E-Lkw starten nun im Fernverkehr durch
Schauperl Logistics setzt seit 2024 auf elektrische Schwerlast-Lkw. Mittlerweile fährt man bis nach Deutschland CO2-neutral.
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Immer mehr E-Lkw rollen über die heimischen Straßen, doch im Fernverkehr sind sie nach wie vor eine Seltenheit. Für mehr elektrische Mobilität auf Langstrecken sorgt nun eine Kooperation zwischen dem südoststeirischen Logistikbetrieb Heinz Schauperl Logistics und dem E-Commerce-Unternehmen niceshops. Gemeinsam betreiben sie die erste vollelektrische Verbindung zu einem internationalen Paket-Verteilzentrum. Die Strecke hat es in sich: Täglich geht es von Feldbach bis nach Regensburg und wieder retour. Pro Fahrt werden so rund 1.000 Kilometer bewältigt. Logistisch ist das eine Herausforderung, erzählt Geschäftsführer Gerhard Schauperl. Immerhin beträgt die Reichweite eines E-Lkw nur 500 bis 550 Kilometer. Ein Ladestopp ist somit zwingend notwendig. Auf dem eigenen Firmengelände hat man bereits vorgesorgt. Am Standort in Feldbach hat man einen 1,3-Megawattstunden-Batteriespeicher mit intelligenter Ladesteuerung installiert. Kostenpunkt der gesamten Ladeinfrastruktur: rund zwei Millionen Euro. „Kürzere Distanzen sind für E-Lkw kein Problem. Anders sieht es jedoch auf langen Strecken aus. Diese Fahrten sind mit einem großen organisatorischen Aufwand verbunden. Es gibt zwar immer mehr öffentliche Ladestationen, aber noch nicht ausreichend viele. Deshalb investieren wir gezielt in eigene Speicher- und Ladeinfrastruktur.“
Auf der Strecke nach Regensburg arbeitet man zudem mit Partnern zusammen, damit die Fahrzeuge zwischengeladen werden können. „Pakettransporte sind äußerst zeitkritisch. Be- und Entladetermine sind eng getaktet. Beim Laden der E-Fahrzeuge darf es zu keinen Verzögerungen kommen. Wir haben uns mit den Transporten nach Deutschland weit aus dem Fenster gelehnt, aber es gelingt uns“, freut sich Schauperl. Seit 2024 hat das Unternehmen bereits elektrisch betriebene Lkw in Verwendung. Vom gesamten Fuhrpark sind aktuell fünf elektrisch. Damit transportiert man niceshops-Pakete, fährt aber auch für Auftraggeber.
Emissionen versucht man bereits seit Jahren zu reduzieren. „Im Güterverkehr lässt sich die Antriebsform nicht von einem Tag auf den anderen umstellen. Wir haben schon einiges versucht, aber die Elektromobilität weist aktuell die höchste Effizienz auf“, erklärt Schauperl. Was jedoch nicht außer Acht gelassen werden darf, sind die Kosten der Umstellung: „Ein E-Lkw kostet dreimal so viel wie ein konventioneller Lkw. Generell ist gerade vieles in Bewegung. Die Anzahl weiterer E-Lkw im Betrieb hängt von der Auftragslage sowie vor allem der Wirtschaftlichkeit ab.“