Daumen hoch für die Lehrausbildung
Laut einer aktuellen Umfrage sind neun von zehn Lehrlingen bundesweit mit ihrer Ausbildung (sehr) zufrieden.
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Die rot-weiß-rote Lehrlingsausbildung ist ein Modell, auf das auch im Ausland immer wieder geschielt wird: Zu Recht, sind doch die jungen Menschen mit einem Lehrabschluss in der Tasche höchst gefragte, topqualifizierte Fachkräfte. Doch wie steht die Jugend selbst zu dieser Ausbildungsform? Wie zufrieden sind sie mit der getroffenen Berufswahl? Diesen Fragen hat sich eine aktuelle Imas-Umfrage im Auftrag der Wirtschaftskammer gewidmet, im Zuge derer vor kurzem 413 Lehrlinge in Österreich befragt wurden – und zwar zu Entscheidungsfaktoren, Motivlage, Image der Lehre und Vorbereitung auf die LAP.
Das Kernergebnis der Umfrage wird Ausbildungsbetriebe freuen, sind doch ganze 89 Prozent der Lehrlinge mit ihrer Ausbildung zufrieden bzw. sehr zufrieden. Ebenfalls erfreulich: Mit der Dauer der Ausbildung steigt die Zufriedenheit mit der Lehre weiter an. So klettert der Zufriedenheitswert von 82 Prozent im ersten Lehrjahr auf 95 Prozent im dritten Lehrjahr.
Zu den Top-Gründen, warum sich die jungen Menschen für eine Lehre entschieden haben, wurden der hohe Ausbildungslevel, der gute Verdienst und das gute Betriebsklima genannt. Zudem schreiben die Jugendlichen der Lehrausbildung positive Attribute wie hohe Praxisorientierung (88 Prozent), gute Vorbereitung auf das Berufsleben (87 Prozent), hohe Qualität (75 Prozent) und großes Zukunftspotenzial (74 Prozent) zu. Dementsprechend positiv bewerten die Lehrlinge auch die beruflichen Möglichkeiten, die man mit einer LAP hat: So stehen Lehrabsolventen Türen für Weiter- und Höherqualifizierung offen (88 Prozent), zudem fühlen sich 84 Prozent mit einer Lehre besser auf das Berufsleben vorbereitet als in der Schule. 82 Prozent bestätigen auch, dass die Lehre keine Sackgasse sei. Unterm Strich sind die Daten eine klare Empfehlung für die duale Ausbildung: So gehen 54 Prozent davon aus, dass man mit einer Lehre künftig erfolgreich sein wird, weitere 32 Prozent halten die „Lehre mit Matura“ für die beste Wahl.
Am wichtigsten sind den Lehrlingen übrigens ein gutes Betriebsklima, Anerkennung und Wertschätzung sowie ein guter Verdienst. Ebenfalls weit oben auf der Liste stehen eine gute Vorbereitung auf die LAP, selbständiges Arbeiten sowie Verantwortung-Tragen.
Wie aus Lehrlingen die Chefs von morgen werden
Fast jede dritte Firmengründung geht auf eine Lehre oder Meisterprüfung zurück – dazu kommen tausende Betriebsübernahmen.
In Österreich sind Lehrabsolventen eine tragende Säule des Gründungsgeschehens. Wie Zahlen aus der Motivumfrage des WKÖ-Gründerservice belegen, bildet die praxisnahe duale Ausbildung in Kombination mit Berufsausbildung das perfekte Fundament für den Schritt in die Selbständigkeit: So gehen im Schnitt der letzten Jahre rund 30 Prozent der Gründungen auf einen Lehrabschluss bzw. eine Meisterprüfung zurück. Unterm Strich ist das fast ein Drittel der 39.978 bundesweit im Vorjahr neu gegründeten Unternehmen, steiermarkweit waren es zuletzt 5.184 Gründungen (jeweils ohne Personenbetreuer). Insbesondere im Gewerbe und Handwerk sowie im Dienstleistungssektor werden viele erfolgreiche Betriebe von ehemaligen Lehrlingen geführt.
Doch das ist nicht alles: Zu den Neugründungen kommen noch tausende Betriebsübernahmen durch ehemalige Lehrlinge dazu. Mittlerweile erfolgt nur noch jede zweite zweite Übernahme innerhalb der Familie, sodass familienexterne Nachfolgelösungen durch qualifizierte Fachkräfte immer häufiger werden. Und genau hier kommen wieder die ehemaligen Lehrlinge ins Spiel – sie nutzen die Lehre (freilich oft nach einigen Jahren Berufserfahrung) als Sprungbrett ins Unternehmertum. Österreichweit wurden im Rekordjahr 2025 exakt 8.202 Übernahmen verzeichnet, steiermarkweit waren es rund 900.