WKNÖ-Pulker: „Tourismusbetriebe brauchen rasch Klarheit bei Saisonarbeitskräften
Saisonkontingent-Verordnung für 2027 weiterhin offen – Pulker fordert rasche Verlängerung ohne sachfremde Zusatzbedingungen – „Betriebe müssen ihre nächste Sai
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Saisonkontingent-Verordnung für 2027 weiterhin offen – Pulker fordert rasche Verlängerung ohne sachfremde Zusatzbedingungen – „Betriebe müssen ihre nächste Saison planen können“
Der NÖ Tourismus drängt auf eine rasche Lösung bei der Saisonkontingent-Verordnung. Nachdem die für eine automatische Verlängerung vorgesehene Auslastungsschwelle von mehr als 75 Prozent nicht erreicht wurde, sind neue Verhandlungen notwendig.
„Unsere Betriebe brauchen rasch Klarheit. Wer Mitarbeiter sucht, Dienstpläne erstellt und die kommende Saison vorbereitet, braucht verlässliche Rahmenbedingungen und kann nicht bis zum letzten Moment warten“, betont Mario Pulker, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ).
Die aktuelle Saisonkontingent-Verordnung sieht österreichweit 5.500 Plätze für Saisonarbeitskräfte sowie weitere 2.500 Plätze für Arbeitskräfte aus den Westbalkan-Staaten vor. Auf Niederösterreich entfallen 108 Plätze aus dem regulären Kontingent und weitere 35 aus dem Westbalkan-Kontingent.
"Keine sachfremden Forderungen mit Saisonkontingent verknüpfen"
Seit Ende August wird auf Regierungsebene und anschließend über die Sozialpartner an einer Lösung für die Fortführung der Regelung gearbeitet. Bislang konnte jedoch keine Einigung erzielt werden. Kritisch sieht Pulker, dass die Verlängerung mit zusätzlichen Forderungen verknüpft wird, die mit der Saisonbeschäftigung in keinem unmittelbaren Zusammenhang stehen.
„Wir reden darüber, wie unsere Betriebe in saisonalen Spitzen ausreichend Personal finden können. Diese Frage darf nicht mit neuen Belastungen verknüpft werden, die mit dem eigentlichen Thema nichts zu tun haben“, so Pulker. Forderungen wie eine Erhöhung des IESG-Beitrags oder zusätzliche verpflichtende monatliche Meldungen von Überstunden seien daher klar abzulehnen. „Unsere Tourismusbetriebe kämpfen bereits mit hohen Lohn-, Energie- und Finanzierungskosten. Zusätzliche Kosten und neue Bürokratie wären das völlig falsche Signal.“
Saisonarbeitskräfte sichern Angebot und Wertschöpfung
In Niederösterreich sind rund 12.800 Betriebe mit knapp 49.000 Beschäftigten in der Tourismus- und Freizeitwirtschaft aktiv. Gerade in saisonalen Spitzen sind viele Unternehmen darauf angewiesen, zusätzlich zu ihren Stammbelegschaften Saisonarbeitskräfte einsetzen zu können.
„Saisonarbeitskräfte ersetzen keine heimischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie kommen dort zum Einsatz, wo trotz aller Bemühungen nicht genügend Personal verfügbar ist“, stellt Pulker klar. Vor einer Beschäftigungsbewilligung erfolgt weiterhin eine Arbeitsmarktprüfung durch das AMS. Erst wenn keine geeigneten Arbeitskräfte aus Österreich oder aus dem bereits verfügbaren Arbeitskräftepotenzial vermittelt werden können, ist eine Beschäftigung im Rahmen des Kontingents möglich.
Fehlen Arbeitskräfte, müssen Betriebe mitunter Öffnungszeiten reduzieren, Restaurantbereiche geschlossen halten oder vorhandene Kapazitäten einschränken. „Das kostet Umsatz und Wertschöpfung und erhöht gleichzeitig die Belastung für Stammbelegschaften und Unternehmerfamilien.“
Berggastro auf der Rax ohne Nepalesen kaum vorstellbar
Für Bernd Scharfegger, Eigentümer der Rax-Seilbahn und Multigastronom, geht diese Diskussion teilweise völlig an der betrieblichen Realität vorbei. Besonders in der Berggastronomie und an schwer erreichbaren touristischen Standorten sei die Situation eine andere als in vielen klassischen Arbeitsbereichen. „Ich sage es aus unserer täglichen Erfahrung sehr klar: Ein Mitarbeiter aus Nepal sichert bei uns indirekt vier österreichische Arbeitsplätze. Ohne diese Mitarbeiter können wir Teile unseres Angebots nicht in dieser Form aufrechterhalten. Damit würden Frequenz und Wertschöpfung sinken – und am Ende wären genauso Arbeitsplätze österreichischer Mitarbeiter gefährdet“, so Scharfegger.
"Kontingent ist ein Rahmen und keine Verpflichtung"
Dass die für die automatische Verlängerung vorgesehene Auslastungsschwelle nicht erreicht wurde, ist für Pulker kein Argument gegen eine Fortführung: „Ein Kontingent ist ein maximal verfügbarer Rahmen und keine Vorgabe, die um jeden Preis ausgeschöpft werden muss. Werden weniger Plätze benötigt, bleiben sie unbesetzt. Entscheidend ist, dass unsere Betriebe darauf zurückgreifen können, wenn sie diese Arbeitskräfte tatsächlich brauchen.“
Pulker fordert daher eine rasche Verlängerung der Saisonkontingent-Verordnung: „Die Saison wartet nicht auf politische Verhandlungen. Unsere Betriebe müssen jetzt planen können. Deshalb braucht es rasch eine pragmatische Lösung – ohne neue Belastungen.“
