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hueber der wirt in bründl
© The Streamers

Lehre mit Geschmack

Bei „Hueber Der Wirt“ in Bründl entwickelt Koch David Wieland sein Talent Schritt für Schritt weiter – mit Kreativität, Teamgeist und viel Leidenschaft.

Lesedauer: 4 Minuten

Aktualisiert am 08.09.2026

Es ist kurz vor Mittag. In der Küche von „Hueber Der Wirt in Bründl“, steigt die Konzentration. Töpfe klappern, Messer schneiden im schnellen Takt, in den Pfannen brutzelt es. Doch bevor der Service beginnt, geht David Wieland noch einmal kurz in sich. Der 18-Jährige kontrolliert seine Mise en place, prüft und schreibt auf, was für den Tag noch vorbereitet werden muss. „Mit einer guten Planung läuft der Service viel entspannter“, sagt der Kochlehrling im dritten Jahr.

David ist derzeit für den Gardemanger und die Patisserie verantwortlich. „Ich versuche, jedes Gericht perfekt auf den Teller zu bringen. Genau das macht den Reiz aus.“ Dass er Koch werden möchte, war für ihn früh klar. Schon als Kind stand er daheim gerne am Herd. „Man kann seiner Kreativität freien Lauf lassen. Das hat mich schon immer begeistert.“ Einen einzelnen Schlüsselmoment hat es zwar nicht gegeben. Aber das Gefühl, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben, stellte sich bald ein. „Ich wollte nicht einfach nur weiter zur Schule gehen. Mir gefällt, dass ich jeden Tag etwas lerne und gleichzeitig etwas schaffe, das anderen Freude macht.“

Schon beim Schnuppern gelernt

Auf seinen Lehrbetrieb wurde David durch mehrere Schnupperpraktika aufmerksam. Hier durfte er von Anfang an mitarbeiten und Verantwortung übernehmen. „Ich habe schon beim Schnuppern unglaublich viel gelernt. Da war für mich schnell klar, dass ich genau hier meine Lehre machen möchte.“

Was viele Außenstehende unterschätzen? „Wie viel Vorbereitung hinter einem Service steckt und wie stressig es zeitweise werden kann.“ Trotzdem erlebt er gerade in diesen Momenten den größten Zusammenhalt. „Wenn viel los ist, funktioniert das Team besonders gut. Jeder weiß, was zu tun ist, und man kann sich aufeinander verlassen.“

Wenn viel los ist, funktioniert das Team besonders gut. Man kann sich aufeinander verlassen.

Dieses Miteinander erlebt auch Inhaber und Küchenchef Stefan Hueber jeden Tag. Seit rund zehn Jahren bildet er Lehrlinge aus. Insgesamt sechs junge Menschen hat er bereits auf ihrem Weg begleitet. „Wir müssen unser Handwerk und unser Wissen an die nächste Generation weitergeben. Nur so sichern wir langfristig die Fachkräfte in unserer Branche.“

Zu sehen wie junge Menschen wachsen

Natürlich sei die Ausbildung nicht immer einfach. „Jeder Lehrling bringt seine eigene Persönlichkeit mit. Gerade in stressigen Situationen ist das manchmal herausfordernd.“ Gleichzeitig seien genau diese Entwicklungen das Schönste an seiner Arbeit. „Zu sehen, wie junge Menschen fachlich und persönlich wachsen, motiviert auch mich jeden Tag.“ Unterstützung kommt auch von der Wirtschaftskammer NÖ – mit Förderungen und Hilfe bei den Berufsschul- und Internatskosten.

Auf David ist Hueber sehr stolz. „Er hat an zahlreichen Wettbewerben teilgenommen und jedes Mal einen Sieg mit nach Hause gebracht.“ Zuletzt überzeugte der junge Koch bei den Junior Skills Austria. Außerdem bestand er seine Lehrabschlussprüfung mit ausgezeichnetem Erfolg. „Auch im À-la-carte-Geschäft meistert er seine Aufgaben mit Bravour.“

Für David gehören Wettbewerbe zu den prägendsten Erfahrungen seiner bisherigen Ausbildung. „Sie waren unglaublich herausfordernd, aber gleichzeitig extrem lehrreich. Dort lernt man, auch unter Druck ruhig zu bleiben und kreativ zu arbeiten.“

Wir müssen unser Handwerk und unser Wissen an die nächste Generation weitergeben. Nur so sichern wir langfristig die Fachkräfte in unserer Branche.

Nach der Lehre wartet zunächst der Zivildienst. Danach möchte er Erfahrungen in unterschiedlichen Betrieben und Regionen sammeln. Eines ist für ihn aber schon jetzt sicher: „Ich will mich ständig weiterentwickeln und Neues dazulernen.“

Wenn am Abend der letzte Teller die Küche verlassen hat, wird geputzt, aufgeräumt und die Mise en place für den nächsten Tag vorbereitet. Erst dann endet der Arbeitstag. Für David gehört auch das dazu. Denn hinter jedem gelungenen Gericht steckt weit mehr als der Moment, in dem es den Gästen serviert wird. Es sind Planung, Präzision, Teamarbeit – und die Freude daran, mit gutem Handwerk anderen Menschen ein besonderes Erlebnis zu bereiten. Denn: Lehre ist mehr.