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Lehre ist mehr
© The Streamers

Technik, die sich sehen lässt

Große Maschinen, Präzision und das eigene Werk später in Händen: Marcel Pilz lernt bei der Print Alliance in Bad Vöslau, was moderne Drucktechnik ausmacht.

Lesedauer: 3 Minuten

Aktualisiert am 23.09.2026

Die Druckplatten sitzen, die Maschine läuft an. Jetzt zählt Genauigkeit. Marcel Pilz behält den Druck im Blick, kontrolliert die Qualität und greift ein, wenn etwas nicht passt. Der 19-Jährige ist im dritten Lehrjahr zum Drucktechniker mit Schwerpunkt Bogenoffsetdruck bei der Print Alliance in Bad Vöslau. Sein Arbeitsplatz: große Maschinen, moderne Technik – und am Ende ein Produkt, das nicht am Bildschirm bleibt.

Genau das hat ihn an dem Beruf gereizt. „Ein Bürojob wäre nichts für mich gewesen. Ich möchte mit meinen Händen arbeiten“, sagt Pilz. Die Entscheidung fiel schon bei seinen berufspraktischen Tagen: „Da war mir klar: Das gefällt mir.“ Heute genießt er nach eigenen Worten die Ausbildung in einem der größten Offsetdruckbetriebe Österreichs. Besonders angetan hat es ihm die technische Ausstattung: „Der Maschinenpark hier ist topmodern.“

Ein Bürojob wäre nichts für mich gewesen. Ich möchte mit meinen Händen arbeiten. 

Bevor allerdings die erste Druckplatte in die Maschine kommt, beginnt der Arbeitstag weniger spektakulär: Die Anlage muss vorbereitet werden, tägliche und wöchentliche Wartungen stehen an. Dann richtet sich der weitere Ablauf nach den Aufträgen. Platten einlegen, Maschine einstellen, Druck starten – und laufend dafür sorgen, dass die Qualität stimmt. Was dabei oft unterschätzt wird? „Wie viel man an einer Maschine einstellen kann und wie genau man dabei sein muss.“

Vier Lehrlinge werden derzeit am Standort ausgebildet: zwei in der Drucktechnik, ein Medienfachmann und ein Informationstechnologe mit Schwerpunkt Betriebstechnik. Ausbildung habe hier schon immer dazugehört, betont Geschäftsführer Christoph Preitler: „Auch als wir noch nicht die Print Alliance waren, war die Lehrlingsausbildung ein integraler Bestandteil unserer Arbeit.“ Dahinter steht auch eine klare Notwendigkeit: „Durch weniger Fachkräfte am Arbeitsmarkt ist es nötig, in die Ausbildung zu investieren.“

Eine Investition, weit über die Lehrzeit hinaus

Der vollintegrierte Produktionsstandort deckt mit unterschiedlichen Drucktechnologien, Weiterverarbeitung und Logistik weite Teile der Druckproduktion ab. Für Lehrlinge bedeutet das: Sie erleben, wie aus Daten und Druckplatten fertige Printprodukte werden. Preitler sieht darin eine Investition, die weit über die Lehrzeit hinausreicht: „Es ist schön zu sehen, wie aus Lehrlingen gute Mitarbeiter und auch Führungspersönlichkeiten werden und dass man sie auf diesem Weg begleiten darf.“ Unterstützung komme dabei auch von der Wirtschaftskammer NÖ, die „administrativen Halt“ gebe und etwa bei Fragen zu Ausbildungsverbünden helfe.

Es ist schön zu sehen, wie aus Lehrlingen gute Mitarbeiter und auch Führungspersönlichkeiten werden und dass man sie auf diesem Weg begleiten darf.

Bei Marcel Pilz scheint die Richtung jedenfalls zu stimmen. „Er ist ein fleißiger junger Mann und ich bin mir sicher, dass er seinen Weg finden wird“, sagt Preitler.

Marcel selbst braucht für die Bestätigung seiner Berufswahl keinen langen Blick in die Zukunft. Manchmal reicht ein Blick auf seine Arbeit. „Wenn ich wo einen Flyer oder ein Plakat sehe, das ich selbst gedruckt habe, macht mich das stolz.“ Nach der Lehrabschlussprüfung möchte er deshalb vorerst eines bleiben: Drucker. Und sich von dort aus weiterbilden.