Präsidenten der Wirtschaftskammer Kärnten
1851 bis 1938
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Peter Kretz (1851-1854)
Peter Kretz war als Werksdirektor der Dickmann´schen Werke neben Jakob Scheließnig der führende Kopf im „Komitee zur Errichtung einer Handelskammer in Kärnten.“ In deren konstituierender Sitzung am 23. April 1851 wurde er zu ihrem ersten Präsidenten gewählt. Ihm gelang es, am Alten Platz (Haus Nr. 29) zwei Zimmer als Amtsräume anzumieten und Organisationsstrukturen aufzubauen.
Franz Edler von Rosthorn (1854-1870)
Franz Edler von Rosthorn war Montanunternehmer und Politiker. 1854 zum Präsidenten gewählt, gelang es ihm, dass die Stadt Klagenfurt 1859 der Kammer im Rosenberg´schen Palais (heute: Rathaus, Neuer Platz, Nr. 1) zwei größere Räume als Amtssitz zur Verfügung stellte. Der Schwerpunkt seiner Aktivitäten konzentrierte sich auf die Rettung der kriselnden Montanwirtschaft. Während seiner Präsidentschaft erhielt Kärnten 1863 den ersten Anschluss an das österreichische Eisenbahnnetz.
Josef Mayer (1870-1874)
Josef Mayer setzte den wirtschaftspolitischen Kurs seines Vorgängers fort und engagierte sich für den Ausbau der infrastrukturellen Rahmenbedingungen für die Industrie. Er machte sich zu einem massiven Fürsprecher für einen forcierten Ausbau des Eisenbahnnetzes im Lande.
Karl Hillinger (1874-1902)
Der Egger'scher Werks- und Güterinspektor und Langzeitabgeordneter zum Kärntner Landtag (36 Jahre 24 Tage) positionierte die Kammer in seiner 18-jährigen Amtszeit als eine zentrale wirtschaftspolitische Kraft im Land. Zudem trieb er in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Projekte voran, die die industriell-gewerblichen Strukturen verbesserten und Kärnten stärker in den Markt der Habsburgermonarchie einband.
Ambros Umlauft (1902-1904)
Ambros Umlauft legte als Inhaber eines Putz- und Modewarengeschäft in Klagenfurt.den Fokus auf die Stärkung des regionalen Wirtschaftsstandorts und der Vernetzung der Kärntner Kaufleute. Zu diesem Zweck nutzte er wie seine Vorgänger seine Position als Kammerpräsident wie auch als Landtagsabgeordneter, um die Anliegen der Wirtschaft im Landtag zu vertreten.
Max (Ritter von) Burger, 1904-1921 (Bild vorhanden)
Max Burger führte als Inhaber einer Tuchfabrik die Kammer durch die schwierige Zeit des Ersten Weltkriegs sowie die folgende Umbruchphase. Während der Kriegsjahre bildete er die zentrale Schnittstelle zwischen der staatlichen Kriegsverwaltung und der regionalen Wirtschaft. Ihm ging es um die bestmögliche Organisierung der Rohstoffbewirtschaftung und die Aufrechterhaltung der Produktion. Als Landtagsabgeordneter setzte er sich für die steuerliche Entlastung der Gewerbetreibenden ein.
Ludwig Moschner (1921-1931)
Ludwig Moschner wurde 1865 in Weiz in der Steiermark geboren und war Inhaber einer Maschninenfabrik und Metallgießerei in Klagenfurt. 1902 rief er gemeinsam mit den namhaften Industriellen Siegmund Fischl, Paul Hatheyer, Philipp Knoch, Otto Lemisch und Otto Madile die Sektion Kärnten des Bundes österreichischer Industrieller ins Leben, der er bis 1921 als Obmann vorstand. Danach war er bis 1931 Präsident der Handels- und Gewerbekammer.
Otto Umlauft (1931-1936)
Otto Umlauft war Inhaber einer Wäscherei und in den früheren Jahren einer Wäscheerzeugung. 1920 wurde er in das Direktorium der Kärntner Sparkassen berufen. Gemeinsam mit dem Industriellen und früheren Kammerpräsidenten Ludwig Moschner und dem Silberwarenfabrikanten Alois Kern gründete er 1928 den Rotaryclub Klagenfurt und wurde 1931 - als Nachfolger Moschners - Präsident der Gewerbe- und Handelskammer.
Carl Winkler (1936-1938)
Carl Winkler oblag, vom Handelsministerium damit betraut, als Regierungskommissär die Leitung der Kammer in der Zeit des „autoritären Ständestaates“. Als solcher fungierte er als verlängerter Arm der staatlichen Wirtschaftspolitik und engagierte sich in schwierigen Zeiten für belebende Maßnahmen für die Kärntner Wirtschaft ein.