Impulse, die wirken
Die Wirtschaftskammer NÖ bündelt acht Jahrzehnte Erfahrung, um Unternehmen bei ihren Projekten optimal zu unterstützen. Vom Konzept bis zur Umsetzung – verlässlich und engagiert.
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Das Haar akkurat unter dem Netz verstaut, der Blick fokussiert, die Hand ruhig. Eine kurze, präzise Bewegung – die Himbeere sitzt. Kein Zögern, kein Korrigieren. „Jedes Dessert geht durch unsere Hände“, sagt die Konditorin in weißer Arbeitskleidung und lächelt, ohne den Blick von den süßen Köstlichkeiten zu nehmen. Vier Millionen Portionen pro Jahr entstehen in der Göttinger Dessertmanufaktur in Groß-Siegharts. 40 Mitarbeiter:innen fertigen hier servierbereite, tiefgekühlte Patisserie – vom klassischen Schokomousse bis hin zu veganen und glutenfreien Kreationen. 100 Prozent Handarbeit.
„Wir stehen für Dessertgenuss mit Umweltplus“, bringt es Geschäftsführer Thomas Göttinger auf den Punkt. Bio-Rohstoffe, regionale Lieferketten, 94 Prozent weniger Dieselverbrauch seit 2019. Auf 15.000 Quadratmetern ehemaligem Ackerland wächst heute Biodiversität. Produziert wird ausschließlich am Standort – und das seit 1901.
Gezielte Unterstützung
Doch wer konsequent nachhaltig wirtschaftet und gleichzeitig wächst, steht vor komplexen Fragen: Wie finanziert man eine CO2-neutrale Erweiterung? Welche Förderprogramme passen zu Holzbau, Photovoltaik oder Wärmerückgewinnung? „Ambitionierte Ziele brauchen gezielte Unterstützung“, weiß Göttinger. Und so führte der Weg den Unternehmer zu den geförderten Beratungsservices der Wirtschaftskammer NÖ. „Die WKNÖ ist für uns erste Anlaufstelle, weil sie praxisnahe Lösungen aus einer Hand bietet – von der Förderberatung bis zu wertvollen Kontakten.“ Besonders entscheidend für Göttinger: Die Expertise im Bereich Umweltförderungen.
Ambitionierte Ziele brauchen gezielte Unterstützung.
Thomas Göttinger
Göttinger Dessertmanufaktur, Produzent
Schnell und lösungsorientiert
Und so nimmt, mit kompetenter Begleitung, in Groß-Siegharts die nächste Ausbaustufe Gestalt an: 650 Quadratmeter neue Betriebsfläche in moderner Holzbauweise, geplant als CO2-Senke, mit Wärmerückgewinnung und erweiterten Photovoltaikanlagen – alles auf dem Weg zu Netto-Null-Emissionen bis 2040. „Das Förderservice hat uns umfassend bei der Beantragung der Mittel unterstützt. Unkompliziert, schnell und lösungsorientiert.“
Parallel geht die Entwicklung im Betrieb weiter: Das vegane und allergenfreie Sortiment wächst, Partnerschaften mit nachhaltig denkenden Restaurants und Cateringbetrieben im In- und Ausland werden intensiviert. Und bald startet ein neues digitales System, das die gesamte Produktion steuert und Abläufe effizienter macht.
Expertise und Netzwerk
„Wir schätzen, dass die WKNÖ nicht nur Fördergelder vermittelt, sondern strategische Impulse gibt – zu Programmen für Kreislaufwirtschaft oder Digitalisierung, die wir sonst vielleicht übersehen hätten. Die Berater:innen kennen die Herausforderungen von KMU im Waldviertel, vernetzen mit Förderstellen, Banken und Partnern und begleiten uns langfristig.“ Die Zeichen stehen auf Zukunft: In der Lehrwerkstatt werden Konditor:innen ausgebildet, in der Versuchsbäckerei neue Kreationen entwickelt. Handwerk, Hightech, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit greifen bei Göttinger ineinander.
Ein kleines Abenteuer
Während in Groß-Siegharts Teig geknetet und an neuen Kreationen gefeilt wird, klirren in der Chameleon-Bar in St. Pölten die Eiswürfel im Glas. Kerzen flackern, die Wände wechseln ihre Farbe, die Decke wird zum Sternenhimmel. „Jeder Abend ist ein kleines Abenteuer“, sagt Geschäftsführer Benjamin Pflügl und reicht einen frisch gemixten Drink über den Tresen. „Wir sind im Kern eine Cocktailbar – unser Anspruch geht weit darüber hinaus. Mit unserem 360°-Projektionskonzept verwandeln wir den Raum regelmäßig in völlig neue Welten.“ Vom gotischen Speisesaal bis zum bekannten Filmuniversum, die Möglichkeiten sind nahezu grenzenlos.
Für den Start ins eigene Abenteuer holten sich Pflügl und sein Team Unterstützung bei der WKNÖ. „Wir haben den Gründungszuschuss und Beratungen genutzt – Betreuung und Abwicklung waren reibungslos und unkompliziert. Dank der professionellen Hilfe konnten wir früh die richtigen Weichen stellen.“
Jedes Detail ist durchdacht: Dekoration, Cocktailkarte, Musik. „Unser Ziel ist es, unseren Gästen jedes Mal ein neues, rundes Gesamterlebnis zu bieten“, erklärt Pflügl. „Die Experten der WKNÖ helfen, Fehler zu vermeiden, die teuer werden können – und zeigen, wie vielfältig Fördermöglichkeiten wirklich sind. Wir waren positiv überrascht und werden auch künftig ein Auge darauf haben, ob es für uns passende Modelle und Angebote gibt.“
Webstuhl und Kombinationen
Ortswechsel. St. Pölten. Traisenpark. Die Boutique Loom von Lisa Primorac. „Probieren Sie diese Teile gemeinsam“, sagt die Modehändlerin und legt Blazer, Bluse und Hose nebeneinander auf einen Tisch. Ein kurzer Blick, ein entschiedenes Kopfnicken und die junge Frau verschwindet mit der vorgeschlagenen Kombination in der Umkleidekabine. „Loom bedeutet übersetzt Webstuhl. Wir stehen für qualitative Ware, wobei die Kollektionen von rund 25 Lieferanten durch uns selbst zusammengestellt werden“, erklärt Primorac. Kundinnen bekommen hier komplette Kombinationen – „für Alltag, Büro und festliche Anlässe.“ Damit auch das Geschäft selbst zum Konzept passt, wurde modernisiert – mit Hilfe der geförderten Beratungen der Wirtschaftskammer NÖ. „Wir wurden mit einem Gründungszuschuss unterstützt sowie mit fachlicher Expertise und medialer Reichweite.“
Während vorne beraten und kombiniert wird, läuft im Hintergrund viel Analyse. „Wir zählen uns selbst zu einer der digitalisiertesten Boutiquen in NÖ“, sagt Primorac. Verkaufszahlen, Kundenströme und Warenbewegungen werden laufend ausgewertet. Und manche Ideen hängen sprichwörtlich schon am Haken: Seit 2024 lässt die Boutique eigene Strumpfhosen in Italien produzieren. „Diese bestechen vor allem durch Qualität und Langlebigkeit.“ Werte, die künftig auch eine eigene Kollektion prägen sollen.
Dass solche Investitionen möglich bleiben, sei auch den geförderten Beratungsservices zu verdanken: „Die Unterstützung durch die WKNÖ ermöglicht uns, auch in turbulenten Zeiten weiter in unser Unternehmen und den Wirtschaftsstandort zu investieren.“ Bereits seit der Gründung nutzt Primorac Angebote der WKNÖ – von unternehmerischer Beratung über Trend-Scouting wie „Future of Retail 2024“ bis zu Fachvorträgen. „Die Veranstaltungen der WKNÖ sind immer einen Besuch wert, um neue Kontakte zu knüpfen, sich auf Augenhöhe auszutauschen und neue Perspektiven für das eigene Unternehmen zu gewinnen.“
Die Unterstützung durch die WKNÖ ermöglicht uns, auch in turbulenten Zeiten weiter in unser Unternehmen und den Wirtschaftsstandort zu investieren.
Lisa Primorac
Loo Boutique, Modehändlerin
Bio. Handarbeit. Nachhaltigkeit
Von St. Pölten geht es weiter nach Wolkersdorf – von modischer Kombinationskunst zu handwerklicher Sorgfalt. „Genusskoarl“ Karl Severin Traugott öffnet einen Edelstahlbehälter in seiner Produktionshalle, riecht an der fermentierten Sojasauce und nickt zufrieden. „Zu sehen, wie aus ein paar regionalen Zutaten ein fertiges Würzmittel entsteht, ist immer wieder faszinierend“, sagt er und lächelt. Genusskoarl steht seit 2016 für Bio, Handarbeit und Nachhaltigkeit – vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt. Jedes Glas, jede Paste wird mit Sorgfalt hergestellt, die österreichischen Rohstoffe stammen aus Bio-Betrieben, die Lieferwege sind kurz, die Fermentation traditionell. Die Produkte gehen in den Lebensmitteleinzelhandel und Biofachhandel, die Gastronomie – sowie in den Export nach Deutschland, Tschechien und in die Schweiz. „Wir wollen kein schnelles Wachstum, sondern nachhaltige, qualitativ hochwertige Entwicklung“, erklärt Traugott, während er frisch abgefüllte Flaschen in Kartons sortiert.
Doch der Weg vom Rohstoff zum fertigen Produkt ist für ein kleines Unternehmen nicht einfach. „Förderlandschaften sind für kleine und wachsende Unternehmen oft schwer zu überblicken“, sagt Traugott. Deshalb wandte er sich an das Förderservice der WKNÖ. „Die Unterstützung war praxisnah und konkret“, erklärt er. Vom KMU.DIGITAL-Programm über Umweltberatungen bis zur Bürgschaft für die Finanzierung half die WKNÖ, die richtigen Schritte zu setzen, Anforderungen zu verstehen und Anträge sauber vorzubereiten. „Ohne diese Begleitung wären manche Förderungen für uns kaum umsetzbar gewesen.“
Ohne die Begleitung durch die WKNÖ wären manche Förderungen für uns kaum umsetzbar gewesen.
Karl Severin Traugott
Genusskoarl, Produzent
Darüber hinaus nutzt Genusskoarl auch weitere Angebote der WKNÖ, etwa die AußenwirtschaftsCenter. „Gerade beim Einstieg in neue Märkte sind diese Informationen und Kontakte eine große Hilfe.“ Auch für die Zukunft setzt das Unternehmen auf Kontinuität statt Eile. „Wir wollen wirtschaftlich tragfähig wachsen, ohne unsere handwerkliche Qualität und die regionalen Rohstoffe zu vernachlässigen“, sagt Traugott. Geplant ist eine neue Abfülllinie für Misopaste, außerdem laufen Produktinnovationen und die Erschließung neuer Märkte im In- und Ausland. So bleibt Genusskoarl zuverlässig, nachhaltig – und mit der Unterstützung der WKNÖ bestens gerüstet für kommende Schritte.
www.goettinger.com
www.chameleonbar.at
loom.boutique
genusskoarl.at