Bauwirtschaftsradar 3. Quartal 2026: Gewerbeimmobilien weiter unter Druck
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„Unternehmen brauchen wieder mehr Spielraum für Investitionen. Es darf keine weiteren Belastungen geben, damit Betriebe notwendige Investitionen in Standorte, Produktionsflächen und Büros auch tatsächlich umsetzen können“, betont Wolfgang Ecker, Präsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ).
Die Situation am Markt für Gewerbeimmobilien bleibt angespannt. Wie das vom Economica Institut im Auftrag der WKNÖ erstellte Bauwirtschaftsradar für das 3. Quartal 2026 zeigt, sind die Baubewilligungen seit dem Höchststand im Jahr 2021 um rund 45 Prozent zurückgegangen und liegen mittlerweile sogar unter dem Niveau von 2010.
Zusätzlicher Druck entsteht durch die regulatorischen Anforderungen an die Finanzierung von Gewerbeimmobilien. Der sektorale Systemrisikopuffer wurde im Juli 2025 mit einem Prozent eingeführt und im Juli 2026 auf zwei Prozent angehoben. Ab Juli 2027 sind 3,5 Prozent vorgesehen. Für die Banken bedeutet das, dass sie für entsprechende Finanzierungen zusätzliches Eigenkapital vorhalten müssen. Der Gewerbeimmobilienmarkt steht damit gleich von mehreren Seiten unter Druck: Die Zahl der Projekte geht zurück, gleichzeitig wird die Finanzierung regulatorisch zusätzlich belastet.
Gerade angesichts des anhaltenden Investitionsbedarfs brauche es verlässliche Rahmenbedingungen. „Es braucht Augenmaß, damit notwendige Investitionen in Betriebsstandorte, Büros und andere Gewerbeimmobilien nicht zusätzlich ausgebremst werden. Investitionen brauchen Planungssicherheit und Rahmenbedingungen, die wirtschaftliche Projekte auch tatsächlich ermöglichen“, sagt Johannes Wild, Obmann der Fachgruppe Immobilien- und Vermögenstreuhänder in der WKNÖ.
Auch aus Sicht der Banken kommt es auf ausgewogene Rahmenbedingungen an. „Banken haben ein klares Interesse daran, wirtschaftlich tragfähige Projekte zu finanzieren. Gleichzeitig müssen sie die regulatorischen Eigenkapitalanforderungen erfüllen. Gerade in einem ohnehin rückläufigen Gewerbeimmobilienmarkt kommt es daher auf ausgewogene Rahmenbedingungen an“, erklärt Reinhard Karl, Obmann der Sparte Bank und Versicherung in der WKNÖ.
Für die Unternehmen sei entscheidend, dass Investitionen trotz der schwierigen Rahmenbedingungen finanzierbar bleiben. „Für Unternehmen sind Betriebsstandorte, Produktionsflächen und Büros langfristige Investitionen. Dafür braucht es Planungssicherheit und Finanzierungsbedingungen, die wirtschaftlich tragfähige Projekte ermöglichen. Die Stabilität des Finanzsystems ist wichtig – ebenso wichtig ist aber, dass notwendige Investitionen in der Realwirtschaft nicht zusätzlich ausgebremst werden“, so Ecker abschließend.
Das Online-Dashboard zum Bauwirtschaftsradar gibt es unter:
dashboard.economica.eu/bauwirtschaftsradar