NÖ Handel: Nominelles Plus, aber keine Entwarnung
Umsätze bis Mai plus 2,4 Prozent – Einzelhandel unter Österreich-Schnitt, Großhandel und Kfz-Wirtschaft besser. Kirnbauer: „Noch kein nachhaltiger Aufschwung.“
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Der NÖ Handel hat von Jänner bis Mai 2026 nominell um 2,4 Prozent mehr umgesetzt als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Damit liegt Niederösterreich leicht über dem österreichweiten Durchschnitt von 2,1 Prozent. Das geht aus dem aktuellen Konjunkturbericht des Instituts für Österreichs Wirtschaft (iföw) im Auftrag der Sparte Handel hervor. „Das nominelle Umsatzplus darf allerdings nicht über die weiterhin schwierige konjunkturelle Situation hinwegtäuschen“, relativiert Franz Kirnbauer, Obmann der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer NÖ. Österreichweit steht dem Umsatzwachstum von 2,1 Prozent preisbereinigt ein reales Minus von 0,7 Prozent gegenüber.
„Die Lage im Handel bleibt angespannt. Niederösterreich schlägt sich in diesem schwierigen Umfeld zwar vergleichsweise gut, aber von einem nachhaltigen Aufschwung kann noch keine Rede sein. Die Konsumzurückhaltung ist weiterhin spürbar, und gleichzeitig stehen viele unserer Betriebe unter hohem Kostendruck“, erklärt der NÖ Spartenobmann.
Einzelhandel wächst nur moderat
Im NÖ Einzelhandel steigen die nominellen Umsätze im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahr um 1,2 Prozent. Damit bleibt Niederösterreich unter dem österreichweiten Durchschnitt von 1,9 Prozent. Österreichweit wird die Nulllinie preisbereinigt mit einem Minus von 0,1 Prozent knapp verfehlt. Auch bei der Beschäftigung zeigt sich die verhaltene Entwicklung: Die Zahl der Beschäftigten im niederösterreichischen Einzelhandel geht gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 um 0,7 Prozent zurück.
„Gerade im Einzelhandel sehen wir, dass die erhoffte Belebung des Konsums noch nicht angekommen ist. Die Menschen achten weiterhin sehr genau darauf, wofür sie ihr Geld ausgeben. Gleichzeitig stehen die Betriebe selbst unter hohem Kostendruck. Diese Kombination macht die Situation weiterhin schwierig“, so Kirnbauer.
Großhandel entwickelt sich vergleichsweise gut
Besser entwickelt sich der niederösterreichische Großhandel. Von Jänner bis Mai steigen die nominellen Umsätze um 3,2 Prozent. Das ist der höchste Zuwachs aller Bundesländer und liegt deutlich über dem österreichweiten Durchschnitt von 1,7 Prozent. Auch bei der Beschäftigung hebt sich Niederösterreich vom österreichweiten Trend ab: Während die Zahl der Beschäftigten im Großhandel österreichweit im ersten Halbjahr um 1,1 Prozent zurückgeht, verzeichnet Niederösterreich als einziges Bundesland einen leichten Zuwachs von 0,3 Prozent.
Kfz-Wirtschaft mit Plus
In der Kfz-Wirtschaft steigen die nominellen Umsätze in Niederösterreich von Jänner bis Mai um 5,6 Prozent und damit stärker als österreichweit (+4,7 Prozent). Auch die Beschäftigung entwickelt sich positiv: In Niederösterreich steigt sie im ersten Halbjahr um 1,9 Prozent, österreichweit um 0,8 Prozent.
Aussichten bleiben verhalten
Von einer breiten Erholung im Handel kann noch keine Rede sein. Österreichweit belasten vor allem Einzel- und Großhandel die Konjunktur. Der Großhandel liegt real 1,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die Kfz-Wirtschaft verzeichnet zwar noch ein reales Plus von 3,4 Prozent, auch hier hat sich die Dynamik gegenüber dem Vorjahr jedoch abgeschwächt.
Hinzu kommt, dass die Beschäftigung im österreichischen Handel im ersten Halbjahr um 0,3 Prozent zurückgegangen ist. Die Prognosen für das Gesamtjahr bleiben entsprechend verhalten.
„Unsere Betriebe behaupten sich unter schwierigen Bedingungen. Damit aus nominellen Zuwächsen wieder echtes Wachstum wird, braucht es aber eine nachhaltige Belebung des Konsums und bessere Rahmenbedingungen für die Unternehmen. Wir müssen Kaufkraft stärken, Kostenbelastungen reduzieren und wieder mehr Spielraum für Investitionen schaffen“, betont Kirnbauer.