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Konsumlage gedämpft, Aufhellung in Sicht

Trotz schwacher Konsumstimmung geben Optimismus, sinkende Energiekosten und mehr Wirtschaftsbildung Hoffnung.

Lesedauer: 3 Minuten

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Aktualisiert am 01.07.2026

Die WK Tirol hat gemeinsam mit der Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung (GAW) und der TT im Zuge der Konsumentenbefragung die Stimmungslage der Tiroler Bevölkerung erhoben. Die Ergebnisse zeigen in Zahlen, was viele spüren: Weltpolitik, Teuerung und Unsicherheit drücken auf die Konsumstimmung. Wenn Anschaffungen verschoben werden, trifft das zuerst Handel, Gewerbe und konsumnahe Dienstleistungen. 

Konsumklima-Index am Tiefststand

Der Tiroler Konsumklima-Index ist im Frühjahr 2026 auf minus 22 Punkte gefallen – den tiefsten Wert der bisherigen Erhebung. Nur 7 % sehen die gesamte wirtschaftliche und politische Entwicklung der kommenden zwölf Monate optimistisch, 54 % sind pessimistisch, 39 % neutral. Die größten Sorgen bereitet mit 50 % die weltpolitische Lage. Dahinter folgen Teuerung und steigende Lebenshaltungskosten mit 46 %. Dass nur 11 % die Wirtschaftslage als größte Sorge nennen, zeigt: Die Menschen erleben Unsicherheit vor allem über Preise, Energie und mangelnde Planbarkeit. „Die Tirolerinnen und Tiroler sind nicht mutlos. Aber sie sind vorsichtig, weil vieles im Umfeld unsicher ist“, betont WK-Präsidentin Barbara Thaler.

Diese Vorsicht schlägt sich direkt im Konsum nieder. 40 % schieben derzeit Konsumwünsche zwischen 500 und 1000 Euro auf unbestimmte Zeit auf. Bei größeren Anschaffungen wie Möbeln, Küche oder Auto halten nur 4 % den Zeitpunkt für günstig. Gleichzeitig erreicht die Bereitschaft zu sparen mit 84 % einen neuen Höchststand. „Für die Wirtschaft heißt das: Geld, das nicht ausgegeben wird, fehlt in den Betrieben. Konsum hält Betriebe in Bewegung, sichert Aufträge und stärkt den Standort“, sagt Barbara Thaler.

Vorsichtiger Optimismus

Trotzdem enthält die Befragung Lichtblicke. Besonders wichtig ist die Sicht auf die eigene Lebenssituation: 33 % sind für die kommenden zwölf Monate optimistisch, 50 % neutral und nur 17 % pessimistisch. „Das ist deutlich positiver als die Einschätzung der allgemeinen Entwicklung. Wirtschaft ist immer auch Psychologie. Wenn Menschen ihre persönliche Situation als stabil erleben, kann daraus Vertrauen entstehen“, erklärt Thaler. 

Auch die aktuellen Prognosen lassen etwas mehr Zuversicht zu. WIFO und IHS erwarten für Österreich heuer ein reales Wachstum bis zu 0,9 %. Zugleich sollte sich die Inflation nach dem energiepreisbedingten Anstieg wieder abschwächen. Für 2026 liegen die Prognosen bei 3,0 bis 3,2 %, für 2027 darunter. Wenn Öl- und Spritpreise weiter nachgeben und die Teuerung sinkt, kann auch die Konsumstimmung besser werden. „Die Politik muss dazu Entlastung, Verlässlichkeit und klare Rahmenbedingungen beitragen. Der wichtigste Hebel gegen Unsicherheit ist Planbarkeit“, sagt die Präsidentin.

Eine zentrale Frage bleibt die Energie. In der Befragung sagen 52 %, dass die aktuellen Energiekosten ihren Haushalt eher stark oder sehr stark belasten. Deshalb sind aktuelle und angekündigte Entlastungen wichtig: die Senkung der Elektrizitätsabgabe, die Dämpfung der Netzkosten, die Spritpreisbremse, ein Energiekrisenmechanismus bei extremen Strompreisen und das angekündigte Industriestrompaket. „Langfristig braucht Tirol leistbare, sichere und erneuerbare Energie. Die Wasserkraft spielt dabei eine Schlüsselrolle“, betont Barbara Thaler. 

Mehr Wirtschaftsbildung gefragt

Abgefragt wurde auch die Einstellung zur Wirtschaftsbildung in den Schulen. Rund 80 % befürworten zusätzliche Unterrichtsbereiche wie Wirtschaftsbildung und Berufsorientierung. Gerade in schwierigeren Zeiten wird deutlich, wie wichtig finanzielle Grundkenntnisse sind: Wie plane ich meine Haushaltsausgaben? Was gibt es bei Krediten zu beachten? Wie finde ich die beste Ausbildung für mich? „Wirtschaftsbildung ist Lebensbildung. Junge Menschen müssen verstehen, wie Arbeit, Einkommen, Preise und persönliche Finanzentscheidungen zusammenhängen“, sagt Thaler.

Die Lage bleibt angespannt. Die Konsumstimmung ist schwach, viele Haushalte sparen und verschieben Anschaffungen. Gleichzeitig ist die eigene Lebenssituation stabiler, als es die allgemeine Stimmung vermuten lässt, und die Prognosen zeigen erste Tendenzen nach oben. „Jetzt kommt es darauf an, dass die Politik Konsumenten und Betrieben Rückenwind verschafft. Dann kann aus Vorsicht wieder Vertrauen werden – und aus Vertrauen wieder Konsum, Investition und Wachstum“, betont die Präsidentin. 

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