Ostern zum Anbeißen: Genuss für alle Sinne
Von Gloggnitz’ Schokoladenproduktion über kunstvoll verzierte Lebkuchen und saftigen Osterschinken bis zum gemütlichen Brunch mit Familie und Freunden: Ostern zeigt sich in Niederösterreich in vielen Facetten – und bleibt doch immer dasselbe Gefühl.
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Das Fließband läuft unermüdlich. Goldfolie raschelt, Formen klappen, flüssige Schokolade verwandelt sich zu Hasen, Eiern – zu kleinen Versprechen. Bei Lindt & Sprüngli in Gloggnitz ist Ostern längst da. „Die Produktion startet mehrere Monate im Voraus“, erklärt eine Konzern-Sprecherin. Seit über 180 Jahren stellt das Schweizer Traditionsunternehmen Schokolade her. Seit 1994 ist der Konzern, weltweit führend im Bereich der Premium-Schokolade, in Österreich aktiv. Rund 220 Mitarbeitende sind am Standort in Gloggnitz tätig.
Doch was hier entsteht, bleibt nicht lange in Gloggnitz: Schokoschirmchen, -karotten und Pralinen reisen in die ganze Welt. Und liegen auch in NÖ Osternestern. Klassiker, die bleiben – und neue Ideen, die dazukommen. „Unser Goldhase oder die Schokokarotten gehören für viele einfach zu Ostern“, weiß die Sprecherin. „Gleichzeitig sehen wir aber auch den Wunsch nach mehr Vielfalt.“
Die zeigt sich in den Details: ein Goldhase mit Keksstückchen, gefüllte Varianten mit Nusscreme oder Salted Caramel, Nougat-Eier oder raffinierte Kreationen mit Pistazie und Mandelkrokant. „Ostern steht für gemeinsame Rituale, für kleine Aufmerksamkeiten und Emotionen. Wir wollen diese Momente begleiten.“
Leidenschaft für Lebkuchen
Fünf Millionen Schokohasen werden laut KMU Forschung Austria heuer in Niederösterreich verschenkt, das Ostergeschäft ist stabil, freut sich NÖ Handels-Spartenobmann Franz Kirnbauer. Im Schnitt geben die Schenkenden in diesem Jahr 55 Euro für Geschenke aus (siehe auch Grafik). Auch für eigens verzierte Lebkuchen. Aber sind die nicht nur etwas für Weihnachten? Für Anni Klima definitiv nicht. „Genau mit dieser Frage wurde ich anfangs auch belächelt“, sagt sie. „Aber Lebkuchen sind das ganze Jahr über aktuell.“ Der Erfolg gibt ihr recht. Die Kunsthandwerkerin aus Mödling hat sich auf liebevoll verzierte Lebkuchen – „alles in echter Handarbeit“ – zu verschiedenen Anlässen spezialisiert. Das Osterfest liefert dabei einen besonderen Schwerpunkt.
Ich bringe die Wünsche meiner Kunden zu Lebkuchen.

Anni Klima
Kunsthandwerkerin
Im Alter von 18 Jahren hat Klima „die Leidenschaft für Lebkuchen“ für sich entdeckt. Seit 1994 konzentriert sie sich als nebenberufliche Kunsthandwerkerin, die ursprünglich auch im Bereich der Keramik aktiv war, voll und ganz auf ihre „Lebkuchen-ART“. Hauptberuflich kommt Klima aus der Modebranche, wo sie auch Dinge wie Dekoration oder Pinselschrift gelernt hat – was ihr nun auch beim Verzieren der Lebkuchen zugutekommt. Sehr beliebt sind auch individuell-personalisierte Anfertigungen. „Ich bringe ihre Wünsche zu Lebkuchen“, formuliert Klima lächelnd ihr Motto.
Gemeinsame Zeit zum Genießen
Um Genuss geht es auch in der NÖ Gastronomie. Seit einigen Jahren lädt der Schneeberghof in Puchberg am Schneeberg am Ostersonntag zum Brunch – bewusst schon ab 11.30 Uhr. „Wir wollten unseren Gästen mehr Zeit zum Genießen geben“, sagt Geschäftsführerin Gabriele Machacek. Am Ostermontag folgt ein erweitertes Osterfrühstück mit Sekt und Lachs. Das Buffet bietet Suppen, mehrere Hauptspeisen, Beilagen und Desserts. Zu Ostern ist das Restaurant mit rund 120 bis 130 Plätzen meist gut gefüllt, die Gäste kommen vor allem aus der Region, oft mit der Familie. „Reservierung ist unbedingt erforderlich, manchmal müssen wir einen Aufnahmestopp verhängen.“
Der Schneeberghof ist seit über 30 Jahren ein prägender Betrieb der Region und spricht neben Wiener Gästen zunehmend auch Erholungssuchende an. Die Mischung aus Stadtnähe und alpiner Ruhe macht den besonderen Reiz aus – gerade auch zu Ostern.
Osterschinken mit viel Liebe
Und dann ist da noch der traditionelle Osterschinken. Rund 30 davon werden in der Fleischerei Bauer in Arbesbach produziert. „Wir sind ein kleiner Familienbetrieb“, auch ein Viehhandel und ein kleines Gasthaus gehören dazu, berichtet Juniorchef Stefan Bauer. 2018 hat er das im Unternehmen bereits stillgelegte Fleischerhandwerk wiederbelebt. Sein Rezept für den perfekten Osterschinken? „Viel Liebe und sorgfältiges Handwerk. Bei uns werden Handwerk und Regionalität von A bis Z gelebt.“ Neben dem Schinken werden auch andere Fleischwaren gerne zu Ostern bestellt – „vom Grillfleisch bis zum Aufschnitt“. Und Bauer hat auch noch einen kulinarischen Tipp parat: „Osterschinken und Spargelzeit, das passt gut zusammen.“
Viel Liebe und sorgfältiges Handwerk. Bei uns werden Handwerk und Regionalität von A bis Z gelebt.

Stefan Berger
Fleischer