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Dyk Mühle
© Dyk Mühle

Mehl. Bier. Stahl. Und je de Menge Daten.

NÖ Betriebe treiben Digitalisierung und Innovation voran. Seit 80 Jahren steht ihnen dabei die WKNÖ zur Seite - mit Beratung, Förderung und Expertise. 

Lesedauer: 8 Minuten

Aktualisiert am 09.09.2026

Bevor der Papiersack verschlossen wird, wandert Adrian Straskys Hand noch einmal ins frisch vermahlene Mehl. Er prüft Konsistenz und Qualität – eine Routine, die in der Dyk Mühle seit Generationen zum Alltag gehört. Über ihm transportieren Förderanlagen das Getreide von einer Station zur nächsten. Vieles geschieht heute digital – doch das Gespür für das Produkt bleibt unersetzlich. Die Dyk Mühle in Raabs an der Thaya verbindet traditionelles Müllerhandwerk mit moderner Technologie. Seit fünf Generationen verarbeitet der Familienbetrieb Getreide zu hochwertigen Bio- und Demeter-Mehlen sowie Backmitteln und beliefert damit spezialisierte Bäckereien und lebensmittelverarbeitende Betriebe in Österreich, Deutschland und Tschechien. Rund 45 Prozent der Produktion werden exportiert. „Wir sind bewusst ein kleiner Betrieb geblieben. Dadurch können wir flexibel auf Kundenwünsche reagieren, Kleinstchargen produzieren und gemeinsam individuelle Lösungen entwickeln“, erklärt Geschäftsführerin Lisa Dyk. Gleichzeitig spielt Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle – von der eigenen Wasserkraftanlage bis zur Photovoltaik. „Wir wollen sorgsam und verantwortungsvoll mit unseren Ressourcen umgehen.“ Mit zunehmendem Wachstum stießen jedoch auch die internen Abläufe an ihre Grenzen. Buchhaltung, Lagerverwaltung und Qualitätssicherung arbeiteten mit unterschiedlichen Programmen und aufwendig gepflegten Excel-Dateien. Chargen mussten manuell zugeordnet, Analysen separat dokumentiert und Produktionsdaten mehrfach erfasst werden.

Ohne Förderung hätten wir unser Vorhaben nicht umsetzen können.

„Unser Ziel war es, sämtliche Prozesse in einem zentralen System zusammenzuführen“, erklärt Dyk. „Wir wollten Arbeitsabläufe vereinfachen, Fehlerquellen reduzieren und jederzeit einen aktuellen Überblick über Lagerbestände, Produktionsplanung und Qualitätsdaten haben.“
Unterstützung bei der Umsetzung des Projektes fand der Betrieb im Impulsprogramm digi4Wirtschaft, finanziert von der Wirtschaftskammer NÖ und dem Land NÖ. Damit konnte die Dyk Mühle ein durchgängiges EDV-System einführen, das sämtliche Arbeitsschritte entlang der Produktionskette – vom Einkauf der Rohwaren über deren Verarbeitung bis zum Verkauf der fertigen Produkte – digital abbildet.

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© Dyk Mühle

„Mit der Unterstützung der Wirtschaftskammer sind wir sehr zufrieden. Ohne diese Förderung hätten wir unser Vorhaben finanziell nicht umsetzen können“, ist Dyk überzeugt. Die Digitalisierung soll damit aber nicht abgeschlossen sein. Nach der erfolgreichen Einführung des neuen EDV-Systems rückt nun die Produktion in den Fokus. Sensoren und zusätzliche Prozessüberwachung sollen Abläufe – von der Getreideübernahme bis zur Herstellung von Vollmehlen und Schroten – weiter automatisieren. Ein zentrales SCADA-System sorgt dabei für den Überblick über alle Anlagenteile und liefert wertvolle Daten für die weitere Optimierung der Prozesse.
Für andere Betriebe hat Lisa Dyk einen klaren Rat: „Eine detaillierte Projektplanung ist die beste Grundlage für eine erfolgreiche Umsetzung. Und genauso wichtig ist es, den Förderantrag rechtzeitig einzureichen.“ 

Wenn die Schank mitdenkt

Von der traditionsreichen Mühle führt der Weg zu einem weiteren NÖ Familienbetrieb, der gewachsenes Know-how mit neuer Technologie verbindet. Diesmal allerdings nicht zwischen Getreide und Mehlsäcken, sondern dort, wo Getränke möglichst schnell, exakt und zunehmend automatisch ins Glas kommen. Gefäß hinstellen, Knopf drücken – den Rest übernimmt die Technik. Das Glas wird automatisch geneigt, befüllt und der Ausschank digital erfasst. Was für den Gast nach wenigen Sekunden erledigt ist, steckt allerdings voller Hard- und Software, die in Hollabrunn entwickelt wurde. Hier hat die Redl Group ihren Sitz. Das Familienunternehmen feiert 2026 sein 60-jähriges Bestehen und entwickelt unter der Marke SILEXA intelligente Ausschank-, Bezahl- und Selbstbedienungssysteme.
„Designed, developed & made in Austria – das ist bei uns wörtlich gemeint“, sagt Geschäftsführer Hermann Redl. Hard- und Softwareentwicklung, Konstruktion, Montage und Tests erfolgen am Standort Hollabrunn. Auch danach bleibt die Technik in den Händen des Unternehmens: Eigene Mitarbeiter betreuen die Anlagen bei den Kunden. Entwickelt im Weinviertel, sind die Systeme heute in Österreich, der EU, der Schweiz, den USA und Australien im Einsatz – sogar auf Kreuzfahrtschiffen.

Redl Group
© Redl Group

Rund zehn Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet die Redl Group mit 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Zu den Kunden zählen Gastronomie und Hotellerie ebenso wie Thermen, Cafés, Büros, Events und Stadien. Was sie verbindet, sind Herausforderungen, die viele Betriebe kennen: fehlendes Personal, hoher Zeitdruck und die Frage, wie sich Verluste bei der Ausschank vermeiden lassen.

Gegen den Fachkräftemangel

Genau hier setzt SILEXA an: Getränke werden automatisch gezapft, bis zu acht Softdrinks und Säfte kommen aus einer einzigen Schanksäule, Gäste bedienen sich per App oder Zimmerkarte selbst. Sogar leere Fässer wechselt das System automatisch. „Wir lösen damit zwei zentrale Probleme der Branche: Fachkräftemangel und Schankverluste“, erklärt Redl. Während etwa zwei Weißbier automatisch gezapft werden, kann sich das Personal bereits um andere Gäste kümmern. Jeder Ausschank wird dabei digital erfasst und direkt verbucht – Füllstände und Umsätze bleiben so jederzeit im Blick. „Aus Bauchgefühl werden harte Fakten.“ Auch intern setzt die Redl Group auf Digitalisierung: Die Techniker erledigen ihre Arbeitsberichte bereits papierlos per eigener App. Nun werden auch die Systeme für Unternehmenssteuerung und Kundenbetreuung modernisiert.

Innovation mit Unterstützung

Auf diesem Weg nutzt das Unternehmen unterschiedliche Angebote der Wirtschaftskammer NÖ – von Strategie- und Organisationsentwicklung über Innovationsfinanzierung und KMU.DIGITAL bis zu Beratungen zu Energieeffizienz, Mobilität und Kreislaufwirtschaft. Besonders eng ist die Kooperation mit den Technologie- und InnovationsPartnern NÖ, kurz TIP, dem gemeinsamen Innovationsservice von Wirtschaftskammer NÖ und Land NÖ. „Die Zusammenarbeit funktioniert durchwegs reibungslos“, bekräftigt Redl. Auch die WKNÖ-Bezirksstelle Hollabrunn sei ein wichtiger Ansprechpartner. „Wir greifen regelmäßig auf das Fachwissen der Experten zurück. Das ist für uns eine spürbare Erleichterung im oft herausfordernden Unternehmensalltag.“ Auch der 2023 eröffnete Firmensitz verbindet Innovation mit Nachhaltigkeit: Photovoltaik liefert Strom, eine Wärmepumpe mit Tiefenbohrungen sorgt für Heizung und Kühlung, Regenwasser versickert auf eigenem Grund. Herzstück für die Kunden ist der 300 Quadratmeter große Schauraum, in dem sie die Systeme direkt erleben können.

Aus einem Baugefühl werden harte Fakten.

KI statt 200 Seiten PDF

Und die nächste Entwicklungsstufe läuft bereits. KI soll gezielt dort eingesetzt werden, wo sie einen konkreten Nutzen bringt – etwa in der Softwareentwicklung. „Die Verantwortung für das Ergebnis bleibt dabei immer beim Menschen“, betont Redl. Parallel entsteht ein KI-gestütztes Schulungs- und Dokumentationsportal. Techniker im Außendienst sollen künftig per Chatbot binnen Sekunden die passende Anleitung finden, statt sich durch 200-seitige Dokumente arbeiten zu müssen. Anderen Betrieben rät Redl, die vorhandene Unterstützung aktiv zu nutzen: „Nachfragen lohnt sich für Betriebe jeder Größe. Die Wirtschaftskammer Niederösterreich bietet vielfältige Beratungs- und Förderangebote, die bei der Weiterentwicklung eines Unternehmens konkret helfen können.“

Stahl trifft auf digitale Stärke

Innovation hat viele Formen. In Hollabrunn kommt sie aus der Schankanlage, bei der Berndorf Band Group läuft sie auf Stahlbändern. Was das Unternehmen produziert, ist für viele Menschen weitgehend unsichtbar. Ihre Stahlbänder, Bandanlagen und Sondermaschinen arbeiten dort, wo industrielle Produkte entstehen – von Lebensmitteln und Backwaren über Chemie, Kunststoffe und Holzwerkstoffe bis hin zu Papier, Folien und Verbundwerkstoffen. 
Entwickelt werden die Lösungen unter anderem am Stammsitz in Berndorf. „Unsere Stärke liegt in der Kombination aus jahrzehntelanger Erfahrung, Engineering-Kompetenz und Innovationskraft“, weiß CFO Klaus Seiringer. Entscheidend sei dabei der Blick auf die konkrete Anwendung: „Unsere Kunden erhalten bei uns nicht nur Produkte, sondern ganzheitliche Prozesslösungen aus einer Hand.“

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© Berndorf Band GmbH

312 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in Berndorf beschäftigt, darunter 20 Lehrlinge. Weltweit zählt die Gruppe mehr als 400 Beschäftigte. Zum Portfolio gehören neben Stahlbändern unter anderem Doppelbandpressen, Casting Lines, Prozessanlagen und Sondermaschinen.

Wissen über Grenzen hinweg

Weltweit tätig zu sein heißt auch, Wissen schnell dorthin zu bringen, wo es gebraucht wird. „Innovation ist seit jeher ein wesentlicher Erfolgsfaktor der Berndorf Band Group“, erklärt Seiringer. „Unsere Kundinnen und Kunden erwarten zunehmend individuelle Lösungen, kurze Reaktionszeiten und effiziente Prozesse.“ Digitale Lösungen verbinden dabei Standorte, vereinfachen Abläufe und machen Know-how schneller verfügbar. Gleichzeitig geht es darum, dieses Wissen langfristig im Unternehmen zu sichern, Ressourcen gezielter einzusetzen und Reisekosten zu reduzieren.

Beratung durch die Experten

Unterstützung holt sich die Berndorf Band Group dabei auch von der Wirtschaftskammer NÖ. Für die Gründung eines Unternehmens in Thailand wurde etwa das Förderprogramm „go-international“ – abgewickelt über die Außenwirtschaftsstellen der Wirtschaftskammer – genutzt. Förderungen begleiteten sowohl kleinere interne Digitalisierungsprojekte als auch das bislang größte Vorhaben: den Bau eines TechCenters mit einem Projektvolumen von rund 13 Millionen Euro.

Die Beratung durch die Wirtschaftskammer NÖ hat uns zu den richtigen Beratungen geführt. 

 „Die Zusammenarbeit mit den Experten der Wirtschaftskammer NÖ, besonders mit den TIP im Weinviertel, funktioniert bestens“, zeigt sich Seiringer zufrieden. „Durch die Gespräche mit den Experten sind wir auf Fördermöglichkeiten gestoßen, die wir sonst vielleicht gar nicht oder erst zu spät gefunden hätten.“

KI als nächster Schritt

Stillstehen soll die Entwicklung nicht. Die Berndorf Band Group will ihre Kernprozesse weiter digitalisieren, Daten und Künstliche Intelligenz stärker nutzen und die Automatisierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette vorantreiben. „Unser Ziel ist es, IT und Digitalisierung noch stärker als Innovations- und Wachstumstreiber im Unternehmen zu verankern“, sagt Seiringer. Dabei müsse der Einstieg nicht gleich mit einem Millionenprojekt beginnen. Sein Rat an andere Unternehmen: „Mit einfach umsetzbaren Anwendungsfällen starten und die Beratungs- und Förderangebote der Wirtschaftskammer aktiv nutzen.“
Denn: Ob in der Mühle, an der Schankanlage oder in der Industrieproduktion. Innovation ist vielfältig. Was heute Digitalisierung, Automatisierung oder Künstliche Intelligenz heißt, wird morgen schon wieder neue Möglichkeiten eröffnen. Die Wirtschaftskammer NÖ begleitet die blau-gelben Unternehmen bei diesem Wandel. Seit 80 Jahren.

www.dyk-mill.com
redl.net
www.berndorfband-group.com