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Präsident Wolfgang Ecker
© Rita Newman

Jede Betriebsnachfolge sichert 14 Arbeitsplätze

WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker: „Erfolgreiche Betriebsübergaben haben enormes Potenzial für die Wirtschaft in unserem Land.“

Lesedauer: 3 Minuten

Aktualisiert am 27.10.2026

„Bis 2035 stehen in Niederösterreich rund 9.800 Arbeitgeberunternehmen vor einer potenziellen Übergabe. Mit ihnen sind rund 128.800 Beschäftigte verbunden. Damit haben erfolgreiche Betriebsübergaben ein enormes Potenzial für die Wirtschaft in unserem Land!“, betont Wolfgang Ecker, Präsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich. Das bestätigen auch die Zahlen: Eine aktuelle Studie der KMU Forschung Austria zeigt, dass jede Nachfolge 14 Arbeitsplätze und 1,1 Millionen Euro direkte Wertschöpfung pro Jahr sichert.

Das sogenannte „Nachfolgepotenzial“ entspricht 26,4 Prozent der Arbeitgeberunternehmen im Bundesland. Damit hat mehr als jedes vierte Unternehmen in Niederösterreich das Potenzial, in den kommenden Jahren übergeben zu werden. Wichtig: Diese Zahl beschreibt potenzielle Übergaben, nicht bevorstehende Schließungen. Betrachtet man die betroffenen Branchen, ist das größte Nachfolgepotenzial im Handel vorhanden, gefolgt von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen.

Aktuell erfolgen bereits 55 Prozent der Übergaben außerhalb der Familie. „Wenn bestehende Betriebe fortgeführt werden, bleiben wertvolles Know-how, eingespielte Teams, starke Kundenbeziehungen und regionale Wirtschaftsstrukturen erhalten“, erklärt Ecker, zusätzlich bringe die Nachfolge eine neue Dynamik in den Betrieb: „Mehr als die Hälfte der Nachfolgerinnen und Nachfolger steigert nach der Übernahme die Investitionen, etwa in Modernisierung und Digitalisierung.“

Finanzierung, Steuern und Bürokratie als größte Herausforderungen

Die Studie der KMU Forschung zeigt weiters auf, dass Finanzierung und Steuerlast die größten Herausforderungen bei der Betriebsübergabe darstellen. Damit erfolgreiche Übergaben nicht an finanziellen Hürden scheitern, setzt sich die Wirtschaftskammer Niederösterreich für folgende Verbesserungen ein:

  • Steuerliche Entlastung: Freibetrag bei Betriebsverkäufen von 7.300 auf 45.000 Euro erhöhen.
  • Finanzierung erleichtern: Zugang zu Eigenkapital verbessern.
  • Private Investitionen fördern: Beteiligungsfreibetrag von bis zu 100.000 Euro für Investitionen in Betriebsübernahmen einführen.
  • Unternehmensnachfolge als Chance positionieren: Übernahme bestehender Betriebe als attraktiven Weg in die Selbstständigkeit stärken und Arbeitsplätze sichern.

Unterstützung durch die Wirtschaftskammer NÖ und das Land NÖ

Den niederösterreichischen Betriebsübergeber:innen und -übernehmer:innen stehen zahlreiche Serviceangebote zur Verfügung, die sehr gut angenommen werden:

  • Rund 450 Nachfolgeberatungen der WKNÖ im Jahr 2025 geleistet
  • Mehr als 1.000 Inserate in der kostenlosen österreichweiten Nachfolgebörse
  • Veranstaltungsreihe „Nachfolge 2026+“: Nächster Termin in der WKNÖ-Außenstelle Purkersdorf, 3. November 2026
  • Nachfolgestrategie und Nachfolgekampagne der Jungen Wirtschaft
  • Unterstützung bei der Finanzierung von Betriebsübernahmen durch die NÖ Bürgschaften und Beteiligungen GmbH (NÖBEG) des Landes NÖ

„Als Wirtschaftskammer Niederösterreich stehen wir den Betrieben mit maßgeschneiderten Services zur Verfügung. Denn jede erfolgreiche Betriebsübernahme sichert Bestehendes und schafft Chancen für Neues. Das sichert die Zukunft unseres Wirtschaftsstandortes. Dafür braucht es aber die entsprechenden Rahmenbedingungen“, so WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker.

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