Österreich-Aufschlag muss auch beim Strom fallen
Kommentar von Spartenobmann Helmut Schwarzl zur Strompreiszonentrennung Österreich - Deutschland
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Geht es um diverse Supermarktartikel, ist die Empörung über Österreich-Aufschläge zu Recht groß. Dass es an anderer Stelle oft nicht viel anders aussieht, geht dagegen weitgehend unter. Ich spreche vom Strompreis, wo Österreich auf dem Großhandelsmarkt in wettbewerbsschädlicher Regelmäßigkeit fünf bis zehn Euro mehr pro Megawattstunde zahlt als Deutschland – was für heimische Endverbraucher ganz erhebliche Mehrkosten bedeutet. Davon besonders betroffen: unsere Industriebetriebe.
Die Ursache liegt auf der Hand, die Lösung ebenso
Es geht um die Aufhebung der seit Oktober 2018 geltenden Strompreiszonentrennung, durch die Österreich vom deutschen Strommarkt, dem liquidesten Europas, phasenweise entkoppelt ist. Und das, obwohl die Übertragungskapazität zwischen Österreich und Deutschland deutlich höher ist als jene zwischen Österreich und seinen anderen Nachbarländern.
Ausbau der Netzinfrastruktur und transparente Kapazitätsbewirtschaftung
Eine gemeinsame Preiszone – oder zumindest eine weitgehende Wiederannäherung an eine solche in einem ersten Schritt – stellt zweifellos die zentralste Maßnahme zur Reduktion der bestehenden Preisunterschiede zwischen den beiden Ländern dar. Zusätzlich sind Maßnahmen wie ein massiver Ausbau der Netzinfrastruktur, eine stärkere europäische Marktintegration samt transparenter Kapazitätsbewirtschaftung und ein Ausbau flexibler, regelbarer und erneuerbarer Kapazitäten in Österreich gefragt.
Transformation funktioniert nur mit Umsetzung und Technologieoffenheit
Die Forderung nach einer Aufhebung der Strompreiszonentrennung wurde auch vom Wirtschaftsparlament der WKNÖ in seiner Sitzung am 27. Mai einstimmig beschlossen.
Und ebenso heißt es im entsprechenden Antrag: "Weiters sollen in Österreich offen und ohne Denkverbot alle Möglichkeiten der erneuerbaren Energie evaluiert werden, um zukünftig eine planbare Energieversorgung sicherzustellen.“
Jetzt gilt es, die Themen konsequent weiterzuverfolgen und vom Beschluss rasch zu Ergebnissen zu kommen.
Es geht um unsere Wettbewerbsfähigkeit und damit um Wohlstand, Arbeitsplätze und soziale Sicherheit. Es geht um eine Ökologie, die die Ökonomie nicht vergisst – und umgekehrt. Transformation funktioniert nur mit Umsetzung und Technologieoffenheit, nicht mit beharrlicher Verhinderung. Helmut Schwarzl Spartenobmann Industrie NÖ