Fugen aus Mut gemacht
Serie erfolgreich integriert: Mit 17 kam Nicolae Diacu aus Rumänien nach Österreich. Heute gestaltet er mit seinem Betrieb, DIACU Fliesenlegermeister in Melk, Räume für Menschen.
Lesedauer: 1 Minute
Ein Badezimmer kurz vor der Fertigstellung: Fliesen liegen bereit, der Raum wirkt noch roh. Nicolae Diacu kniet am Boden, prüft eine Kante, richtet nach, ein ruhiger, konzentrierter Blick. „Am Ende muss alles passen – optisch und technisch“, sagt er. Dann greift er wieder zur Kelle. Es sind diese Momente, in denen sichtbar wird, was ihm an seiner Arbeit bis heute Freude macht. Geboren in Rumänien, kommt Diacu mit 17 Jahren nach Österreich. Seine Eltern sind bereits 1989 geflüchtet, vor der Diktatur in der Heimat. Der Vater, gelernter Schlosser, findet rasch Arbeit in einem Melker Betrieb. Die Stadt wird zum neuen Lebensmittelpunkt der Familie.
Der eigene Weg verläuft zunächst aber anders als geplant. In Rumänien hat Nicolae Diacu zwei Jahre Elektrotechnik gelernt und möchte eigentlich in diesem Bereich bleiben. Doch in Melk findet er keine passende Spezialisierung. Also entscheidet er sich um – und beginnt 1993 eine Lehre als Hafner, Platten- und Fliesenleger. Der Anfang ist fordernd. „Ich musste zuerst die Sprache lernen“, erinnert er sich. Vieles ist neu, vieles ungewohnt. Doch er arbeitet sich schnell ein, lernt den Beruf von Grund auf. Mit der Zeit wächst die Sicherheit – und die Freude an der Arbeit.
„Kein Auftrag ist wie der andere“
2010 folgt ein entscheidender Schritt: Meisterprüfung und Unternehmerprüfung. Kurz darauf gründet er seinen eigenen Betrieb – DIACU Fliesenlegermeister. Ein klarer Schnitt, aber auch die logische Fortsetzung seines Weges. Heute ist es vor allem die Vielfalt, die ihn reizt. Kein Auftrag ist wie der andere. Aus einem leeren Raum entsteht Schritt für Schritt etwas Neues. „Es ist ein schönes Gefühl zu sehen, wie sich ein Raum komplett verändert und die Kunden lange Freude daran haben.“
Sein Blick – immer nach vorne gerichtet. Aktuell plant er, seine Lagerhalle zu modernisieren. Und wenn die wirtschaftliche Lage stabil bleibt, möchte er den Betrieb weiter ausbauen. Was er anderen mitgeben würde, die nach Österreich kommen? Seine Antwort kommt ohne Zögern: „Die Sprache ist der Schlüssel.“ Und dann ergänzt er: „Man muss dranbleiben, 100 Prozent geben und darf nicht aufgeben – egal, wie schwierig es am Anfang ist.“
www.fliesen-diacu.at
Alle Beiträge: wko.at/noe-erfolgreich-integriert Für unternehmerische Fragen zum Thema Migration: purkersdorf@wknoe.at | wko.at/mentoring