Sie fragen - wir antworten: Wie hilft die WKNÖ bei Innovationen?
Wer seinen Betrieb nachhaltig in die Zukunft führen möchte, kommt an modernen Konzepten, Innovationen und der gezielten Nutzung von Digitalisierung kaum mehr vorbei. Genau hier setzen die Serviceangebote der Wirtschaftskammer NÖ an.
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Wie macht man ein Traditionsunternehmen zukunftsfähig? Die Anforderungen an Unternehmerinnen und Unternehmer verändern sich heutzutage rasant. Die Wirtschaftskammer NÖ unterstützt Betriebe dabei, neue Wege zu gehen und nachhaltige Entwicklungen im Unternehmen voranzubringen.
Tradition trifft Innovation
Ein Unternehmen, das diesen Weg bereits erfolgreich beschreitet, ist das über hundert Jahre alte Unternehmen Constantia Teich, Teil der Constantia Flexibles – Europas größter Hersteller von flexiblen Verpackungsmaterialien. Am Gründungsstandort in Weinburg (Bezirk St. Pölten) arbeiten rund 1.000 Menschen – hier wird nach wie vor Aluminium gewalzt, laminiert, bedruckt, geschnitten und geformt. „Unsere Produkte sind aus dem Alltag vieler Konsument:innen nicht wegzudenken“, meint Alexander Wimmer, Leiter Technologie und Unternehmensnachhaltigkeit bei Constantia Teich. Die Produktpalette reicht von Verpackungen für Lebensmittel bis hin zu Batteriefolien für Elektroautos. Damit ein Traditionsbetrieb mit dieser Bandbreite auch künftig konkurrenzfähig bleibt, spielen neue Technologien und stetiger Fortschritt eine zentrale Rolle. Zu den jüngsten Innovationen zählen etwa Roboter und fahrerlose Gabelstapler, die die Prozesse und den Arbeitsfluss optimieren. "Die Rolle unserer Mitarbeiter:innen bleibt zentral: Sie übernehmen weiterhin alle wesentlichen Aufgaben und stellen sicher, dass Qualität, Expertise und menschliches Urteilsvermögen auch in Zukunft im Mittelpunkt stehen“, so Wimmer.
Unterstützt durch Förderungen der WKNÖ
Bereits seit mehreren Jahren profitiert Constantia Teich von der Expertise und Unterstützung der Wirtschaftskammer NÖ – etwa durch Kooperationen mit Technologisierungs- und Forschungspartnern. „Die Förderung der Technologie- und Innovationspartner der Wirtschaftskammer NÖ hilft uns dabei, passende Partner zu finden und Netzwerke aufzubauen sowie innovative Konzepte zu entwickeln und voranzutreiben“, erzählt Wimmer. Auch Internationalisierungsförderungen und -beratungen wurden in Anspruch genommen – etwa „go international“ und „Außenwirtschaft Austria“. „Die Förderungen haben uns geholfen, neue Märkte zu erschließen und das finanzielle Risiko abzumildern.“
Bereichsleiter Alexander Wimmer erzählt im Video, wie die Wirtschaftskammer NÖ Constantia Teich etwa bei der Erschließung internationaler Märkte unterstützt hat.
Helmut Kahrer, Technologie- und InnovationsPartner (TIP) der WKNÖ, im Interview:
Was ist der erste Schritt, wenn ich Innovationen in meinem Unternehmen vorantreiben möchte?
Helmut Kahrer: Der erste Schritt ist Klarheit über das Ziel und den Kontext zu bekommen: Welche Herausforderungen wollen wir lösen und wo sehen wir neue Chancen? Innovation kann sowohl aus Kundenbedürfnissen entstehen als auch aus neuen Technologien, Trends oder strategischen Überlegungen im Unternehmen. Gerade bei Prozessinnovationen oder völlig neuen Produktideen gibt es oft noch keine konkrete Nachfrage. Umso wichtiger ist es, Entwicklungen im Markt, in der Technologie und im eigenen Unternehmen aufmerksam zu beobachten und daraus gezielt Innovationsfelder abzuleiten.
Welchen Tipp sollte ich auf jeden Fall beachten, wenn ich eine Innovation schnell und erfolgreich in die Umsetzung bringen will?
Mein wichtigster Tipp für eine schnelle und erfolgreiche Umsetzung: klein starten und schnell lernen. Statt lange im Konzeptstadium zu bleiben, sollten Unternehmen Ideen früh in Form von Prototypen oder Pilotprojekten testen – sei es mit ersten Nutzergruppen oder direkt im eigenen Betrieb. Durch schnelles Feedback und kontinuierliche Anpassungen lassen sich sowohl Produkt- als auch Prozessinnovationen deutlich schneller und risikoärmer zur Umsetzung bringen. Darüber hinaus ist eine frühzeitige Einbindung der relevanten Stakeholder im eigenen Unternehmen (z.B. Marketing & Sales, Produktion, Forschung- und
Entwicklung, etc.) essenziell. Nur, wenn alle an einem Strang ziehen, kann ein neues Produkt beziehungsweise eine neue Dienstleistung entwickelt werden. Danach muss möglichst schnell ein qualitativ hochwertiges Kunden-Feedback eingeholt werden – letztlich entscheidet der Markt, ob eine Erfindung auch eine Innovation wird. Und das sollte möglichst früh passieren.
Welche Förderprogramme kommen für meinen Betrieb in Frage?
Zum einen gibt es unsere TIP-Beratungsförderungen, die meistens in der technischen Machbarkeitsstudie beginnen und über erste Grobkonzepte bis hin zu technischer Unterstützung im Bereich der Produkt- und Prozessoptimierung reichen. Weiters unterstützen im Bereich Forschung und Entwicklung sowohl die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft als auch das Land NÖ. Am besten ist es, die Unternehmen kommen bei Förderfragen rechtzeitig auch auf uns zu!
Wer unterstützt mich bei Fragen zu Innovation und Förderungen?
Die Technologie und InnovationsPartner der Wirtschaftskammer Niederösterreich helfen gerne als erste Ansprechpartner. Beginnend bei Patentfragen, über den kompletten Entwicklungszyklus bis hin zu Digitalisierungsfragen und KI-Implementierungen können sich die Firmen bei uns melden. Mehr dazu unter wko.at/noe/digitalisierung/tip