Vom Anfpiff bis zum Zapfhahn
Die Fußball-WM bringt nicht nur Fans in Bewegung: Brauereien, Veranstaltungstechniker und Gastronomiebetriebe in Niederösterreich hoffen auf zusätzliche Impulse. Zwischen Bierverkauf, Public Viewings und vollen Gastgärten wird das Turnier auch zu einem Wirtschaftsfaktor abseits des Spielfelds.
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Marko Arnautovic ist Niederösterreicher – also offenbar je-denfalls, wenn es um Bier geht. Pünktlich am 1. April präsentierte die Brauerei Egger den Rekord-Torschützen der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft (und gebürtigen Wiener) als Testimonial für eine „Limited Edition“ zu der im Juni startenden Fußball-Weltmeisterschaft. Und während nicht wenige noch an einen Aprilscherz glaubten, stellte sich rasch heraus: Die Story ist wahr. „Marko ist jemand, der sagt, was er denkt, authentisch ist, am Boden geblieben – und gleichzeitig ein absoluter High-Performer. Genau das passt auch perfekt zur Privatbrauerei Egger“, begründet Claus Hofmann, als COO für den Markenvertrieb sowie die Bereiche Marketing und Gastronomie der Brauerei zuständig, die Zusammenarbeit mit dem ÖFB-Rekordspieler mit bisher 132 Einsätzen. Das Ziel liegt auf der Hand: ein zusätzlicher Geschäftsimpuls. „Fußball und Bier gehören einfach seit jeher zusammen. Große Turniere sorgen immer für besondere Stimmung – und davon profitiert natürlich auch die gesamte Bierbranche.“ Insgesamt werden rund 850 Hektoliter Bier im Jahr produziert, 150 davon unter der Marke Egger.
Die Bierbranche kann einen zusätzlichen Schub gebrauchen, durchlebt doch auch sie nicht gerade einfache Zeiten. Hofmann setzt dabei nicht zuletzt auf das, wie er betont, „mehrfach prämierte“ Egger Märzen. „Wie wir alle wissen, war der Biermarkt in den vergangenen Jahren kein einfacher. Trotzdem blicken wir positiv nach vorne.“ Und welche Entwicklungen werden den Biermarkt künftig prägen? „Alkoholfrei ist definitiv ein Trend, der immer stärker wird“, so Hofmann, der dazu gleich lächelnd auf das Egger Zisch verweist, das alkoholfrei und zugleich isotonisch ist – „also perfekt nach dem Sport, oder auch davor.“
Fußball und Bier gehören einfach zusammen.
Claus Hofmann
Privatbrauerei Egger
Auf der großen Leinwand
Wenn am 19. Juli in Zwettl das WM-Finale über die große Leinwand flimmert, geht es nicht nur um Fußball. Denn das Public Viewing auf der neuen Sommerbühne am Eislaufplatz wird zum Zusammenspiel vieler regionaler Betriebe – und damit zum Beispiel dafür, wie ein Großevent Wertschöpfung vor Ort schafft. „Geplant sind Musik, eine Talkrunde mit ehemaligen Nationalteamspielern und Unterhaltung für die Fans. Dazu kommen gastronomische Angebote jener Betriebe, die die Sommerbühne von 15. bis 24. Juli versorgen. Wir setzen hier ganz bewusst ausschließlich auf Unternehmen aus dem Gemeindegebiet“, erklärt Organisator und Zwettls Vizebürgermeister Alexander Leutgeb. Auch hinter den Kulissen profitiert die Region. Für Ton, Bild und technische Umsetzung arbeitet die Stadtgemeinde mit dem Zwettler Unternehmen Stagesound zusammen.
„Für die WM schaffen wir komplette Public-Viewing-Erlebnisse – von TV-Geräten bis zu großen (LED)-Leinwänden. Von Bühnen, Mikrofonen und Beschallung bis hin zur passenden Lichtinszenierung“, erklärt Projektleiterin Katharina Eckl. Das Unternehmen organisiert Veranstaltungen jeder Größenordnung – von kleinen Feiern bis zu Events mit bis zu 10.000 Besucher:innen – und versteht sich als Allround-Dienstleister, der, ein starkes Partnernetzwerk im Rücken, alles aus einer Hand anbietet. Gerade bei Public Viewings sei Flexibilität gefragt, erklärt Eckl: „Jede Location hat ihre eigenen Besonderheiten – ob Fußballplatz, oder Gastgarten. Stromversorgung, Zufahrten oder Pflastersteine.“ Gleichzeitig sei es genau diese Vielfalt, die den Reiz ausmacht. „Und der schönste Teil der Arbeit ist ohnehin die Stimmung vor Ort: Wenn Österreich gewinnt und die Menschen gemeinsam feiern“. Die Novelle zum Public Viewing (siehe Kasten) sieht Eckl positiv: „Für viele Kundinnen und Kunden fällt damit eine Hürde weg.“
Randzeiten gut bespielen
Auch für die Gastronomie ist ein Public Viewing ein wichtiger Frequenzbringer – besonders, weil damit auch Randzeiten gut bespielt werden können. „Gerade Spiele unter der Woche bringen zusätzliche Gäste, die sonst nicht gekommen wären“, weiß Dietmar Schöner, Obmann der NÖ Gastronomie, der selbst Public Viewing anbietet. „Ab dem Viertelfinale rücken die Spiele in mitteleuropäische Abendstunden – und damit auch stärker ins Zentrum des öffentlichen Interesses. Bleibt Österreich lange im Turnier, steigt erfahrungsgemäß auch die Nachfrage vor Ort deutlich.“
Bei uns erleben die Gäste mehr als nur ein Spiel.
Dietmar Schöner
Gasthaus Riedl-Schöner
Damit die Gäste mehr als nur ein Spiel erleben, setzen die Wirte auf Stimmung und Zusatzangebote: Tippspiel, internationale Snacks und frisch gezapftes Bier zählen zu den Publikumsmagneten. So wird aus einem Fußballabend ein gesellschaftlicher Treffpunkt.