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Wenn mit KI gebacken wird

In der Bäckerei Hager in St. Pölten trifft traditionelles Handwerk auf künstliche Intelligenz. Das Ziel? Bessere Planung, weniger Verschwendung und frisches Gebäck bis zum Ladenschluss.

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Aktualisiert am 15.05.2026

Donnerstag, 17 Uhr, Bürotag vorbei. Kurzer Stopp in der Stammfiliale der Bäckerei Hager, um noch schnell zwei frische Mohnflesserl für die Jause zu ergattern. Und tatsächlich: Zwei frisch aufgebackene Mohnflesserl liegen im Brotregal. Glück? Zufall? Nein, das ist die Zukunft mit künstlicher Intelligenz. 

„Wir sind Bäcker aus Leidenschaft – und offen für Technologie“, erklärt Wolfgang Hager. Seit fast 110 Jahren gibt es den Betrieb im Norden von St. Pölten, vor rund 35 Jahren hat Hager selbst übernommen. Mit zwölf Filialen und knapp 200 Mitarbeiter:innen zählt die Bäckerei zu den regionalen Nahversorgern im Zentralraum Niederösterreich. Gebacken wird sieben Tage die Woche – mit einem klaren Anspruch: Qualität steht über allem. „Wenn Technologie die Qualität beeinflusst, setzen wir sie nicht ein“, betont der Unternehmer.

Wann gebacken wird, sagt die KI

Das Gegenteil ist aber der Fall. Vor kurzem hat die Bäckerei Hager im Zuge des Förderprogramms digi4Wirtschaft ein neues Kapitel aufgeschlagen: Mit der Einführung einer BBN-Software wurden KI-gestützte Prognosen integriert, die vor allem eines verbessern sollen: die Planung. Denn die größte Herausforderung liegt nicht im Backen, sondern in der Frage, wann wie viel produziert wird.

„Früher war das viel Erfahrung und Bauchgefühl. Heute unterstützt uns die KI dabei“, so Hager. Sie analysiert Verkaufsdaten, erkennt Muster und hilft zu entscheiden, welche Mengen in welcher Filiale gebraucht werden – und wann nachgebacken werden sollte. So bekommen die Kund:innen auch am Abend noch frische Weckerl.

Überproduktion adé

Auch das Thema Nachhaltigkeit spielt eine wesentliche Rolle. Exakte Prognosen helfen, Überproduktion zu vermeiden und Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Eine hundertprozentige Trefferquote werde es nie geben, aber: „Wir wollen weder zu viel noch zu wenig produzieren.“ Retourware wird – sofern möglich – weiterverwertet, zum Beispiel als Insektennahrung.

Noch spielt die KI vor allem im administrativen Bereich eine Rolle. Doch der Blick geht weiter. In Zukunft könnte sie auch die Produktion unterstützen – etwa beim Ausgleich von Temperatur- und Umweltschwankungen. Gerade bei lang geführten Teigen, die bis zu drei Tage reifen, ist Konstanz eine Herausforderung. „Das ist wie beim Kochen“, sagt Hager. „Die Zeiten müssen exakt passen.“

Für die Mitarbeiter:innen soll künstliche Intelligenz ein hilfreiches Werkzeug sein, kein Ersatz. Und dazu braucht es Schulungen. Nur so gelingt es, dass die KI in Zukunft konkrete Empfehlungen gibt, wann welches Gebäck in welcher Filiale aus dem Ofen kommt.

www.digi4wirtschaft.at

www.hager.co.at