Zum Inhalt springen
Erlebnisparkbad Blub
© Stadtgemeinde Ternitz

Auftakt für Freibadsaison in Niederösterreich

Im Mai starten die NÖ Freibäder in die Sommersaison – steigender Kostendruck und Investitionen in Energieeffizienz prägen die Branche.

Lesedauer: 3 Minuten

Einen Moment bitte. Ladevorgang läuft ...
0:00
Audio konnte nicht geladen werden. Erneut versuchen
0:00
0:00
Aktualisiert am 27.04.2026

„Auch wenn sich das Frühjahr bislang wechselhaft zeigt, laufen die Vorbereitungen in den niederösterreichischen Freibädern bereits auf Hochtouren. Das Wetter hat die Arbeiten heuer teilweise verzögert, dennoch sind die Betriebe gut gerüstet für den Saisonstart“, sagt Harald Gölles, Sprecher der NÖ Bäderbetriebe in der Wirtschaftskammer NÖ (WKNÖ). Traditionell öffnen viele der rund 130 Freibäder Anfang Mai ihre Pforten – erste Anlagen wie in Baden, St. Valentin oder Perchtoldsdorf starten bereits am 1. Mai, zahlreiche weitere folgen gestaffelt bis Anfang Juni. Eine aktuelle Umfrage unter NÖ Freibadbetreibern zeigt ein differenziertes Bild: Während einige Betriebe ihre Preise stabil halten, kommt es andernorts zu teils deutlichen Anpassungen. „Im Durchschnitt bewegen sich die Anpassungen jedoch meist im Bereich von fünf bis zehn Prozent“, so Gölles. Ein klarer Trend geht weiterhin in Richtung Saisonkarten. „Viele Gäste entscheiden sich bewusst für die Saisonkarte, weil sie Planungssicherheit bietet und sich bereits nach wenigen Besuchen rechnet. Für die Betriebe bedeutet das zugleich eine stabilere Einnahmenbasis“, erklärt Gölles.

Kosten, Personal und Wetter als zentrale Herausforderungen

Die wirtschaftliche Situation der Freibäder bleibt angespannt. Hohe Energie- und Personalkosten sowie notwendige Instandhaltungen stellen die Betreiber vor große Herausforderungen. „Die Rückmeldungen zeigen deutlich: Die größte Belastung sind aktuell die laufenden Kosten – insbesondere für Energie, Personal und Sanierungen. Gleichzeitig sind die Spielräume bei den Eintrittspreisen begrenzt“, betont Gölles. Auch der Fachkräftemangel ist weiterhin ein Thema, wenn auch regional unterschiedlich stark ausgeprägt. „Während einige Bäder gut aufgestellt sind, wird es für andere zunehmend schwieriger, qualifiziertes Personal – etwa Bademeister – zu finden. Das wird sich in den kommenden Jahren weiter zuspitzen“, so Gölles.

Hinzu kommt die starke Abhängigkeit vom Wetter. „Freibäder bleiben ein klassisches Schönwettergeschäft. Schwankungen bei den Besucherzahlen wirken sich unmittelbar auf die Wirtschaftlichkeit aus“, erklärt Gölles. Viele Betriebe verzeichnen weiterhin jährliche Abgänge – teils im fünfstelligen, teils im sechsstelligen Bereich.

Investitionen in Energieeffizient und punktuelle Modernisierungen

Trotz der angespannten Lage investieren zahlreiche Betreiber in Energieeffizienzmaßnahmen. Photovoltaikanlagen, Solartechnik, Wärmerückgewinnung oder effizientere Pumpensysteme werden zunehmend eingesetzt. „Die Betriebe versuchen, ihre Energiekosten durch gezielte Maßnahmen zu senken – von Photovoltaik über Fernwärme bis hin zu optimierten Betriebszeiten. Das ist ein wichtiger Schritt, um langfristig wirtschaftlich bestehen zu können“, sagt Gölles.

Größere Ausbauprojekte bleiben hingegen die Ausnahme. Meist beschränken sich die Maßnahmen auf notwendige Sanierungen oder kleinere Attraktivierungen. Einzelne Betriebe setzen gezielt Impulse, etwa mit neuen Freizeitangeboten oder – wie in Baden – mit einer neuen Rutsche.

Harald Gölles
© Michael Schelberger Harald Gölles, Sprecher der Bäderbetriebe in der Wirtschaftskammer NÖ

Foto-Download