Wirtschaft im Wandel
1921 bis 1955
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Die schwierigen 1920er-Jahre: die Landeswirtschaft in der Krise
Das Dezennium ist gekennzeichnet von einem Wechselspiel aus mühsamer Konsolidierung und partiellen Modernisierungs-schüben. Das Land muss sich nach dem Ersten Weltkrieg ökonomisch völlig neu orientieren. Man ist nun nicht mehr Teil eines Großwirtschaftsraumes, sondern befindet sich in einem Kleinstaat und in einer Randlage. Traditionellen Absatzmärkte gingen verloren, neue Zollgrenzen erschweren den Handel massiv. Der Ausbruch der Weltwirtschaftskrise 1929 stoppt die langsame Aufwärtsentwicklung.
Im Sog der Weltwirtschaftskrise, aber es gibt Lichtblicke
In Kärnten wird die Wirtschaft ab Anfang 1930 mit voller Wucht von den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise getroffen. Die Industrien verzeichneten schwere Einbußen in der Produktion, in der Auslastung und bei den Beschäftigungszahlen. Dem Gewerbe und Handel geht es nicht besser. Viele Unternehmen stellen ihren Betrieb völlig ein. Nur wenige können die Krise relativ gut überstehen. Die ohnehin hohe Arbeitslosigkeit steigt nochmals an und erreicht 1932 ihren Höhepunkt. Ein Lichtblick: Im Zuge eines Bauprogrammes der Regierung wird am 3. August 1935 nach fünfjähriger Bauzeit die Großglockner Hochalpen-straße eröffnet.
Langsame Erholung, aber keine wirtschaftliche Gesundung
Die wirtschaftliche Lage ist durch eine langsame Erholung geprägt. Die schlimmste Phase ist überwunden. Aber das Land leidet noch immer unter einem massiven Mangel an Investitionen und einer schwachen Kaufkraft der Bevölkerung. Die Zahl der Arbeitslosen bleibt hoch.
Anschluss an NS-Deutschland, Inferno des Zweiten Weltkrieges
Der Anschluss 1938 wandelte die Kärntner Wirtschaft zu einem integralen Bestandteil der deutschen Rüstungsmaschinerie um. Zu diesen Zweck werden Betriebe massiv ausgebaut oder neu gegründet, um für den Krieg zu produzieren. Es kommt auch, insbesondere im Handel, zu „Arisierungen“. Am 1. September 1939 beginnt der Zweite Weltkrieg. Für die Bevölkerung mündet dieser in einem Inferno. Im Jänner 1944 erreicht der Luftkrieg Kärnten. Verkehrsverbindungen und -knotenpunkte sowie Industrieanlagen werden zum Ziel alliierter Angriffe. Die Produktion kommt zunehmend zum Stillstand. Die Zerstörungen sind erheblich.
Verspätete Industrialisierung, auf dem Weg in die Wirtschaftswunderjahre
Anfang Mai 1945 ist das Inforno des Zweiten Weltkrieges in Europa zu Ende. Die Schäden sind gewaltig. Große Teile der Industrie, der Verkehrsinfrastruktur und auch Wohnungen sind zerstört. Vorrangiges Anliegen ist der Wiederaufbau. Die „Marshall-Hilfe“ ist eine willkommene finanzielle Unterstützung seitens der USA. Langsam geht es wieder aufwärts, bessere Zeiten zeichnen sich ab. Die Transformation zu einem Industrieland und einer Industriegesellschaft setzt intensiv ein.