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© Andreas Kraus

ÖBB und NÖ Wirtschaft wollen Weichen für künftig weiter verbesserte Zusammenarbeit stellen

Austausch zwischen Rail Cargo und Unternehmen in der WKNÖ – Bahnsperren in Deutschland, Einzelwagenverkehr und Sekundärrohstofftransporte im Zentrum

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Aktualisiert am 19.02.2026

Verlässliche Bahnverbindungen sind für Niederösterreichs Unternehmen ein zentraler Faktor für gut funktionierende Liefer- und Zulieferketten. Im Rahmen eines von der Sparte Industrie der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ) organisierten Austauschs zwischen Unternehmen und ÖBB in der WKNÖ-Zentrale in St. Pölten wurden nun in offener Atmosphäre anstehende Herausforderungen und mögliche Verbesserungen diskutiert. „Die Bahn ist ein geschätzter Partner für unsere Wirtschaft“, betonte WKNÖ-Vizepräsident Christian Moser. Dabei müsse aber auch sichergestellt werden, dass das Verhältnis zwischen Unternehmen und Bahn nicht durch „nicht hilfreiche Regelungen“ wie zuletzt beim Abfallwirtschaftsgesetz, beeinträchtigt werde. „Es geht um Planbarkeit, Verlässlichkeit und Kosteneffizienz“, so Moser. „Das ist es, was unsere Wirtschaft gerade in den aktuell nicht einfachen Zeiten braucht.“

Neben der von Seiten der NÖ Recyclingwirtschaft und der Industrie als nicht praxisgerecht und weder umwelt-, noch wirtschaftspolitisch sinnvoll kritisierten Regelung, seit 1. Jänner 100 Kilometer überschreitende Transporte von Sekundärrohstoffen wie Altmetall, Altholz und Altpapier weitgehend per Bahn durchzuführen zu müssen, standen vor allem die aktuellen Sperren im deutschen Bahnnetz sowie die Zukunft des sogenannten Einzelwagenverkehrs im Zentrum des Austauschs.

Trotz Sperren in Deutschland: "Aktuell können wir alle Regelverkehre abdecken"

In Österreich seien in den letzten Jahren rund vier Milliarden Euro für Instandhaltungsarbeiten am Bahnnetz ausgegeben worden, erklärte Christoph Grasl, der Vorstand der Rail Cargo Austria. In Deutschland werde derzeit ein groß angelegtes Sanierungsprogramm für das Bahnnetz umgesetzt, das sich aktuell in einer Sperre der Strecke Regensburg – Nürnberg und ab Sommer in einer Sperre der Strecke zwischen Passau und Obertraubling/Regensburg spiegelt. „Aktuell können wir alle Regelverkehre abdecken“, unterstrich Grasl. Die Sperren seien aber mit Umleitungsstrecken von bis zu 300 Kilometern und Zusatzkosten für die Rail Cargo von rund 20 Millionen Euro verbunden. Zur Verdeutlichung der ab Sommer verschärften Problematik: Über Passau fahren laut Grasl bis zu 140 Güterzüge am Tag, ein Fünftel des österreichischen Güterverkehrs geht über Passau.

Bekenntnis zum Einzelwagenverkehr

Ein klares Bekenntnis legte Grasl zum österreichischen Einzelwagenverkehr ab, bei dem einzelne Güterwagen oder Wagengruppen gebündelt und über Rangierbahnhöfe transportiert werden. Unternehmen wird so beim Bahntransport eine größere Flexibilität ermöglicht. „Wir glauben an den Einzelwagen“, so Grasl, „wollen ihn am Leben erhalten und damit die Wirtschaft weiter unterstützen.“ Angesichts des Kostendrucks wird seitens der Rail Cargo im Einzelverkehr an Lösungen mit selbstfahrenden Güterwagen gearbeitet. Ein erster Testlauf könnte noch heuer in Kärnten stattfinden. Seitens der Bundesregierung wird der Einzelwagenverkehr trotz der aktuell schwierigen Budgetlage weiterhin gefördert. Das Land Niederösterreich unterstützt niederösterreichische Unternehmen beim Einzelwagenverkehr mit 200 Euro pro Waggon bzw. maximal 25.000 Euro pro Firma und Förderperiode. 

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© Andreas Kraus V.l.: WKNÖ-Spartengeschäftsführer Alexander Schrötter, Direktor-Stellvertreterin Maria Gindl, Vorstand der Rail Cargo Austria Christoph Grasl und WKNÖ-Vizepräsident Christian Moser

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