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Strandbad Velden mit Schloss im Hintergrund
© KK

Wirtschaft im Wandel

ab 1955

Lesedauer: 3 Minuten

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16.04.2026


Vom „Wirtschaftswunder“ zur „Erdölkrise“

Ab der Mitte der 1950er Jahre nimmt die industrielle Produktion volle Fahrt auf. Die Tore zum österreichischen „Wirtschaftswunder“ sind geöffnet. Unterstützt vom „Raab-Kamitz-Kurses“ partizipiert Kärnten am einsetzenden Wirtschaftsboom. Herr Kärntner und Frau Kärntnerin können sich, weil die Einkommen steigen, nun vieles, was davor nicht leistbar war, leisten: ein Auto, einen Fernsehapparat, einen Urlaub und … und … und. Zu den bestehenden Säulen der Landeswirtschaft kommt mit dem Tourismus ein weiteres zukunftsträchtiges Segment hinzu. Die Übernachtungszahlen nehmen rasant zu. Kärnten wird mehr und mehr zum Ziel erholungssuchender Feriengäste aus nah und fern. Mit der „Erdölkrise“ 1973 endet diese Periode des Booms.

Auf dem Weg zum modernen Industrie- und Dienstleistungsstandort

Die „Erdölkrise“ führt zu einem Ende der längsten Wachstumsphase der Nachkriegszeit. War die Kärntner Wirtschaft davor noch von einem Aufholprozess im Vergleich zum restlichen Österreich geprägt, setzt nun ein beschleunigter struktureller Wandel. Von diesem werden Industrie, Gewerbe und Handel gleichermaßen erfasst.  Das bedeutet den Übergang von der klassischen Schwerindustrie hin zu einer spezialisierten Fertigung und Technik. Im Tourismus erfolgten, um wetterresistenter zu werden, Investitionen in Qualität und Ganzjahresangebote. Einerseits wird die Wirtschaft effizienter, andererseits aber anfälliger für globale Marktschwankungen.

Phase eines tiefgreifenden Strukturwandels

Kärntens Wirtschaft befindet sich in einer Phase eines tiefgreifenden Strukturwandels, nach dem Beitritt Österreichs zur EU (1995) geprägt vom Eintritt in den europäischen Binnenmarkt. Man ist nun Teil eines Großwirtschaftsraumes. Neue Handelsmärkte und Kooperationen werden ermöglicht, aber der Konkurrenzdruck verstärkt sich. Der Aufstieg technologieintensiver Branchen intensiviert sich. In der Mikroindustrie bauen große Industriebetriebe ihre Kapazitäten massiv aus.

Eintritt in das digitale Zeitalter

Die wirtschaftliche Entwicklung ist von einem volatilen Wachstum sowie einem strukturellen Wandel hin zu einem starken Industriesektor bestimmt. Der Ausbau von Technologie-, Gründer- und Innovationszentren wird forciert. Ein markantes Beispiel für diese Entwicklung ist der Grundstein für Projekte wie den Lakeside Park in Klagenfurt. Mit der verstärkt einsetzenden Digitalisierung gründen sich vermehrt IT- und techniknahe Gewerbebetriebe. Die globale Wirtschaftskrise 2009 führt zu einem Wachstumseinbruch und einer Abflachung der Wachstumsdynamik. Der Zentralraum (Klagenfurt-Villach) entwickelt sich zunehmend zum High-Tech-Knotenpunkt mit Fokus auf Kooperationen zwischen Wirtschaft und Forschung.

Die Zukunft hat begonnen...

Kärnten beschreitet den Weg in die digitale Modernität. Als ein Teil des Clusters „Silicon Alps“ ist es ein Ziel, sich als internationaler Standort für Mikroelektronik und softwarebasierte Systeme zu etablieren. Mit der Errichtung der „Koralmbahn“, das bedeutendste Infrastrukturprojekt seit Jahrzehnten, entsteht in Südösterreich in Verbund mit der Steiermark ein neuer Ballungsraum (AREA Süd). Zugleich ist man nun mit der Anbindung an den Baltisch-Adriatischen Korridor besser in das europäische Hochleistungsnetz integriert.