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Neue Märkte, konkrete Chancen und persönliche Beratung. Besonders im Fokus: Nahost und Ukraine.

Interessante Möglichkeiten trotz Herausforderungen. Tipps und Informationen aus Expertenhand gab es beim Wirtschaftsdelegiertentag in der Wirtschaftskammer NÖ.

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Aktualisiert am 12.06.2026

 

„Gerade in einem herausfordernden internationalen Umfeld brauchen Betriebe verlässliche Informationen und konkrete Ansprechpartner“, weiß Christian Moser, Vizepräsident der Wirtschaftskammer NÖ. „Der Wirtschaftsdelegiertensprechtag bietet die Möglichkeit, Chancen in neuen Märkten frühzeitig zu erkennen und fundierte Entscheidungen vorzubereiten. Denn für unsere Unternehmen zählt nicht nur der Blick auf einzelne Absatzmärkte, sondern auch die Frage, wie man Risiken richtig einschätzt und Geschäftschancen professionell nutzt.“ Deshalb sei der direkte Austausch mit den Wirtschaftsdelegierten so wertvoll: „Er verbindet Praxisnähe, Marktwissen und persönliche Beratung.“

Experten unterstützten mit Beratung, Vermittlung und laufenden Informationen

Ein besonderer Fokus lag beim jüngsten Wirtschaftsdelegiertentag in der Wirtschaftskammerzentrale in St. Pölten auf dem Nahen Osten und der Ukraine. Die WKÖ unterstützt österreichische Unternehmen vor allem mit Marktberatung, Partnervermittlung sowie laufenden Informationen zur Markt- und Sicherheitslage.

Israel: Interessante Geschäftsmöglichkeiten für (NÖ) Österreichische Unternehmen

„Israel bleibt trotz der regionalen Konflikte ein stabiler und attraktiver Wirtschaftsstandort“, betont Eva Maria Weithaler, WKÖ-Wirtschaftsdelegierte in Tel Aviv. Für 2026 wird ein Wirtschaftswachstum von rund 3,5 bis 5,2 Prozent erwartet. Die Hoffnung auf weitere Deeskalation habe die Aktienmärkte zuletzt auf Rekordniveau geführt. Wachstumstreiber bleiben Hightech, Technologie, qualifizierte Fachkräfte und die Verteidigungsindustrie. Gleichzeitig belastet der starke Schekel die Exportwirtschaft. Österreichs Exporte nach Israel sind 2025 um rund zehn Prozent auf knapp 530 Millionen Euro gesunken. Chancen bieten insbesondere Infrastrukturprojekte wie die Metro Tel Aviv sowie die Ausschreibung eines metropolitanen Verkehrsmanagementsystems für die Regionen Tel Aviv und Haifa. „Gerade in Bereichen wie Hightech, Cybersecurity, MedTech, FoodTech, GreenTech und Infrastruktur ergeben sich weiterhin interessante Geschäftsmöglichkeiten für österreichische Unternehmen“, erklärt Weithaler.

Saudi-Arabien bleibt attraktiver und robuster Wirtschaftsstandort

„Die wirtschaftlichen Fundamentaldaten sind stabil, die Logistik funktioniert und wichtige Infrastrukturprojekte werden konsequent vorangetrieben“, sagt Christoph Pfeifer, WKÖ-Wirtschaftsdelegierter für Saudi-Arabien. Mit Blick auf die EXPO 2030 in Riyadh und die Fußball-Weltmeisterschaft 2034 bleibe die Investitionsdynamik hoch. Besonders gute Chancen für österreichische Unternehmen bestehen in den Bereichen GreenTech, Wasser, Medizintechnik, IT und Cybersecurity sowie bei Infrastrukturprojekten in den Bereichen Mobilität, Tourismus und Schienenverkehr. „Die Bevölkerung blickt optimistisch in die Zukunft, während die Regierung auf Stabilität und Normalität im Alltag setzt.“ Für erfolgreiche Geschäfte, so der Experte, sei die persönliche Präsenz vor Ort entscheidend. „Vertrauen und langfristige Beziehungen sind in Saudi-Arabien zentrale Erfolgsfaktoren“, betont Pfeifer.

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© WKNÖ V.l.: David Bachmann (Ukraine), Eva Maria Weithaler (Israel), Philipp Winkler (Iran), Christoph Pfeifer (Saudi-Arabien) und Patrick Hartweg, Leiter der Abteilung Außenwirtschaft in der Wirtschaftskammer NÖ.

Iran: Markt bleibt für österreichische Unternehmen herausfordernd

„Geschäfte mit dem Iran sind nach wie vor möglich, für Markteinsteiger sind die Hürden derzeit jedoch besonders hoch“, sagt Philipp Winkler, Regionalmanager Nahost. Durch die aktuelle Krise seien Transporte derzeit nur über den Landweg im Norden des Landes möglich, was Lieferungen verteuere und erschwere. „Von den Auswirkungen der Krise sind grundsätzlich alle Branchen betroffen. Widerstandsfähig zeigten sich vor allem Unternehmen, die bereits seit längerer Zeit im Iran aktiv sind und über etablierte Vertriebsstrukturen verfügen. Gleichzeitig belasten hohe Inflation, Währungsverfall, Devisenmangel sowie die anhaltende Energie- und Wasserkrise Wirtschaft und Bevölkerung gleichermaßen.“ Auch die Kommunikation mit Geschäftspartnern sei derzeit erschwert. Einschränkungen bei Internet- und Telefonverbindungen machen einen intensiven Austausch über die aktuelle Lage, Transportmöglichkeiten und Zahlungsverkehr erforderlich. „Gerade in schwierigen Zeiten ist es wichtig, den Kontakt aufrechtzuerhalten und gemeinsam nach Lösungen zu suchen“, betont der Experte. Die AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA unterstützt österreichische Unternehmen weiterhin bei Fragen zu Sanktionen, Handelspartnern und Marktbearbeitung. „Für Unternehmen wird es zunehmend wichtig, alternative Transportrouten zu prüfen und geopolitische Risiken in ihre Planungen einzubeziehen. Der Nahe Osten bietet weiterhin Chancen, erfordert aber erhöhte Aufmerksamkeit“, so Winkler.

Ukraine: Wirtschaft zeigt sich widerstandsfähig – trotz anhaltenden Krieges

„Dank der Rekordernte 2024 und eines sehr guten Jahres 2025 ist das ukrainische BIP weiter gewachsen“, sagt David Bachmann, WKÖ Wirtschaftsdelegierter für die Ukraine. Bei einer Fortsetzung des Krieges sei mit Wachstum im niedrigen einstelligen Bereich, einer Inflation von rund fünf Prozent und nur mäßigem Abwertungsdruck zu rechnen. Die größten Chancen für österreichische Unternehmen bestehen im Energie- und Infrastrukturbereich, insbesondere mittel- bis langfristig. „Grundsätzlich importiert die Ukraine in allen Sektoren zunehmend Waren und Dienstleistungen aus der EU“, erklärt der Experte. Für Unternehmen gelte es zu beachten, dass weiterhin eine Reisewarnung des Außenministeriums besteht und keine Flugverbindungen in die Ukraine möglich sind. „Seit Jahresbeginn werden aber Auslandsreiseversicherungen angeboten, die auch Kriegsrisiken abdecken.“ Das AußenwirtschaftsCenter Kyjiw ist voll besetzt und unterstützt derzeit rund 300 Unternehmen bei der Marktbearbeitung. Ergänzend steht mit dem Ukraine Service Point der WKÖ in Wien eine Anlaufstelle für Fragen zu Ausschreibungen und zum Markteintritt zur Verfügung. „Darüber hinaus können Erstexporteure im Rahmen der Internationalisierungsoffensive von erhöhten Markteintrittsschecks profitieren.“

Wissen aus Expertenhand

Darüber hinaus standen Wirtschaftsdelegierte aus Afrika, dem Nahen Osten, Zentralasien, der Türkei und der Ukraine für Gespräche und Interviews zur Verfügung. Ein weiterer Programmpunkt waren die aktuellen Fördermöglichkeiten von „go-international“. 570 Expert:innen, 100 Stützpunkte – 70 AußenwirtschaftsCenter und mehr als 30 Außenwirtschafts­Büros – auf fünf Kontinenten und 145 Fachleute im Inland halten Länderinformationen, Branchenwissen und Partnernetzwerke für die Unternehmen bereit.

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