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Ein weißes Elektroauto ist zur Hälfte zu sehen. Es wird an einer E-Tankstelle aufgeladen, die durch ihre grüne Farbe das Bild dominiert. Die Ladestation befindet sich an einer Steinmauer.  Im Hintergrund sieht man verschwommen eine  Garage,
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Geplanter Sachbezug bringt E-Mobilität unter Druck

Österreich hat ambitionierte Klimaziele. Gleichzeitig plant die Bundesregierung eine Maßnahme, die einem dieser Ziele direkt zuwiderläuft: einen Sachbezug auf elektrische Firmenfahrzeuge. Was auf dem Papier wie eine Steuerkorrektur aussieht, hat in der Praxis weitreichende Konsequenzen – für Tiroler Betriebe, ihre Beschäftigten und den Ausbau der Ladeinfrastruktur im Land.

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Aktualisiert am 20.05.2026

Bis dato gilt für die private Mitnutzung von E-Dienstfahrzeugen kein Sachbezug. Dieser Vorteil beruht auf einer bewussten politischen Entscheidung: Der Staat wollte den Umstieg auf emissionsfreie Mobilität aktiv fördern und setzte dabei bewusst auf steuerliche Anreize. Das Kalkül ging auf – die Zahl der E-Firmenfahrzeuge stieg in den vergangenen Jahren kontinuierlich. Nun soll dieser Anreiz wegfallen – mitten in einer Phase, in der viele Unternehmen ihre Fuhrparks gerade erst umgestellt haben und die nächsten Investitionsschritte planen.

Denkbar ungünstig

„Das ist ein Rückschlag zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Betriebe, die konsequent auf E-Mobilität gesetzt haben, werden jetzt bestraft – obwohl sie genau das getan haben, was die Politik jahrelang gefordert hat“, sagt Roman Eberharter, Obmann des Tiroler Handels. „Verlässlichkeit ist die Grundvoraussetzung für unternehmerische Planung. Wer die Spielregeln ändert, während das Spiel läuft, darf sich nicht wundern, wenn das Vertrauen in politische Rahmenbedingungen schwindet.“ 

Für den Tiroler Elektrohandel ist die Dimension des Problems größer als ein steuerlicher Einzeleingriff. Denn E-Fahrzeuge sind der Nachfragetreiber für ein ganzes Ökosystem: Ladepunkte in Betrieben, Wallboxen in Garagen, Lastmanagementsysteme, Netzanschlüsse und Photovoltaikanlagen. Weniger Dienstwägen mit Stecker heißt weniger Aufträge entlang dieser gesamten Wertschöpfungskette – und das in einer Branche, die ohnehin unter dem schwachen Bauumfeld der vergangenen Jahre leidet.

„Für unsere Branche hängt an jedem E-Fahrzeug eine ganze Reihe weiterer Investitionen. Wenn der Anreiz für Firmenwägen wegfällt, spüren wir das unmittelbar – und mit uns alle Betriebe, die in den Aufbau klimafreundlicher Infrastruktur investiert haben“, erklärt Christian Mühlthaler, Sprecher des Tiroler Elektrohandels. „E-Mobilität ist kein isoliertes Produkt. Sie ist der Startschuss für Folgeinvestitionen in Ladetechnik, Speicherlösungen und smarte Gebäudetechnik. Wer diesen Impuls schwächt, bremst die gesamte Energiewende – nicht nur ein Fahrzeugsegment.“

Hinzu kommt ein Wettbewerbsaspekt, der im wirtschaftspolitischen Diskurs oft untergeht: Tiroler Unternehmen konkurrieren beim Thema Fachkräftegewinnung nicht nur regional, sondern auch mit Betrieben im benachbarten Ausland. Das steuerfreie E-Dienstfahrzeug war für viele ein attraktives Element im Gehaltspaket. Fällt dieser Vorteil weg, verlieren Tiroler Arbeitgeber ein Argument im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Klare Regeln gefordert

Die Wirtschaft fordert daher klare Übergangsregelungen: Bestehende Leasingverträge und bereits getätigte Investitionen müssen geschützt bleiben. Neuregelungen dürfen ausschließlich für künftige Neuanschaffungen ab einem klar definierten Stichtag gelten. Darüber hinaus appelliert Spartenobmann Eberharter an die Bundesregierung, die geplante Maßnahme grundlegend zu überdenken. „Budgetkonsolidierung ist notwendig und legitim – aber sie muss auf der Ausgabenseite ansetzen, nicht durch neue Belastungen für jene Betriebe, die konsequent in Zukunftstechnologien investieren“, so Eberharter, der ergänzt:  „Die Energiewende braucht verlässliche Rahmenbedingungen – keine kurzfristigen fiskalischen Korrekturen, die langfristige Investitionsbereitschaft unter­graben.“

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