Ecker: „Keine zusätzlichen Belastungen des Faktors Arbeit“
Der Präsident der Wirtschaftskammer NÖ spricht sich klar gegen neue Abgaben bei der Auflösung von Dienstverhältnissen aus.
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Im Zuge der laufenden Budgetverhandlungen wird unter dem Schlagwort „Zwischenparken beim AMS“ die Wiedereinführung der Auflösungsabgabe diskutiert. Demnach müssten Unternehmen bei Kündigungen sowie bei einvernehmlichen Auflösungen erneut eine Abgabe entrichten.
„Diese Abgabe wurde 2020 aus guten Gründen abgeschafft: Sie verursachte vor allem Bürokratie, ohne eine nachweisbare Lenkungswirkung zu entfalten. Aufgrund des Fachkräftemangels, wegen kürzerer Winter und anderer Faktoren ist das ,Zwischenparken‘ außerdem langfristig rückläufig. So hat sich der Anteil der kurzzeitigen Freistellungen an der Gesamtarbeitslosigkeit seit 1990 von 28 Prozent auf inzwischen (2023) 14 Prozent halbiert. Eine Wiedereinführung würde zusätzlich den Faktor Arbeit verteuern und wäre daher der völlig falsche Ansatz. Unsere Betriebe brauchen das Gegenteil: Maßnahmen, die Beschäftigung sichern, Unternehmen entlasten und die Lohnnebenkosten nachhaltig senken“, betont WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker.
Ecker: Unternehmen trennen sich nicht leichtfertig von Beschäftigten
Gerade in der aktuell angespannten wirtschaftlichen Lage würde eine solche Maßnahme jene Betriebe zusätzlich belasten, die aus betrieblichen Gründen auf flexible Beschäftigungsmodelle angewiesen sind. „Als Unternehmer und aus Gesprächen bei zahlreichen Betriebsbesuchen in ganz Niederösterreich weiß ich: Unternehmen trennen sich nicht leichtfertig von ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Auflösungen und Wiedereinstellungen sind mit organisatorischem Aufwand, Know-how-Verlust und dem Risiko verbunden, dass qualifizierte Fachkräfte nicht zurückkehren“, stellt Ecker klar.
Zudem ist in typischen Saisonbranchen wie Bau oder Tourismus eine durchgehende Beschäftigung oft nicht möglich. Gleichzeitig stehen diese Branchen durch steigende Löhne und hohe Energiekosten unter besonderem Druck. Zusätzliche Abgaben wären daher ein falsches Signal.
„Wir sprechen uns daher ausdrücklich gegen diese geplante sowie jede andere Maßnahme aus, die den Faktor Arbeit belastet und den positiven Effekt einer Reduktion der Lohnnebenkosten wieder verwässert, wie zum Beispiel durch die Senkung des Beitrags zum Familienlastenausgleichsfonds (FLAF)“, so der WKNÖ-Präsident.