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Globaler Wettbewerb setzt heimische Industrie unter Druck

Neuer WKO-Industrieradar zeigt gute Standortqualität, aber schwache preisliche  Wettbewerbsfähigkeit

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Aktualisiert am 09.07.2026

„Die Lage für unsere Industrie ist ernst, sehr ernst.“ So umschreibt WKNÖ-Industriespartenobmann Helmut Schwarzl die Ergebnisse des neuen, erstmals erhobenen WKO-Industrieradars. „Wenn vier von zehn Industriebetrieben offen sagen, dass sie es für wahrscheinlich oder sogar sehr wahrscheinlich halten, dass es in den nächsten drei bis fünf Jahren bei ihnen zu Verlagerungen bei Produktion und Fertigung weg von Österreich kommt, dann ist es mehr als nur höchste Zeit, die richtigen Schritte zu setzen, dass es nicht dazu kommt“, so der Obmann der Sparte Industrie der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ). „Wir brauchen dringend einen Standortschub – für Österreich wie auch für Europa. Und das bedeutet insbesondere weniger Bürokratie, weniger Auflagen, eine Entlastung bei den Energiepreisen, deutlich beschleunigte und vereinfachte Verfahren und Technologieoffenheit.“

"Kombination aus globalem Preis - und Wettbewerbsdruck und dem Verlust preislicher Wettbewerbsfähigkeiten setzt Standort unter Druck"

Der Industrieradar, für den 270 Industrieunternehmen in Österreich befragt wurden, zeichnet ein zweigeteiltes Bild des heimischen Industriestandorts. Von den Unternehmen positiv bewertet werden die Energieversorgungssicherheit und Netzstabilität (Saldo +41), die industrierelevante Infrastruktur (+32) und die Rahmenbedingungen für Innovationen sowie Forschung und Entwicklung (13). Diese Vorteile werden jedoch von ausgeprägten Kostennachteilen überlagert, wobei insbesondere die Lohnstückkosten (Saldo -96), die Energiepreise (-86) und die Steuer- und Abgabenbelastung (-85) als deutlicher Nachteil gegenüber dem internationalen Mitbewerb gesehen werden. „Ein eigentlich gut bewerteter Industriestandort wird durch eine hohe Kostenbelastung geschwächt. Das ist ein massiver Nachteil in einem schärfer werdenden internationalen Wettbewerb“, so Claudia Huber, die Leiterin der Abteilung Wirtschaftspolitik in der Wirtschaftskammer Österreich (WKO). „Es ist die gefährliche Kombination aus globalem Preis- und Wettbewerbsdruck, insbesondere aus China, sowie dem Verlust an preislicher Wettbewerbsfähigkeit infolge der Energiepreiskrise ab 2022, die unsere heimischen Industriebetriebe stark unter Druck setzt.“

Industriestandort NÖ von hohen Energiepreisen überdurchschnittlich betroffen

Für Niederösterreichs Industrie wirken sich die hohen Energiepreise besonders negativ aus, ergänzt Alexander Schrötter, der Geschäftsführer der Sparte Industrie der WKNÖ. „Aufgrund des hohen Anteils an energieintensiven Unternehmen ist der Industriestandort Niederösterreich hier überdurchschnittlich stark betroffen.“

Energiepreis- und Versorgungsrisken werden mit 71% im WKO-Industrieradar von den Unternehmen auch an zweiter Stelle der Rangliste ihrer größten Herausforderungen genannt, nur übertroffen vom internationalen Wettbewerbsdruck (80%) und gefolgt von Lieferkettenresilienz und Rohstoffzugang (64%).      

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© WKNÖ V.l.: Geschäftsführer der Sparte Industrie der WKNÖ Alexander Schrötter, WKNÖ-Industriespartenobmann Helmut Schwarzl und Leiterin der Abteilung Wirtschaftspolitik der Wirtschaftskammer Österreich Claudia Huber

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