Coding4Kids begeistert Osttirols Nachwuchs
Kinder spielerisch für Digitalisierung und Programmierung zu begeistern, ist das Ziel der Coding4Kids-Ferienworkshops in allen Tiroler Bezirken.
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Coding4Kids wurde vor zehn Jahren vom Digitalisierungsexperten Mario Eckmaier mit Unterstützung der Sparte Information und Consulting der WK Tirol in Innsbruck gestartet. Das erfolgreiche Ferienprogramm wird heute in allen Tiroler Bezirken angeboten. Heuer wurden in 30 jeweils einwöchigen Workshops rund 450 Kinder zwischen 10 und 15 Jahren mit der Welt des Programmierens vertraut gemacht. „Lernen, sich gegenseitig unterstützen, Spaß haben und am Kursende zeigen können, was man geschafft hat – das ist weit mehr als ein reines Ferienprogramm“, betont Sybille Regensberger, Spartenobfrau Information und Consulting der Wirtschaftskammer Tirol, und Claudia Brandl, Obfrau des gemeinnützigen Vereins Coding4Kids fügt hinzu: „Unsere Trainer:innen sind ehrenamtlich tätig. Zudem unterstützen uns die Wirtschaftskammer und namhafte Firmen. Deshalb können wir die Kurse kostenlos anbieten. Es ist lediglich ein Beitrag für das gemeinsame Mittagessen zu bezahlen“.
Programmieren für Anfänger:innen
In der WK-Bezirksstelle Lienz war der diesjährige Anfänger:innen-Workshop in der letzten Juli-Woche mit zwölf Kindern ausgebucht. „Nachdem ich als Kind selbst einen solchen Programmierkurs besucht habe, der meine Begeisterung für die Informatik geweckt hat, bin ich nun schon seit 4 Jahren als Trainer nicht nur in meinem Heimatbezirk Reutte, sondern auch in Innsbruck, Schwaz und hier in Lienz im Einsatz“, erzählt Philipp Winkler, der sein soeben absolviertes Bachelor-Studium Mechatronik am MCI im Herbst mit dem Masterlehrgang fortsetzen wird.
„Das kostenlose Open-Source-Programm Scratch hat sich als idealer Einstieg in die Welt des Programmierens bewährt. Dabei lernen die Kinder aber auch jene Basics, die für alle Programmiersprachen von Bedeutung sind, etwa was sind Variablen, Bindungen, Schleifen, Funktionen, Objekte etc. Sie beginnen damit, 2D-Minigames zu programmieren und können dabei ihre Kreativität entfalten. Bis zum Ende des Kurses setzen die Kinder allein oder zu zweit eigene Projekte um, die bei der Abschlussveranstaltung den Eltern und Geschwistern präsentiert werden“.
Erster Einblick
Coding4Kids-Vereinsobfrau Claudia Brandl berichtet, dass es inzwischen bei allen Workshops auch den „KI-Mittwoch“ gibt. „An der künstlichen Intelligenz führt kein Weg vorbei, weshalb man den Zug nicht verpassen darf. Wir geben den Kindern einen ersten Einblick, wie Maschinenlernen funktioniert und welche Werkzeuge dafür eingesetzt werden.“ Sie wies auch darauf hin, dass es neben Grundkursen wie jenem in Lienz Angebote für Fortgeschrittene gibt, bei denen auch andere Programmiersprachen erprobt werden können.
Coding4Kids hat jedenfalls gesellschaftliche Relevanz, da ein wertvoller Beitrag für die digitale Mündigkeit von Kindern und Jugendlichen und den Erwerb von Medienkompetenz geleistet wird. Die vermittelten digitalen Fähigkeiten beinhalten zudem logisches Denken, Projektplanung und Problemlösung. „Zwischendurch machen wir natürlich auch Bewegung und Spiele im Freien – in Lienz haben wir dafür im Garten der Bezirksstelle und im benachbarten Draupark ideale Bedingungen vorgefunden“, so Philipp Winkler. In ihrer Videobotschaft anlässlich der Abschlussveranstaltung im Saal der Bezirksstelle Lienz gratulierte Vereinsobfrau Claudia Brandl den Kindern zu ihren Leistungen und betonte: „Die digitale Kompetenz, die man in jungen Jahren aufbaut, kann einem niemand mehr wegnehmen.“
Tolles Engagement
Bezirksstellenobfrau Michaela Hysek-Unterweger ließ es sich nicht nehmen, sich selbst davon zu überzeugen, was die Kinder in einer Kurswoche erlernt haben, und bedankte sich beim Trainer für seinen großartigen Einsatz, bei den Eltern für ihr Vertrauen und schließlich bei den jungen Kursteilnehmer:innen für ihr vorbildliches Engagement und die Bereitschaft, in den Sommerferien etwas Neues zu erlernen. „Im nächsten Jahr möchten wir auch einen Fortgeschrittenen-Kurs anbieten, nachdem die meisten Kinder ihre Programmierkenntnisse vertiefen möchten“, kündigte die Bezirksstellenobfrau an.
Bei der abschließenden Projektpräsentation waren die jungen „Absolvent:innen“ noch einmal gefordert: Schließlich mussten sie vor Publikum sprechen und ihre Programme erklären: Mit welchen Codes wurde gearbeitet, was ist beim Programmieren leicht- und was schwergefallen, wie funktioniert das jeweilige Spiel, wann hat man gewonnen oder verloren. Eines der vier Mädchen im Workshop, war schon zum dritten Mal dabei und hat für ihr Spiel „Experiment“ ein besonders aufwändiges und fantasievolles Programm geschrieben. „Aufgrund des Umfanges hat sie auch noch zu Hause an ihrem Projekt weitergearbeitet. Ich muss zugeben, dass ich selbst noch kein so komplexes Spiel programmiert habe“, zeigte sich Philipp Winkler beeindruckt vom Können der Teilnehmerin. „Jedes einzelne Kind war mit vollem Einsatz und Begeisterung dabei. Es war für uns alle eine tolle Woche!
Weitere Infos: www.coding4kids.at