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Baupreis Platz 1
© Andreas Buchberger

Konzertsaal Hermannswörth in Prein an der Rax gewinnt NÖ Baupreis 2026

Lesedauer: 7 Minuten

Aktualisiert am 16.10.2026

Zweiter Platz für Korngut Niedergrünbach, dritter für Rathaus Inzersdorf-Getzersdorf – über 80 Projekte eingereicht – Landesinnungsmeister Lehner: „Beleg für hohes Niveau und außerordentliche Qualität des Bauschaffens in Niederösterreich“

Die Sieger beim NÖ Baupreis 2026 stehen fest: Der erste Platz geht an den neuen Konzertsaal Hermannswörth in Prein an der Rax (Bez. Neunkirchen). Das Korngut Niedergrünbach (Bez. Krems) belegt den zweiten Platz, den dritten das neue Rathaus Inzersdorf-Getzersdorf (Bez. St. Pölten). Die Preisträger wurden jetzt im Rahmen einer Gala in der Spitzenfabrik in St. Pölten ausgezeichnet.

„Über 80 eingereichte Projekte, die praktisch durch die Bank von bemerkenswerter Qualität waren, stellten nicht nur die Jury vor große Herausforderungen, sondern belegen auch das hohe Niveau und die außerordentliche Qualität des Bauschaffens in Niederösterreich“, betonte Niederösterreichs Bau-Landesinnungsmeister Günther Lehner bei der gemeinsam mit LAbg. Florian Krumböck und dem Obmann der WKNÖ-Sparte Gewerbe und Handwerk, Jochen Flicker, vorgenommenen Siegerehrung. Zugleich unterstrich Lehner die hohe Bedeutung der Bauwirtschaft für den gesamten Wirtschaftsstandort Niederösterreich: Mit einer Wertschöpfung von 5,2 Milliarden Euro und sichert diese direkt und indirekt rund 74.000 Arbeitsplätze im Land.

"Vertrauen in das Land, den Standort und die Zukunft"

Die Verleihung des NÖ Baupreises habe für ihn persönlich und das Land Niederösterreich einen „besonderen Stellenwert", betonte LAbg. Florian Krumböck in Vertretung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. „Sie alle geben mit diesen großartigen Bauprojekten ein Versprechen ab: nämlich auch in schwierigen Zeiten Vertrauen in das Land, den Standort und die Zukunft zu haben", gratulierte Krumböck den Auftraggebern, Planern, Architekten und Baufirmen. Als Impulse für die Bauwirtschaft verwies er zugleich auf 750 Millionen Euro an Investitionen des Landes in Kinderbetreuungseinrichtungen und das neue NÖ Sanierungsvereinfachungsgesetz, mit dem das Land „Bauen und Sanieren einfacher machen" wolle.

Vier Kriterien im Zentrum

Vier Kriterien standen für die Entscheidung besonders im Fokus:

  • die Qualität der handwerklich-technischen Leistungen
  • die zeitgemäße Planung, Gestaltung und Objektumsetzung
  • die ökologische und nachhaltige Bauweise und
  • die wirtschaftliche, nutzungsorientierte Funktionalität

Den Vorsitz in der Jury führte die Landesbaudirektorin von Niederösterreich, Christine Pennerstorfer.

Anerkennung für sieben Projekte

Sieben Projekte wurden mit Anerkennungen geehrt:

  • das Betriebsgebäude LUKS (Mauer/Bez. Amstetten),
  • das Ärztehaus MT7. Medizin & Gesundheit (St. Pölten),
  • der Umbau und die Erweiterung der Volksschule Kottingbrunn (Bez. Baden),
  • der Wohnbau Junges Wohnen Melk,
  • die Erweiterung des Weinguts Jordan (Pulkau/Bez. Hollabrunn),
  • der Heide-Kindergarten Gießhübl (Bez. Mödling) und
  • der KIGA Rossatz-Arnsdorf (Bez. Krems).

Sieben Nominierungen

Weitere sieben Projekte können sich über die Auszeichnung mit einer Nominierung freuen:

  • Boulderbar St. Pölten
  • Quartier Wolkersdorf (Bez. Mistelbach)
  • HÄUSL. (Waidmannsbach/Bez. Wiener Neustadt)
  • Tulln, Am Mittergwendt
  • Neubau Unterkunfts- und Wirtschaftsgebäude am Campus der Theresianischen Militärakademie Wiener Neustadt
  • Sanierung, Um- und Zubau des ehemaligen Hubertusbräu-Depots (Gars am Kamp/Bez. Horn)
  • Wohnhausanlage Wieselburg Stadt (Bez. Scheibbs)

Zum Nö Baupreis:  

Der NÖ Baupreis wird durch das Land Niederösterreich und die Landesinnung Bau NÖ für in Niederösterreich ausgeführte Bauvorhaben vergeben. Zum Wettbewerb zugelassen sind Projekte, die in den letzten vier Jahren fertiggestellt wurden. Der NÖ Baupreis wird für Hochbauten jeder Art vergeben, darunter fallen beispielsweise der Neu-, Um- oder Zubau von Ein- und Mehrfamilienhäusern, Bauten mit gewerblicher Nutzung, öffentliche Bauten usw.

Teilnahmeberechtigt sind sowohl Bauherren (Bauträger) als auch Planer und ausführende Baufirmen. Der nächste NÖ Baupreis wird 2028 vergeben.

Die drei Erstplatzierten in den Jurybegründungen:


KONZERTSAAL HERMANNSWÖRTH in Prein an der Rax – „Hohe Qualität der baulichen und architektonischen Umsetzung"

Eingebettet in eine einzigartige Natur- und Parklandschaft mit uraltem exotischem Baumbestand und einer mächtigen Linde, entstand ein 160 m2 großer Kammermusikkonzertsaal als Zubau zu einem historischen Landgut, in dem einst Richard Strauss verkehrte.

Der eingeschoßige Satteldachbaukörper besticht durch seine naturnahe Holzschindeldeckung. Die besondere Geometrie des polygonalen Grundrisses, in dem sich keine zwei parallel gegenüberliegenden Flächen wiederfinden, dient, so wie die verstellbaren Deckenpaneele, der optimierten Raumakustik. Das Innere wird von heller Eiche an Wand- und Deckenflächen sowie dunkler Räuchereiche für Boden und Bühne dominiert.

Der 120 Plätze bietende Saal ist ein Ort für wissenschaftlich und kulturell hochrangige Seminare und Konzerte. Initiiert von Gustav Ammerer – Chemiker, Cellospieler und Förderer junger Talente – bietet er ein optisches und akustisches Besonderheitserlebnis. Die hohe Qualität der baulichen und architektonischen Umsetzung wurde verdientermaßen mit dem 1. Platz des NÖ Baupreis ausgezeichnet.

Baupreis Platz 1
© Andreas Buchberger Der Konzertsaal Hermannswörth, das Siegerprojekt in Prein an der Rax
Gruppe
© Philipp Monihart V.l.: LAbg. Florian Krumböck, Kadir Sahin (Planer, iC consulenten Ziviltechnker GmbH), Gustav Ammerer (Bauherr), Peter Willensdorfer (Planer, tonarchitektur willensdorfer KG), Gabriele Bauer (Planer, archipel architekten) Johannes Kraus (Planer), Stephan Ruesch (ausführende Baufirma, DI Wilhelm Sedlak Gesellschaft m.b.H.), Daniel Balla (Planer, iC consulenten Ziviltechnker GmbH), Clara Anna Antonia Krall (Konzertveranstalterin, NÖ Landesinnungsmeister Bau Günther Lehner, WKNÖ-Spartenobmann Gewerbe und Handwerk Jochen Flicker

Korngut Niedergrünbach – „Innovation und zeitgemäß wirksame Funktionen“

Das historische Speicherbauwerk Korngut in Niedergrünbach, aus den Steinen einer nicht mehr in Verwendung stehenden Burganlage errichtet, hatte bis vor kurzem in seiner Funktion keine aktive Verwendung mehr. Von einem beeindruckenden Teil von Waldviertler Kulturlandschaft umgeben, wurde das ehemalige Wirtschaftsgebäude zu einem Urlaubs- und Seminarhotel umgebaut.

Die massive, 320 Jahre alte Struktur des Natursteinmauerwerks wurde sorgfältig instandgesetzt und im Innenbereich mit den baulichen Erfordernissen der neuen Nutzung befüllt. Die so entstandenen Räume für die Hotelnutzung erfüllen nicht nur technisch bedingte Erwartungshaltung und innovative Möblierung, sondern auch jene notwendigen Aspekte, welche das Zusammenwirken mit dem neu errichteten Versorgungsgebäude, dem naheliegenden Golfplatz, aber besonders mit der umgebenden Landschaft ermöglichen. Dem in der Landschaft präsent wirkenden Baukörper wurden den Nebengebäuden zugewandt filigran anmutende Balkone gekonnt mit Abstand vorgesetzt und bieten damit Zimmern wie Seminarräumen der beiden Obergeschoße Zutritt ins Freie, im Dachgeschoß erfüllen eingeschnittene Loggien diesen Zweck.

Mit der bewusst umgesetzten Haltung, das in der Landschaft ungemein kräftig wirkende Großbauwerk mit zeitgemäß wirksamen Funktionen wiederzubeleben, ist es gelungen, mit Innovation den bestehenden Standort von Golfplatz und Gastronomie um ein weiteres die Region Waldviertel stärkendes Element zu ergänzen.

Baupreis Platz 2
© Andreas Buchberger Silber für das Korngut Niedergrünbach
Gruppe
© Philipp Monihart V.l.: LAbg. Florian Krumböck, Gerhard Holzmüller, Andreas Kolm, Günther Doppler (alle ausführende Baufirma, Raiffeisen-Lagerhaus Zwettl eGen), Verena Lemp (Bauherr, ML Energietechnik GmbH), Bgm. Gerhard Wandl (Marktgemeinde Rastenfeld), Matthias Lemp, Claudia Lemp (beide Bauherr, ML Energietechnik GmbH), Anton Dirnberger (ausführende Baufirma, Raiffeisen-Lagerhaus Zwettl eGen), NÖ Landesinnungsmeister Bau Günther Lehner, WKNÖ-Spartenobmann Gewerbe und Handwerk Jochen Flicker

Rathaus Inzersdorf-Getzersdorf – „Beispielhafte Verbindung aus architektonischer Qualität, funktionaler Neuordnung und Ortsentwicklung“

Mit dem Neubau des Rathauses neben dem historischen Gemeindeamt ist weit mehr als ein Verwaltungsgebäude entstanden: Das Projekt versteht sich als umfassende Neustrukturierung des Ortszentrums. Der formal eigenständige Baukörper mit überwiegender Steildachausbildung und gefilzter Putzfassade nimmt sensibel Bezug auf das dörflich geprägte Umfeld. Durch die rückversetzte Positionierung entstand ein begrünter Vorplatz, der den öffentlichen Raum klar definiert. Der bewusst freigehaltene Zwischenraum zwischen Alt- und Neubau ermöglicht zudem eine attraktive fußläufige Verbindung zu Volksschule, Veranstaltungssaal und Museum.  Gleichzeitig wurde das historische Gemeindeamt einer neuen Nutzung zugeführt und beherbergt nun die Bibliothek, eine Wohnung und Räumlichkeiten der Landjugend.

Im Inneren überzeugt der Neubau mit hohem Detaillierungsgrad und einem eleganten Ambiente aus sandgestrahltem Sichtbeton, Eichenholzportalen und Ganzglaselementen. Die Jury würdigt diese beispielhafte Verbindung aus architektonischer Qualität, funktionaler Neuordnung und Ortsentwicklung mit dem 3. Platz des NÖ Baupreis.

Baupreis Platz 3
© Andreas Buchberger Das Rathaus Inzersdorf-Getzersdorf holte Bronze
Gruppe
© Philipp Monihart V.l.: LAbg. Florian Krumböck, Thomas Sulzer (Planer, Harrer & Harrer ZT GmbH), Christian Müller (Planer, KWI Engineers GmbH), Bgm. Ewald Gorth, Peter Leitner (beide Bauherr Gemeindeamt Inzersdorf-Getzersdorf), Christian Mang (Planer), Rainer Emberger (ausführende Baufirma, Anton Traunfellner Gesellschaft m.b.H.), Hermann Haider (Planer), Christoph Traxler (Planer, Harrer & Harrer ZT GmbH), NÖ Landesinnungsmeister Bau Günther Lehner, WKNÖ-Spartenobmann Gewerbe und Handwerk Jochen Flicker

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