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Noch keine Trendwende

WKNÖ-Wirtschaftsbarometer zeigt erste Anzeichen einer Stabilisierung – Herausforderungen für viele Betriebe bleiben aber groß, Investitionsbereitschaft steigt.

Lesedauer: 3 Minuten

Aktualisiert am 13.08.2026

Der aktuelle Wirtschaftsbarometer zeichnet ein differenziertes Bild. „Unsere Unternehmen senden erste Signale der Stabilisierung, gleichzeitig bleibt die wirtschaftliche Lage herausfordernd. Von einer echten Trendwende kann noch keine Rede sein“, fasst Wolfgang Ecker, Präsident der Wirtschaftskammer NÖ (WKNÖ), die zentralen Ergebnisse des aktuellen WKNÖ-Wirtschaftsbarometers zusammen.
Die Erwartungen der Betriebe zeigen ein gemischtes Bild. Beim Gesamtumsatz liegt der Saldo aus positiven und negativen Einschätzungen bei minus 5,8, beim Inlandsumsatz bei minus 3,7. Deutlich positiver werden hingegen die Exportaussichten bewertet – hier ergibt sich mit plus 28,8 ein klar positiver Erwartungssaldo. Gleichzeitig bleiben die Einschätzungen zur Beschäftigung (minus 15,5), zur Auftragslage (minus 14,5) und zum allgemeinen Wirtschaftsklima (minus 32,3) weiterhin verhalten.

Neuinvestitionen bei 38 Prozent

Positiv entwickelt sich die Investitionsbereitschaft der niederösterreichischen Betriebe. Zwar liegt der Erwartungssaldo beim Investitionsvolumen mit minus 26,6 weiterhin im negativen Bereich, gegenüber dem Vorjahr hat sich dieser Wert jedoch deutlich verbessert und erreicht den besten Stand seit Sommer 2022. Gleichzeitig verzichten immer weniger Unternehmen vollständig auf Investitionen. Aktuell wollen 23 Prozent der Unternehmen gar nicht investieren; im Rahmen des Wirtschaftsbarometers von Winter 2025 lag dieser Anteil noch bei einem Drittel. Das am häufigsten genannte Investitionsmotiv bleibt unverändert die Anschaffung von Ersatz: 71 Prozent planen in den nächsten 12 Monaten Ersatzinvestitionen, erfreuliche 38 Prozent Neuinvestitionen.

Hohe Arbeitskosten belasten

Dass Unternehmen trotz schwieriger Rahmenbedingungen bereit sind, in ihre Zukunft zu investieren, zeigen auch große Projekte in Niederösterreich, etwa bei  Berglandmilch, NÖM oder Vöslauer. „Die Investitionsbereitschaft kehrt langsam zurück. Genau deshalb müssen wir alles daran setzen, dieses Investitionsklima weiter zu verbessern. Denn Investitionen sind der Schlüssel für Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltiges Wachstum“, betont Ecker. Claudia Huber, Abteilungsleiterin für Wirtschaftspolitik in der WKÖ, ergänzt: „Speziell Neuinvestitionen sind für Wachstum und Beschäftigung unabdingbar. Umso wichtiger ist es, dass diese nun wieder verstärkt geplant werden. Dabei wird vor allem gezielt in Zukunftsthemen investiert: 84 Prozent der investierenden Unternehmen setzen auf Nachhaltigkeit, knapp drei Viertel investieren in Digitalisierung und Innovation. Das zeugt von Zuversicht und Mut. Zugleich bleibt das gesamtwirtschaftliche Umfeld fragil und die Unsicherheit hoch.“

Als größten Wettbewerbsnachteil (siehe auch Info unten) nennen 77 Prozent der Unternehmen die hohen Arbeitskosten. Gleich zwei Drittel der Betriebe rechnen zudem in den kommenden Monaten mit weiter steigenden Kosten – insbesondere bei Löhnen und Gehältern, Energie sowie Materialpreisen.

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Bürokratieabbau als Anliegen

Trotz der angespannten Lage halten viele Unternehmen an ihren Beschäftigten fest und versuchen, ihr Personal auch bei schwächerer Auslastung zu sichern. Damit dieses Engagement langfristig möglich bleibt, sehen die Betriebe vor allem die Politik gefordert. 80 Prozent sprechen sich für eine weitere Senkung der Lohnnebenkosten aus, fast ebenso viele verlangen einen konsequenten Bürokratieabbau. Zudem werden Strukturreformen und wettbewerbsfähige Energiepreise als zentrale Voraussetzungen genannt, um den Wirtschaftsstandort nachhaltig zu stärken. Maßnahmen, für die sich die Wirtschaftskammer konsequent einsetzt.

www.wirtschaftsbarometer.at

  • Genannte Wettbewerbsnachteile:
    Hohe Arbeitskosten (77 %); allgemeine Unsicherheit (33 %), steigende Vorleistungskosten (31 Prozent); Energiekosten (29 Prozent).