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Präsident Wolfgang Ecker
© Rita Newman

WKNÖ-Präsident Ecker drängt auf Aufstockung der Mittel für die Lehrstellenförderung – Ausbildungsbetriebe drohen um 74 Millionen Euro umzufallen

„Unsere Ausbildungsbetriebe haben mit höheren Lehrlingseinkommen massiv in Lehre investiert“ – Mittel des Bundes dagegen seit 2023 gedeckelt und unterdotiert

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Aktualisiert am 21.04.2026

Die Lehre steht nicht nur aufgrund der demografischen Entwicklung mit immer weniger Jugendlichen unter Druck. Zusätzlich wird die Lehre für Niederösterreichs Betriebe in den aktuell wirtschaftlich schwierigen Zeiten immer weniger finanzierbar. Und jetzt drohen die Ausbildungsbetriebe auch noch um die Lehrlingsförderung umzufallen, schlägt Wolfgang Ecker, der Präsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ) Alarm. Der Grund: Die Lehrstellenförderung des Bundes ist mit 280 Millionen Euro im Jahr gedeckelt – und damit deutlich unterdotiert. „Unsere Ausbildungsbetriebe haben in den letzten Jahren mit stark gestiegenen Lehrlingseinkommen massiv in die Attraktivität der Lehre investiert. Jetzt ist auch der Bund gefordert, seinen Beitrag zu leisten und die Mittel für die Lehrstellenförderung zu erhöhen“, so WKNÖ-Präsident Ecker deutlich.

"Kleinere Ausbildungsbetriebe am Limit"

Die Auswirkungen der Deckelung sind drastisch. Für heuer fehlen österreichweit rund 74 Millionen Euro, die den Ausbildungsbetrieben eigentlich an Lehrstellenförderung zustehen würden. „Vor allem kleinere Ausbildungsbetriebe in den Regionen mit weniger finanziellen Spielräumen kommen damit absolut ans Limit“, warnt Ecker. 

Unternehmen investieren drei Milliarden Euro im Jahr in Lehre

Aufgrund der erhöhten Lehrlingseinkommen, sie haben sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt, sind die Aufwendungen der Unternehmen für ihre Lehrlinge massiv gestiegen. Sie liegen im Schnitt zwischen 32.000 Euro im ersten Lehrjahr und 40.500 Euro. Über die betriebliche Lehrstellenförderung sollten den Betrieben gemäß geltender Regelung im ersten Lehrjahr drei Monatseinkommen (von 14) abgegolten werden, im zweiten zwei und im dritten bzw. eventuell einem vierten Lehrjahr je eines. Mit der Deckelung auf 280 Millionen Euro im Jahr geht sich das aber nicht aus. Dabei ist festzuhalten, dass die Förderung ohnedies gerade ein Zehntel der Kosten für die Lehrausbildung deckt. In Summe werden von den Unternehmen österreichweit drei Milliarden Euro an Kosten für die Lehrlingsausbildung gestemmt.

"Politisches 'Ja zur Lehre' muss auch finanzielles 'Jahr zur Lehre' sein"

„Unsere Betriebe bekennen sich klar zur Lehrlingsausbildung und bieten engagierten jungen Menschen über die Lehre eine hervorragende Ausbildung mit besten Zukunftschancen“, betont Ecker. „Wir brauchen unsere Fachkräfte von morgen.“ Ein solches Bekenntnis zur Lehre sei aber auch seitens der Bundespolitik nötig – inklusive entsprechender finanzieller Mittel.  „Wer politisch ‚Ja‘ zur Lehre sagt, muss auch in finanzieller Hinsicht ein ‚Ja‘ zur Lehre sagen“, so Eckers deutlicher Appell. Die finanzielle Zuständigkeit für die Lehrlingsförderung liegt beim Sozialministerium.

Präsident Wolfgang Ecker
© Rita Newman WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker

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