Untersuchungen nach Section 232 (des Trade Expansion Act von 1962)
Überprüfung von diversen Produktgruppen, die die nationale Sicherheit gefährden könnten
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Die Untersuchungen nach Section 232 des Trade Expansion Act 1962 dienen aus Sicht der US-Regierung dazu, zu prüfen, ob bestimmte Importe die nationale Sicherheit der USA beeinträchtigen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob Umfang, Struktur und Herkunft der Einfuhren die Fähigkeit der US‑Industrie schwächen, den inländischen Bedarf in sicherheitsrelevanten Bereichen zu decken. Section‑232‑Untersuchungen können sich auf einzelne Produkte oder ganze Branchen beziehen und bilden die Grundlage für mögliche handelspolitische Maßnahmen wie Zölle oder Importbeschränkungen.
Was wird untersucht
Aktuell laufen folgende Überprüfungen:
Anthrazitkohle
Die US-Regierung hat am 29. Juni 2026 eine formelle Untersuchung auf Basis von Paragraph 232 für den Import von Antharzitkohle angekündigt.
» Untersuchung zum Import von Anthrazitkohle
Roboter und Industriemaschinen
Die US-Regierung hat am 2. September 2025 eine formelle Untersuchung auf Basis von Paragraph 232 für den Import von Robotern und Industriemaschinen angekündigt.
» Untersuchung zum Import von Robotern und Industriemaschinen
Schutzausrüstungen und Medizinprodukte
Die US-Regierung prüft seit 2. September 2025 auf Basis von Paragraph 232 neue Handelsmaßnahmen für den Import von persönlichen Schutzausrüstungen und Medizinprodukten.
» Untersuchung zum Import von Schutzausrüstungen und Medizinprodukten
Wind-Turbinen
Die US-Regierung hat am 13. August 2025 eine formelle Untersuchung auf Basis von Paragraph 232 für den Import von Windturbinen angekündigt.
» Untersuchung zum Import von Windturbinen
Drohnen, Unbemannte Luftfahrzeuge (UAVs)
Die US-Regierung hat am 1. Juli 2025 eine formelle Untersuchung auf Basis von Paragraph 232 für den Import von Unbemannten Luftfahrzeugen (UAVs, Drohnen) angekündigt.
» Untersuchung zum Import von Unbemannten Luftfahrzeugsystemen und -komponenten
Abgeschlossene Untersuchungen
Die folgenden Untersuchungen wurden abgeschlossen. Details zu den sektorellen Bestimmungen finden Sie auf den jeweiligen Unterseiten:
Section 232: Zölle auf Aluminium/Stahl/Kupfer
Seit 6. April 2026 gelten neue Regelungen für Aluminium-, Stahl- und Kupferwaren.
Section 232: Zölle auf pharmazeutische Produkte und Inhaltsstoffe
Mit 31. Juli 2026 bzw. 29. September 2026 gelten neue Regelungen für Pharma-Produkte und Inhaltsstoffe.
Section 232: Zölle auf KFZ/LKW, KFZ/LKW-Teile und Busse
Seit 29. April 2025 fallen mit mehreren Änderungen Importzölle auf KFZ und Autos, deren Teile und Busse an.
Section 232: Zölle auf Holz, Schnittholz und deren Derivate
Seit 14. Oktober 2025 gelten Zollmaßnahmen auf bestimmte Holzwaren, Schnittholz und Holz-Derivate.
Section 232 Zölle auf kritische Mineralien und deren Derivate
Am 14. Jänner verkündete die US-Regierung, dass vorerst keine spezifischen Zölle auf den Import von kritischen Mineralien und deren Derivate erhoben werden.
Section 232 Zölle auf Halbleiter, Halbleiterfertigungsgeräte und Derivatprodukte
Seit 15. Jänner 2026 gelten Zollmaßnahmen für einige Halbleiter.
Section 232 Zölle auf Flugzeuge und Triebwerke
Am 9. Juli 2026 wurden die Paragraph 232-Untersuchungen zur Einfuhr von Verkehrsflugzeugen, Triebwerken und Flugzeugteilen abgeschlossen und veröffentlicht.
Polysilizium
Mit 5. Dezember 2026 treten Zölle auf Polysilizium in Kraft.
Präsidentielle Rechtsakte, Rechtsgrundlage und praktische Implikationen
Section 232-Untersuchungen basieren auf dem Abschnitt 232 des Trade Expansion Act von 1962, der 1988 durch das Trade Act of 1988 (P.L. 100-418) ergänzt wurde. Dieser Abschnitt ermöglicht es der US-Regierung mittels formaler Überprüfung festzustellen, ob Importe von diversen Produktgruppen die nationale Sicherheit gefährden. Mit den Überprüfungen ist das Bureau of Security and Industry des US-Handelsministeriums (Department of Commerce) betraut. Untersuchungen dieser Art müssen innerhalb von 270 Tagen nach ihrer Ankündigung abgeschlossen sein; Ergebnisse können jedoch auch rascher vorliegen. Nach Erhalt des Berichts hat der Präsident 90 Tage Zeit, um zu entscheiden, ob er den Empfehlungen des Handelsministeriums zustimmt und welche Maßnahmen zu ergreifen sind.