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Rückenansicht von vier Jugendlichen, die in einer Bibliothek auf Sesseln sitzen. Ein Teenager hebt die rechte Hand. Ihnen gegenüber steht eine Person neben einer Tafel mit Zetteln
© AnnaStills | stock.adobe.com

Finanzbildung fürs echte Leben

Eine neue Initiative bündelt Kräfte, bestehende Angebote und Praxiswissen. Ziel ist, Jugendliche besser auf finanzielle Entscheidungen vorzubereiten.

Lesedauer: 3 Minuten

Aktualisiert am 27.08.2026

Ein Handy auf Raten kaufen. Das erste Moped oder Auto finanzieren. Einen Mietvertrag abschließen. Ein Haushaltsbudget planen. Das sind Entscheidungen, die junge Menschen spätestens dann treffen müssen, wenn sie im „echten Leben“ ankommen. In der Schule werden diese Fragen aber oft nur am Rand behandelt. „Genau hier setzt ein neuer gemeinsamer Weg an: Finanzbildung soll früher, praxisnäher und sys­tematischer bei Jugendlichen verankert werden“, erklärt WK-Präsidentin Barbara Thaler.

Die Tiroler Initiative ist breit aufgestellt und wird von zahlreichen Partnern unterstützt: von der WK mit den Sparten Bank und Versicherung sowie Information und Consulting und der Fachgruppe der Finanzdienstleister, dem MCI, der Volkswirtschaftlichen Gesellschaft, dem Land Tirol, der Industriellenvereinigung, der Oesterreichischen Nationalbank, der AK, der Stiftung Wirtschaftsbildung sowie von Bankenvertretern. In Tirol sollen bestehende Aktivitäten verbessert, gebündelt und stärker aufeinander abgestimmt werden. „Finanzbildung muss dort ansetzen, wo Jugendliche Orientierung brauchen: bei Entscheidungen, die ihren Alltag und ihre Zukunft betreffen. Dafür reicht es nicht, einzelne Begriffe zu erklären. Es braucht Angebote, die wirtschaftliche Zusammenhänge greifbar machen und Jugendliche im Alltag stärken“, betont Sybille Regensberger, Obfrau der Sparte Information und Consulting.

Entscheidende Zukunftskompetenz

Finanz- und Wirtschaftsbildung soll im Unterricht praktisch erfahrbar werden – etwa durch Projekte, Planspiele oder unternehmerische Lernformen. Dafür braucht es nicht nur gute Konzepte, sondern auch gut ausgebildete Pädagog:innen, die diese Themen verständlich, neutral und konkret vermitteln können. Für Patrick Götz, Obmann der Sparte Bank und Versicherung, ist Finanzbildung eine entscheidende Zukunftskompetenz: „Gerade junge Menschen wünschen sich mehr Finanzwissen, um ihre Zukunft selbstbestimmt gestalten zu können. Finanzbildung fördert Eigenverantwortung und ist zugleich ein wichtiger Baustein für einen wettbewerbsfähigen und zukunftsfitten Wirtschaftsstandort“, betont Götz. 

Wirtschaftsbildung ist Lebensbildung

Dass der Zeitpunkt für eine gemeinsame Initiative günstig ist, zeigt der politische und gesellschaftliche Rückenwind. In der aktuellen Konsumentenbefragung der WK Tirol sprechen sich rund 80 % der Tirolerinnen und Tiroler für zusätzliche Unterrichtsbereiche wie Wirtschaftsbildung und Berufsorientierung aus. „Dahinter steht eine einfache Erkenntnis: Wirtschaftsbildung ist Lebensbildung. Wer versteht, wie Arbeit, Einkommen, Preise, Steuern, Unternehmen und persönliche Finanzentscheidungen zusammenhängen, ist im Alltag besser gerüstet“, erklärt Barbara Thaler. Auch auf Bundesebene gibt es Bewegung.

Das Bildungsministerium will Wirtschafts- und Finanzbildung stärker im Schulsystem verankern. Für Tirol ist das eine Chance: Was auf Bundesebene vorbereitet wird, muss nun vor Ort mit Leben gefüllt werden. Auch die Jugendlichen selbst zeigen eine hohe Bereitschaft für eine Stärkung der Finanzbildung, wie die aktuelle YEP-Jugendstudie belegt. Aus guten Gründen: „Finanzbildung befähigt Menschen, fundierte finanzielle Entscheidungen zu treffen und auch Informationen und Beratungen dazu richtig einzuordnen – und schützt damit vor finanziellen Fehlentscheidungen und Fehltritten“, unterstreicht Michael Posselt, Obmann der Finanzdienstleister in der WK Tirol.

Vom Rückenwind zur Umsetzung

Bei dieser günstigen Ausgangslage setzt die Tiroler Arbeitsgruppe an. Sie kann bestehende Angebote sichtbarer machen, neue Formate entwickeln und Kräfte bündeln. So soll beispielsweise der von WK Tirol und Oesterreichischer Nationalbank im Oktober veranstaltete „Tag der Finanzbildung“ das Thema weiter in die Öffentlichkeit tragen, Schulen, Institutionen und Praxispartner zusammenbringen und zeigen, wie alltagsnahe Vermittlung gelingen kann. „Diese Veranstaltung ist Auftakt und Signal zugleich: Tirol will jungen Menschen mehr Sicherheit im Umgang mit Geld geben – und ihnen jene wirtschaftlichen Grundkompetenzen vermitteln, die sie im echten Leben brauchen“, betont Präsidentin Barbara Thaler.

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