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Mehrere Kinder befinden sich in einem thematisch gestalteten Innenraum mit dem Titel „Kinder-Erlebnis-Raum KiERa“. Der Raum ist wie eine Tankstelle gestaltet, mit einer Zapfsäule, Beschriftungen und einer illustrierten Wanddarstellung. Die Kinder stehen und sitzen innerhalb der Installation und blicken in die Kamera.
© WK Tirol

Energie zum Anfassen – KiERa tourt durch Tirol

Kinder eilen von Aufgabe zu Aufgabe, rätseln, drehen, probieren aus. Es wird gerechnet, geschätzt, verglichen – und manchmal jubelnd gerufen,wenn etwas passt. In diesem Moment wird Energie greifbar – als Erlebnis.

Lesedauer: 3 Minuten

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02.03.2026

Was hier spielerisch beginnt, ist Teil eines größeren Ganzen. Mit dem KiERa – dem Kinder-Erlebnis-Raum Energie – tourte die Fachgruppe Energiehandel der Wirtschaftskammer Tirol durch sämtliche Tiroler Bezirke. In jeder Bezirksstelle wurde aus Theorie Praxis. Mehr als 2800 Schüler:innen aus Gymnasien, Volks- und Mittelschulen nahmen tirolweit am KiERa teil. Insgesamt konnten in den vergangenen fünf Jahren bereits über 10.000 Kinder durch die Erlebnis-Kojen begleitet werden.

Energie soll nicht nur erklärt, sondern verstanden werden. Ziel des Projektes war das Thema Energie sachlich und neutral darzustellen und Kindern einen altersgerechten Zugang zu diesem abstrakten Thema zu ermöglichen.. Kinder setzten sich mit unterschiedlichen Energieformen auseinander, analysierten den Verbrauch von Haushaltsgeräten, diskutierten über fossile Energieträger ebenso wie über Wasserstoff, E-Fuels oder Strom – und darüber, welche Energieform am richtigen Einsatzort Sinn macht. Statt Frontalunterricht gab es Aufgaben, die im Team zu lösen waren, Aha-Momente und viele Fragen. Sehr viele Fragen.

Dass dieses Konzept flächendeckend umgesetzt werden konnte, ist kein Zufall. Organisiert und pädagogisch begleitet wurde der KiERa von Nadja und Stefan Elmer von der „EEC – Die Bildungswerkstatt“. Mit viel Erfahrung in der Bildungsarbeit verwandelten sie jede Bezirksstelle in einen Lernraum, der gleichermaßen informiert und begeistert.

Begriffe, die sonst abstrakt bleiben, bekamen Substanz.

Von Reutte bis Lienz wiederholte sich das Bild: Kinder, die plötzlich begreifen, was hinter Energieversorgung insgesamt steckt – von der klassischen Heizquelle bis zu neuen alternativen Antrieben. In Landeck stehen Valentina und Emilia vor einer Station, die den Stromverbrauch im Haushalt sichtbar macht. Sie vergleichen Geräte, rechnen um, diskutieren. „Wir haben gelernt, wie man die vielen Geräte im Haushalt besser nutzen kann, um Strom zu sparen“, erzählen sie. Und Emilia ergänzt: „Jetzt weiß ich auch, was klimaneutral wirklich bedeutet.“

Auch Klima- und Umweltschutzanlagen wurden thematisiert. Etwa moderne Tankstellen oder Waschanlagen, die Wasser aufbereiten und Ressourcen schonen – im Unterschied zum Autowaschen zu Hause. Solche Beispiele machten deutlich, wie technologische Lösungen und verantwortungsvolles Verhalten zusammenspielen.

Alexander Gutmann, Obmann der Fachgruppe Energiehandel, sieht darin einen wichtigen Schritt: „Wenn wir einen echten, ernstgemeinten und effektiven Wandel erreichen wollen, braucht es Technologieoffenheit. Es wird nicht die eine Lösung geben – sondern alle zur Verfügung stehenden Energieformen und Innovationen. Dieses Verständnis möchten wir schon bei den Jüngsten verankern, denn sie werden unsere Energiezukunft mitgestalten.“

Dabei geht es nicht um einfache Antworten oder ein Entweder-oder. Gerade die Klimawende zeigt, wie komplex Energiefragen tatsächlich sind. Energie hat viele Gesichter. Ob Strom, Wasserstoff oder andere Energieträger – je nach Einsatz braucht es unterschiedliche Lösungen. Genau dieses Verständnis will der KiERa vermitteln. Dieses Bewusstsein für Zusammenhänge und die Vielfalt an Lösungen soll auch an die nächste Generation weitergegeben werden.

Gerade für einen Wirtschaftsstandort wie Tirol ist dieses frühe Verständnis entscheidend. Energie begleitet uns überall im Alltag – beim Kochen, Heizen, Duschen oder unterwegs. Wer schon als Kind begreift, wie Strom erzeugt, verteilt und genutzt wird, entwickelt ein anderes Bewusstsein für Ressourcen – und vielleicht auch Interesse an technischen Berufen, die unsere Energiezukunft sichern.

Der KiERa ist damit weit mehr als ein Projekttag. Er ist eine tirolweite Initiative, die Bewusstsein schafft – früh, praxisnah und ohne erhobenen Zeigefinger. Gerade in Zeiten, in denen Versorgungssicherheit, Energiepreise und Klimaziele öffentliche Debatten prägen, braucht es dieses grundlegende Verständnis.

Vielleicht waren es nur viele kleine Stationen zum Rätseln, Tüfteln und Ausprobieren. Doch in neun Bezirken ging noch etwas anderes an: Neugier. Und ein erstes Bewusstsein dafür, dass Energie nicht selbstverständlich ist – sondern gestaltet werden kann.







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