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Drei Männer posieren bei einer Abendveranstaltung vor einem Roll-up mit der Aufschrift „Top im Ecommerce“, im Hintergrund gedeckte Tische mit Gästen
© Wolfgang Handler
Sparte Handel

Jeder Einkauf ist eine Standortentscheidung

Bei der Kärntner Handels-Soiree am 2. Oktober 2026 stimmten sich Händler:innen aus allen 18 Gremien gemeinsam auf das Weihnachtsgeschäft ein.

Lesedauer: 3 Minuten

21.10.2026

"Der Austausch zwischen den Betrieben ist gerade in einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld wichtig. Viele Themen betreffen nicht nur einzelne Branchen, sondern den Handel insgesamt", sagt KommR Raimund Haberl, Obmann der Sparte Handel. Genau dieser Austausch kam schon beim Aperitif an der Bar im Congress Center Wörthersee in Pörtschach in Gang. Für inhaltliche Denkanstöße sorgten anschließend zwei kurze Impulse aus den eigenen Reihen. Den Anfang machte Walter Sabitzer, Obmann des Kärntner Elektro- und Einrichtungsfachhandels, mit einer einfachen, aber wirkungsvollen Frage: "Überlegen Sie sich, was mit einem einzelnen Euro passiert." Fließe dieser zu einem großen chinesischen Onlinehändler, sei er weg. Werde er in Österreich ausgegeben, bleibe er im Umlauf. "Wir finanzieren dadurch den Fußballverein unserer Gemeinde genauso wie Schulen, Kindergärten und das Gesundheitssystem. Das ist pure Wertschöpfung", sagt Sabitzer. Jeder Einkauf sei nicht nur eine Produktentscheidung, sondern gleichzeitig auch eine Standortentscheidung! Bevor man auf "Bestellen" klicke, solle man daher prüfen, ob es das Produkt nicht auch im Geschäft um die Ecke gebe. Um dieses Bewusstsein zu stärken, wurden die Kampagnen heimkaufen.at und "Prima statt Prime" ins Leben gerufen. "Jeder Betrieb aus Kärnten kann sich dort anmelden und mitmachen", so Sabitzer. 

Publikum sitzt an weiß gedeckten Tischen in einem Veranstaltungssaal und applaudiert
© Wolfgang Handler

Online denken, regional handeln

Markus Miklautsch, Obmann des Kärntner Versandhandels, griff in seinem Impuls die aktuellen Entwicklungen auf: "Für uns Händler hat sich in den letzten Tagen einiges geändert, zum Beispiel durch die Paketsteuer." Seit Oktober 2026 müssen große Versandhändler mit mehr als 100 Millionen Euro Versandumsatz in Österreich für jedes an Privatkund:innen zugestellte Paket eine Abgabe von zwei Euro entrichten. Gleichzeitig stellte Miklautsch klar, dass es nicht darum gehe, Onlineshops pauschal schlechtzureden, sondern die großen Plattformen aus Asien kritisch zu sehen. Auch bei kleinen, regionalen Onlineshops bleibe das Geld in Österreich. Sein Rat an die Kolleg:innen: über die Grenzen Klagenfurts und Kärntens hinausdenken. "Ich verkaufe Küchengriffe im Landhausstil, und nicht jeder in Klagenfurt braucht solche Griffe. Also denke ich österreichweit und sogar europaweit." Über seinen Onlineshop stoßen inzwischen auch zahlreiche Kund:innen aus dem Ausland auf seine Produkte. 

Bürokratie bleibt Thema

Auch die bürokratischen Belastungen für Handelsbetriebe wurden diskutiert. Besonders die Vorgaben im Verpackungsbereich und die damit verbundenen Dokumentations- und Nachweispflichten beschäftigen viele Unternehmen weiterhin. Der Kärntner Handel fordert daher einfachere und praxistauglichere Regelungen sowie eine Entlastung bei administrativen Verpflichtungen. Haberl: "Es geht nicht darum, notwendige Regelungen grundsätzlich infrage zu stellen. Entscheidend ist, dass sie im betrieblichen Alltag umsetzbar bleiben. Unsere Betriebe wollen sich um ihre Kund:innen, ihre Mitarbeiter:innen und ihre Unternehmen kümmern – und nicht immer mehr Zeit mit Formularen, Nachweisen und Dokumentationspflichten verbringen. Gerade kleinere Unternehmen stoßen bei zusätzlichen administrativen Anforderungen zunehmend an ihre Grenzen." 

Nach den Impulsen wurde bei Livemusik und einem herzhaften Buffet angeregt weiterdiskutiert, Erfahrungen ausgetauscht und viel genetzwerkt. So wurde die Handels-Soiree zu dem, was sie sein sollte: ein Abend der Begegnung, der den Kärntner Handel gestärkt in die intensivste Zeit des Jahres schickt.

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