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Gasventil mit Pipeline-System an einer Erdgas-Station
© Photocreo Bednarek I stock.adobe.com

Klares Votum für Förderung von mehr heimischem Erdgas

89 Prozent der Österreicher wollen, dass mehr Erdgas im Land gefördert wird. Die Montanuniversität Leoben liefert dazu die Schlüsseltechnologie.

Lesedauer: 3 Minuten

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Aktualisiert am 09.04.2026

Angeheizt durch den Nahostkonflikt, gehen die Energiepreise – wieder einmal – durch die Decke. Nicht nur an den Tankstellen, sondern auch beim Gas, wo eine neue Umfrage des market-instituts – im Auftrag von „oecolution“ – aufhorchen lässt. Insgesamt 1.007 Personen wurden nach der Akzeptanz von Gasquellen befragt, mit klarem Ausgang: 89 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher würden es begrüßen, wenn mehr eigene Vorkommen gefördert würden. Nur vier Prozent lehnen das ab. 

Auf Platz zwei landet Norwegen mit 84 Prozent Zustimmung. Alle anderen Importoptionen fallen deutlich ab: Vereinigte Arabische Emirate 45 Prozent, Russland 43 Prozent, USA gerade noch 27 Prozent. Wer darüber hinaus gedacht hat, der Ukraine-Krieg hätte die Stimmung gegen russisches Gas dauerhaft gedreht, wird durch die Umfrage ebenfalls eines Besseren belehrt: Ein Importverbot lehnt eine Mehrheit ab – 54 Prozent sind dagegen, nur 36 Prozent dafür. Und zwei Drittel der Befragten sind schlicht nicht bereit, für den Ausschluss russischer Lieferanten tiefer in die Tasche zu greifen. „Die Menschen wollen Lösungen, die funktionieren – und keine reine Symbolpolitik“, bringt es Christian Tesch, Geschäftsführer von oecolution, auf den Punkt. „Energiepolitik muss sich an der Realität orientieren, nicht an Ideologie.“

Hinweis
89 Prozent der Österreicher wollen mehr heimisches Gas fördern.

Was die Bevölkerung will, sei klar: heimisches Potential besser nutzen. Die entscheidende Frage ist, ob das technisch und ökologisch verantwortbar ist – und genau hier kommt die Steiermark ins Spiel. An der Montanuniversität Leoben wurde ein Förderverfahren entwickelt, das ohne giftige Chemikalien auskommt und ausschließlich auf Wasser sowie mineralische und biologische Stoffe setzt. Ein technologischer Durchbruch, der die jahrelange Debatte rund um Fracking neu aufrollt – diesmal allerdings mit Vorzeichen, die auch Umweltbewusste nicht einfach beiseitelegen können.

Denn die heimischen Einsatzmöglichkeiten sind real und konkret: Im Marchfeld soll noch heuer mit der Förderung begonnen werden, in Molln verliefen Probebohrungen erfolgreich und im nördlichen Weinviertel schlummern bislang kaum erschlossene Schiefergas-Vorkommen. OMV-Explorationsstudien und Analysen der Montanuni Leoben legen nahe, dass diese Lagerstätten den gesamten österreichischen Gasbedarf über mehrere Jahre decken könnten. „Die Vorkommen sind da – und auch die Technologie. Erkundung und Erschließung müssen sofort starten“, fordert Tesch.

Für viele heimische Betriebe ist Gas nämlich nach wie vor ein zentraler Energieträger. Planungssicherheit und stabile Preise sind keine wirtschaftspolitischen Abstraktionen, sondern handfeste Wettbewerbsfaktoren.

Energiepolitik muss sich an der Realität orientieren, nicht an Ideologie.