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Friseur
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Friseuren geht Berufsnachwuchs aus – NÖ Landesinnungsmeister Daurer drängt auf Halbierung der Umsatzsteuer

Zahl der EPU steigt, Zahl der Lehrlinge sinkt – Daurer sieht Arbeitgeberbetriebe, die für Beschäftigung und Ausbildung stehen, benachteiligt

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Aktualisiert am 10.06.2026

Es geht schlicht und einfach um die Zukunft unserer Branche, um Qualität und fachliches Können, wie wir es heute gewohnt sind. Wenn der Rückgang bei den Lehrlingen so weitergeht, kann die bestens qualifizierte Haarpflege, die heute für uns selbstverständlich ist, schon in ein paar Jahren nicht mehr garantiert werden“, schlägt Daniel Daurer, Landesinnungsmeister der niederösterreichischen Friseure, Alarm.

Die Gründe sieht Daurer vor allem in dreifacher Hinsicht: Erstens in einer steigenden Zahl von EPU, die als Ein-Personen-Unternehmen klarerweise keine Lehrlinge ausbilden, damit verbunden zweitens ein Rückgang von Arbeitgeberbetrieben und damit auch von Lehrstellen und drittens der steigende Kostendruck auf die Branche, der sich ebenfalls negativ auf die Lehrlingsausbildung auswirkt.

Lehrlingszahl seit 2015 um ein Drittel gesunken

Die Zahlen sind deutlich: 834 aktiven Arbeitgeberbetrieben im Friseurhandwerk stehen in Niederösterreich aktuell 1.100 aktive EPU gegenüber. Der EPU-Anteil beträgt also fast 57 Prozent. Mehr als die Hälfte der Betriebe scheiden also von vornherein als Lehrlingsausbilder aus. Zugleich ist das Gewerbe mit einem drastischen Lehrlingsrückgang konfrontiert. Während 2015 noch 553 junge Menschen in Niederösterreich eine Friseurlehre absolvierten, waren es 2020 nur mehr 442. Seither ist die Zahl weiter gefallen – auf aktuell 354 Lehrlinge. Das entspricht einem Rückgang gegenüber 2015 um mehr als ein Drittel.

Halbierung der Umsatzsteuer EU-rechtlich gedeckt

Als Gegenmaßnahme drängt der Landesinnungsmeister auf eine Halbierung der Umsatzsteuer für die Branche. „Die Personalkosten machen für unsere Arbeitgeberbetriebe 65 bis 85 Prozent aus, trotzdem trifft uns die volle Umsatzsteuer von zwanzig Prozent. Eine Halbierung der Umsatzsteuer auf zehn Prozent wäre da nur fair“, argumentiert Daurer. Damit würde praktisch ein Ausgleich zur Kleinunternehmerregelung, die eine Umsatzsteuerbefreiung bis zu einer Grenze von 55.000 Euro vorsieht, geschaffen. „Und das durch die Steuererleichterung ersparte Geld könnte in den Betrieben für die Lehrlingsausbildung genutzt werden.“ EU-rechtlich ist eine solche Halbierung gedeckt, in verschiedenen EU-Ländern gilt sie auch schon.

"Künstliche Intelligenz wird Haare nicht schneiden"

Zusätzlich müsse die Lehrstellenförderung des Bundes abgesichert und ausreichend dotiert sein, so Daurer. Denn schließlich sei klar: Wir alle brauchen einen gut ausgebildeten Friseur-Nachwuchs. „Künstliche Intelligenz wird uns die Haare nicht schneiden oder färben.“

Daurer Daniel
© Andreas Kraus Daniel Daurer, Landesinnungsmeister, Friseure NÖ

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