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115 Jahre Perlmuttmanufaktur Mattejka: Tradition, Wandel und persönlicher Unternehmergeist

Felling

Lesedauer: 3 Minuten

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Aktualisiert am 22.05.2026

Die Geschichte des Betriebs in Felling, die vor 115 Jahren mit dem Ururgroßvater des jetzigen Geschäftsführers Rainer Mattejka begann, ist eng mit der Entwicklung einer ganzen Branche verbunden. In den 40ern bis 60ern Jahren des vorigen Jahrhunderts gab es in Felling mehrere Unternehmen die Knöpfe herstellten, in Hardegg selbst sogar einen mit 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Perlmutt wurde damals ausschließlich aus dem nahen Fluss Thaya bezogen und die Verarbeitung sicherte vielen Menschen in der Region Arbeit.

Doch mit dem Siegeszug des Plastikknopfes änderten sich die Marktbedingungen grundlegend. Alle Betriebe bis auf jenen der Familie Mattejka verschwanden aus der Region. Dass die Manufaktur Mattejka diese Phase überstand, war vor allem dem Durchhaltevermögen der Familie zu verdanken.

"Mein Großvater hat es irgendwie geschafft, die Produktion aufrechtzuerhalten", sagt Geschäftsführer Rainer Mattejka "In der Hochphase hatte der Betrieb 45 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, in dieser Übergangsphase waren sie dann nur noch zu zweit. Aber genau diese Beharrlichkeit hat den Grundstein dafür gelegt, dass wir heute noch hier sind."

Als sich der Trend in der Knopferzeugung wieder von Plastik hin zum Naturmaterial Perlmutt verlagerte, nahm auch der Familienbetrieb erneut Fahrt auf. Vor mehr als 30 Jahren trat Rainer Mattejka in das Unternehmen ein und setzte wichtige Impulse für dessen Weiterentwicklung. Das Sortiment wurde erweitert: Neben Knöpfen werden heute auch Schmuckstücke aus Perlmutt gefertigt. Gleichzeitig wurde der Betrieb Schritt für Schritt modernisiert. 2004 wurde der Schauraum umfassend neugestaltet, 2019 folgte die Erneuerung des Außenbereichs.

Auch als Ausflugsziel und Schauwerkstatt hat sich die Manufaktur einen Namen gemacht. Während im Jahr 2004 1000 Besucher und Besucherinnen kamen, waren es 2005 schon 5000 Mittlerweile bewegt sich das Besucheraufkommen je nach Jahr zwischen 12.000 und 15.000 Personen.

Das verarbeitete Rohmaterial stammt mittlerweile aus Indonesien, Australien und Neuseeland. Die Perlmuttmanufaktur Mattejka ist heute die einzige ihrer Art in Österreich.

Gleichzeitig setzt das Unternehmen konsequent auf Innovation und Zusammenarbeit: So besteht eine Kooperation mit der F/List, die hochwertigste Innenausstattung für Jachten, Flugzeugen,… fertigt und den Werkstoff Perlmutt in diese Innenausstattungen mit integriert.

Stolz ist man im Betrieb auch auf die Zusammenarbeit mit Bösendorfer. Wer genau hinsieht, entdeckt die Handschrift der Manufaktur an den hochwertigen Klavieren, so wird der Schriftzug aus Perlmutt gefertigt.

"Unsere Familiengeschichte war immer bewegt", sagt Mattejak. "Sie zeigt aber auch, wie sehr sich eine Branche verändern kann – und dass man mit Unternehmergeist, Innovation und manchmal auch mit etwas Glück viel erreichen kann." Nach 115 Jahren blickt die Perlmuttmanufaktur Mattejka deshalb nicht nur mit Stolz auf ihre Vergangenheit, sondern auch mit Zuversicht in die Zukunft.

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© WKNÖ vordere Reihe: Rainer und Anita Mattejka
hintere Reihe: Bezirksstellenobmann Alfred Babinsky und Bezirksstellenausschussmitglied Reinhard Indraczek