu halten. Mit dem 2015 neu gebauten Wasserkraftwerk baut man dabei auf einer langen Tradition auf – schon seit Beginn des 20. Jahrhundert wurde die Mühle mit Wasserkraft betrieben. „Unsere Vorfahren haben in den 1850er-Jahren das Haus hier gekauft und die alte Mühle gebaut“, erinnert sich Schalk heute. Hergestellt wurde vor allem Mehl, später auch Kürbiskernöl. Letzteres findet man noch heute im Sortiment – es war sozusagen der Startpunkt für das Wachstum des Unternehmens.
Lebensmittel mit Wert
Schalk: „Eigentlich wollten wir den elterlichen Betrieb gar nicht übernehmen.“ Vieles sei zufällig passiert: „Wir haben uns anfangs auf Kürbiskernöl konzentriert – und nachdem das sehr gut angekommen ist, wurden wir gefragt, warum wir nicht auch die Kerne verkaufen. Und da wir beide immer sportlich sehr aktiv waren und Proteinpulver konsumiert haben, sind wir dann auf die Idee gekommen, auch Kürbiskernprotein und später Hanfprotein herzustellen“, erinnert sich Rainer Schalk. „Sehr viele neue Ideen haben sich dann einfach aus Gesprächen ergeben.“ Das Wachstum zeigt sich auch baulich – 2019/20 wurde ein großer neuer Standort auf der anderen Seite des Flusses errichtet.
Von Anfang an geblieben ist ein Bekenntnis zum sogenannten „fair farming“. Schalk: „Wir brauchen Lebensmittel, wie der Name sagt, zum Überleben. Das verdient die entsprechende Wertschätzung und eine faire Bezahlung der Partner – auch, um die Produktion in Österreich nachhaltig abzusichern und zu erhalten.“