NÖ Gewerbe und Handwerk hält Beschäftigte in wirtschaftlich schwierigen Zeiten
85 Prozent der Betriebe gehen in den nächsten zwölf Monaten von gleichbleibenden oder steigenden Personalständen aus – Lichtblicke bei Investitionsklima
Lesedauer: 3 Minuten
Niederösterreichs Gewerbe und Handwerk will trotz der wirtschaftlich nicht einfachen Zeiten seine Beschäftigten halten. Vier von fünf Betrieben gehen davon aus, dass ihr Beschäftigtenstand in den nächsten Monaten gleich bleiben wird. Rund fünf Prozent planen sogar einen Ausbau des Beschäftigtenstands, 15 Prozent rechnen mit Rückgängen. Das zeigt das aktuelle WKNÖ-Wirtschaftsbarometer. „Das beweist einmal mehr die besonders stark ausgeprägte Bindung zwischen Unternehmen und Beschäftigten in unserem Gewerbe und Handwerk“, erklärt dazu Jochen Flicker, der Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ). „Selbst unter wirtschaftlich nicht einfachen Bedingungen tun unsere Unternehmen alles, um ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu halten.“
Ökologie, Nachhaltigkeit, Kapazitäten und Innovationen bei Neuinvestitionen im Zentrum
Bei der Einschätzung des Wirtschaftsklimas zeigen sich Lichtblicke. So zeichnet sich etwa nach zuletzt verzeichneten breiten Rückgängen bei den Aufträgen und bei der Kapazitätsauslastung in der Einschätzung der Unternehmen jetzt in beiden Bereichen eine Entlastung ab. Die Lage bleibt aber angespannt. Das Hauptmotiv bei den im niederösterreichischen Gewerbe und Handwerk in den nächsten zwölf Monaten geplanten Investitionen sind zu über 54 Prozent Neuinvestitionen - also Maßnahmen, die auf eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit abzielen. Niederösterreichweit sind es rund 38 Prozent. „Das ist im Vergleich also ein guter Wert, der als Lichtblick für unsere Branche verstanden werden kann“, so Spartenobmann Flicker. Im Zentrum bei den geplanten Neuinvestitionen stehen Maßnahmen in den Bereichen Ökologie und Nachhaltigkeit sowie zur Stärkung der Kapazitätsauslastung und Innovationen.
WKNÖ-Spartenobmann Flicker: "An Lohnnebenkostensenkung und Bürokratieabbau führt kein Weg vorbei."
„Umgekehrt müssen wir aber auch sehen, dass jene Gewerbe- und Handwerksbetriebe, die keine Neuinvestitionen planen, das zu 80 Prozent mit der allgemeinen Unsicherheit begründen“ betont Flicker. Entsprechend wichtig sind für Flicker Maßnahmen, zur Stärkung der Finanzkraft der Unternehmen und damit verbunden des Vertrauens in den Wirtschaftsstandort. „Die Senkung der Lohnnebenkosten und eine Entrümpelung bei den bürokratischen Anforderungen für unsere Betriebe gehören da an vorderster Stelle dazu. An beiden führt kein Weg vorbei.“
In Niederösterreichs Gewerbe und Handwerk sind 67.153 Betriebe mit knapp 152.000 Beschäftigten aktiv. Zugleich werden im Gewerbe und Handwerk rund 7.900 Lehrlinge ausgebildet, das entspricht nahezu der Hälfte aller Lehrlinge in Niederösterreich.