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Partnerschaft zwischen den USA und der EU, dargestellt durch Puzzleteile über einer Weltkarte mit Münzen
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Zarte Sonne nach heftigem Atlantiktief

Die USA hatten als wichtiger Auslandsmarkt zuletzt massive Einbußen zu verzeichnen. Für 2026 sind Exporteure zuversichtlich.

Lesedauer: 4 Minuten

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Aktualisiert am 20.02.2026

„Under Destruction“ übertitelt sich der diesjährige Report zur kürzlich über die Bühne gegangenen Münchner Sicherheitskonferenz. Und egal, welche globale Region darin beleuchtet wird – die 120 Seiten bleiben eine weitgehend zuversichtsfreie Zone. „Die Welt ist in eine Phase der Abrissbirnenpolitik eingetreten“, heißt es darin. Demnach präge die Devise umfassender Zerstörung statt inkrementeller Reform und sorgfältiger Kurskorrekturen vielerorts den Umgang mit gewachsenen politischen Strukturen.

Trotz der Schlagzeilen, die man liest: Die USA und Europa sind immer noch sehr gute Freunde.

Bebildert ist das Cover des Kompendiums über die zerrüttete Lage der Welt vielsagend mit einem Elefanten. Eine Allegorie auf den starken Mann im Weißen Haus. Denn die von US-Präsident Donald Trump zelebrierte Mischung aus Destruktivismus, Pragmatismus und Protektionismus steht beispielgebend für eine „Bulldozer-Politik“, mit der in unplanbaren Intervallen hochvolatile Zollkulissen aufgebaut und wieder abgerissen, Abkommen abgeschlossen und wieder aufgekündigt und Deals bejubelt oder zumindest erzwungen werden. Der Elefant hat die regelbasierte Weltordnung niedergetrampelt.

Comeback der Hoffnung

Die Folgen sind weithin spürbar. So werden in einer Umfrage der Außenwirtschaft der WKÖ unter österreichischen Exportunternehmen besonders die politische Stabilität (85 Prozent) und die Berechenbarkeit der Wirtschaftspolitik (82 Prozent) als negativ bewertet. Diese Verunsicherung spiegelt sich auch in der Exportstatistik für den nach Deutschland zweitwichtigsten österreichischen Auslandsmarkt wider. Aus dem Garanten für Zuwächse – zwischen 2014 und 2024 hatte sich das Ausfuhrvolumen verdoppelt – ist im vergangenen Jahr ein Lieferant für ein über 20-prozentiges Minus geworden.

Bei den Beziehungen zu den USA verhält es sich derzeit wie bei einem Fußballspiel: Jeder hat eine Meinung dazu.

Nur langsam kehrt Beruhigung ein. Mittlerweile rechnen die meisten der in den USA aktiven österreichischen Unternehmen zumindest nicht mehr mit weiteren Einbrüchen. Gut ein Viertel geht 2026 sogar von einer besseren Wirtschaftslage aus. Rund 89 Prozent der Niederlassungen erwarten steigende oder konstante Umsätze – ein klares Indiz für ein dynamisches Marktumfeld, das neue Geschäftschancen bietet. Auch die Auftragslage wird von den Betrieben überwiegend positiv eingeschätzt. Bei der Kapazitätsauslastung geht etwa die Hälfte der Standorte von gleichbleibenden Werten aus, ein Drittel prognostiziert sogar eine Steigerung. Das Beschäftigungsniveau bleibt ebenfalls stabil: Die Mehrheit der Niederlassungen plant, am aktuellen Personalstand festzuhalten, ein Viertel stellt neue Arbeitsplätze in Aussicht.

Sie setzen auf einen US-Markt, der sich von den Untergangsprognosen rund um den Amtsantritt Trumps (noch) unbeeindruckt zeigt. Die Inflation ist weitgehend stabil geblieben und wies 2025 eine Jahresrate von 2,7 Prozent aus, das Wirtschaftswachstum ist solide (plus zwei Prozent 2025), die US-Exporte nach Europa sind im vergangenen Jahr um rund fünf Prozent gestiegen  – und profitieren derzeit vom schwachen Dollar. Der Elefant steht weiter dominant mitten im Raum.

Hinweis
3,7 Milliarden Euro beträgt das Ausfuhrvolumen steirischer Exporteure Richtung USA. Damit sind die Vereinigten Staaten zweitwichtigster Markt hinter Deutschland.

20,8 Prozent Minus waren in den ersten zehn Monaten 2025 bei den österreichischen Exporten in die USA zu verzeichnen.

6,56 Milliarden Euro machten die US-Exporte nach Österreich im selben Zeitraum aus – ein Plus von 1%.