„Umsonst!“ heißt das heurige Stück des Lastkrafttheaters
Das Konzept ist seit 2013 unübertroffen: Die Ladefläche des Lkw dient als Bühne – so kommt das Theater CO2-sparend zum Publikum, anstatt dass alle kilometerweit zum Theater fahren müssen – und: der Besuch ist kostenlos!
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Dank der vielen Sponsoren (wie etwa Wirtschaftskammer, Land und Arbeiterkammer NÖ sowie die Arge Log Com „Friends on the Road“ und die beiden Fachgruppen Güterbeförderungsgewerbe und Spedition & Logistik der Wirtschaftskammer NÖ) kann den Besuchern dieses kulturelle Vergnügen kostenlos ermöglicht werden. Elektrizität, Toiletten, Sitzplätze und Gastronomie werden vor Ort bereitgestellt.
Neben dem kulturellen Auftrag hat das NÖ Güterbeförderungsgewerbe auch zum Ziel, „das Ansehen des Lkw zu steigern, ein Umdenken in Bezug auf dessen wichtige Rolle zu fördern und die Leistungen der Transportbranche mehr anzuerkennen“, wie der Obmann des Güterbeförderungsgewerbes (Österreich und Niederösterreich), Markus Fischer, hervorhebt. Auch Karl Gruber liegt dieses Anliegen besonders am Herzen: Der ehemalige Obmann des NÖ Güterbeförderungsgewerbes ist seit der ersten Stunde Teil des Lastkrafttheaters und stellt auch in diesem Jahr wieder den Lkw zur Verfügung, „der sich bei jeder Aufführung vom Transportmittel der Firma Grundsätzlich Gruber in die Bühne verwandelt, auf der dann gespielt wird“.
Heuer am Programm: "Umsonst!"
Geschrieben wurde das Stück von Johann Nepomuk Nestroy, dem vielleicht bekanntesten österreichische Komödienautor.
Im Zentrum der Handlung stehen die Schauspieler Pitzl und Arthur, der in Emma verliebt ist. Emma wird von Fräulein Anastasia im Auftrag ihres Vormunds, des Fabrikanten Finster, aufgezogen. Dieser ist aber strikt gegen eine Verbindung seines Mündels mit dem Schauspieler und hat für sie bereits seinen Neffen und Erben als Gatten ausgesucht. Deshalb will Arthur mit Emma flüchten, sein Theaterkollege Pitzl soll ihm dabei helfen. Doch zuvor verreist Finster mit Emma, nachdem er den vermeintlichen Liebhaber, den Pitzl spielt, bestechen will. Im Gasthaus Sauerfaß sind die Wirtstochter Sali und der Kellner Georg ebenfalls ein Liebespaar, ganz gegen den Willen der Mutter. Arthur und Pitzl versuchen, durch ein Verwirrspiel mit vielen Theaterkostümen und -requisiten der Gastwirtin weiszumachen, dass der für Sali vorgesehene Bräutigam Ignaz ein arroganter Wiener Schnösel sei. Als dieser eintrifft und von Sauerfaß für Arthur gehalten wird, ist die Verwirrung komplett.
Natürlich löst sich am Ende alles in Wohlgefallen auf, sodass am Ende jede Verwirrung oder Aufregung „umsonst“ war.
Wie bei jeder Komödie gibt es auch hier einen ernsten Hintergrund: Die prekäre Situation der arbeitenden Bevölkerung im Allgemeinen und die der Schauspieler im Speziellen wird dem Publikum eindrucksvoll aber humorig vor Augen geführt.
Das Lastkrafttheater präsentiert den Komödienklassiker wieder unter der Regie von Nicole Fendesack, Premiere ist am 28. April in Ybbs/Donau.
Begegnungszone Freilufttheater
„In unserer sich ändernden Welt driften die Lager immer weiter auseinander – die einen leben vorrangig in ihrer Social Media-Bubble mit den immer gleichen Inhalten und die anderen verweigern Fortschritt und Digitalisierung. In diesem Spannungsfeld schaffen wir mit unserem Lastkrafttheater Orte der Begegnung, an denen die unterschiedlichsten Menschen gemeinsam zum Staunen und zum Lachen gebracht werden“, freuen sich die Initiatoren Max Mayerhofer und David Czifer auf die heurige Spielzeit.
Neben dem Unterhaltungswert der Initiative hebt Niederösterreichs Fachgruppenobmann Rudolf Bsteh (Spedition und Logistik) hervor, dass es „seit mittlerweile dreizehn Jahren gelingt, die Bedeutung der Transportwirtschaft im Rahmen des kulturellen Auftrags des Lastkrafttheaters sichtbar zu machen“. Bereits 2019 wurde das Lastkrafttheater und damit auch dieser Auftrag mit dem NÖ Kulturpreis des Landes Niederösterreich ausgezeichnet.
WKNÖ-Vizepräsident Christian Moser subsumiert den vielfältigen Nutzen des Projekts und zeigt sich besonders erfreut darüber, „dass die Wirtschaftskammer Niederösterreich als Sponsor beteiligt ist - das Theater kommt CO2-sparend direkt zu den Menschen, rückt die Bedeutung der Transportbranche ins richtige Licht und bietet gerade jetzt in herausfordernden Zeiten kostenlose Freude und gute Unterhaltung“.
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