Lehrlingswettbewerb Industrie 4.0: 20 Lehrlinge setzen auf nachhaltige Kreisläufe und Roboter-Unterstützung
Helmut Schwarzl, Spartenobmann der NÖ Industrie: „Gerade angesichts der aktuell angespannten wirtschaftlichen Lage ist es entscheidend, unsere Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit weiter zu stärken. Dazu braucht es gut ausgebildete, engagierte junge Menschen.“
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Niederösterreichs Industrie sieht sich aktuell mit herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen konfrontiert, die es umso wichtiger machen, in Ausbildung und Innovation zu investieren. Ein wesentlicher Schritt in diese Richtung ist der Lehrlingswettbewerb „Industrie 4.0“ mit seinem Fokus auf Teamwork, Digitalisierung und kollaboratives Arbeiten im Produktionsbereich.
2026 stand der Wettbewerb im Zeichen moderner Reinigungskreisläufe und vernetzter Produktionsprozesse. 20 Lehrlinge in fünf Teams zeigten, wie Automatisierung, kollaborative Robotik und nachhaltige Kreislaufsysteme – etwa bei der Rückgabe und Reinigung von Pfandflaschen – zur Effizienzsteigerung beitragen können. Sie lösten dabei anspruchsvolle Aufgaben rund um automatisierte Retouren-Anlagen, Reinigungsprozesse sowie den Einsatz von Cobots (kollaborierende Roboter).
Zwei Tage lang arbeiteten die Lehrlinge aus den Bereichen Elektro-, Metall- und Prozesstechnik sowie Mechatronik im WIFI St. Pölten gemeinsam an ihren Projekten. Die Aufgabe bestand darin, eine automatisierte Flaschenrückgabe- und Reinigungsanlage zu konstruieren, zu verdrahten und zu programmieren. Dabei wurden Einzelteile gefertigt, moderne Sensorik integriert und kollaborierende Roboter zur Unterstützung eingesetzt. Trotz modernster Technologien blieb auch das traditionelle Handwerk ein zentraler Bestandteil der Umsetzung.
"Der Teambewerb Industrie 4.0 zeigt eindrucksvoll, dass unsere Lehrlinge innovative Lösungen praxisnah umsetzen"
Wolfgang Ecker, Präsident der Wirtschaftskammer NÖ, zeigte sich bei einem gemeinsamen Rundgang am zweiten Wettbewerbstag von den Leistungen der Lehrlinge beeindruckt: „Eine Lehre ist und bleibt die beste und zukunftsträchtigste Form der beruflichen Qualifikation für junge Menschen. Gerade in Zeiten von Digitalisierung, KI und ökologischer Transformation entwickeln sich die Ausbildungsinhalte laufend weiter. Der Teambewerb Industrie 4.0 zeigt eindrucksvoll, dass unsere Lehrlinge bereits heute mit diesen Entwicklungen Schritt halten und innovative Lösungen praxisnah umsetzen.“
Helmut Schwarzl, Spartenobmann der NÖ Industrie, betont: „In der Lehre steckt das größte Potenzial, Fachkräfte für die Produktionswelt von morgen auszubilden. Gerade angesichts der aktuell angespannten wirtschaftlichen Lage ist es entscheidend, unsere Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit weiter zu stärken. Dazu braucht es gut ausgebildete, engagierte junge Menschen. Wie breit und zukunftsorientiert die Ausbildung heute aufgestellt ist – von Digitalisierung über Nachhaltigkeit bis hin zu kollaborativer Robotik – haben die Lehrlinge hier beim Wettbewerb eindrucksvoll gezeigt.“
Sponsoren fördern junge Talente und geben ihnen die Möglichkeit, ihr Können unter realen Bedingungen zu zeigen
„Wir freuen uns, den Lehrlingswettbewerb auch 2026 wieder unterstützen zu dürfen. Gerade die Verbindung aus Digitalisierung, Automatisierung und nachhaltigen Prozessen zeigt, wie zukunftsfit die Ausbildung heute ist. Für uns als Unternehmen ist es entscheidend, junge Talente frühzeitig zu fördern und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihr Können unter realen Bedingungen zu zeigen“, sagt Martin Kohlmaier, Vorstandsvorsitzender der ABB AG.
Dem pflichtet Rainer Ostermann, Geschäftsführer von Festo Österreich, bei: „Die Förderung technikbegeisterter Jugendlicher ist heute wichtiger denn je. Der Wettbewerb bietet eine ideale Plattform, um Kompetenzen in Bereichen wie Automatisierung, Digitalisierung und Teamarbeit zu entwickeln und sichtbar zu machen. Wir unterstützen diese Initiative daher weiterhin mit großer Überzeugung.“
Rudolf Koch, Country Manager für Österreich und Slowenien bei RS Components, ergänzt: „Die Aufgabenstellungen werden jedes Jahr anspruchsvoller und spiegeln aktuelle industrielle Entwicklungen wider – von nachhaltigen Prozessen bis hin zur Integration neuer Technologien. Es ist beeindruckend zu sehen, mit welchem Engagement und Know-how die Lehrlinge diese Herausforderungen meistern.“
Die Siegerehrung des Lehrlingswettbewerbes „Industrie 4.0“ findet am Dienstag, 30. Juni 2026, im WIFI St. Pölten statt.
Die Teams
- Eaton Industries Austria GmbH; Team „EATON – THE BLUE ICE“
- ÖBB Infra; Team „Dave and the Chipmunks“
- Welser Profile Austria GmbH; Team „Future of Production“
- ÖBB Infra; Team „PostBusBreezer“
- Firmenübergreifendes Team: Baumit GmbH & TEST-FUCHS GmbH; Team „FUCHS - BAU“
Zahlen - Daten - Fakten zur NÖ Industrie
Rund 1.000 Industrieunternehmen sind in Niederösterreich beheimatet. Aktuell bilden 230 Lehrbetriebe rund 2.520 Lehrlinge in knapp 100 verschiedenen Lehrberufen aus. Der Anteil weiblicher Lehrlinge steigt weiter kontinuierlich, ebenso wie die Bedeutung digitaler und technologischer Kompetenzen in der Ausbildung. Rund 16 Prozent aller Lehrlinge in Niederösterreich werden von Industriebetrieben ausgebildet. Insgesamt trägt die NÖ Industrie rund ein Drittel zur Wirtschaftsleistung des Bundeslandes bei.