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mitarbeiter finden und binden St. Pöltner Agentur Q2E
© Q2E

Wo Ideen wachsen & Menschen bleiben

Die richtigen Mitarbeiter:innen finden und langfristig binden: NÖ Unternehmen zeigen, wie moderne Arbeitskultur funktioniert. Unterstützt von der Wirtschaftskammer NÖ, die mit Beratung, Weiterbildung und Netzwerken wichtige Impulse liefert. Seit 80 Jahren.

Lesedauer: 10 Minuten

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Aktualisiert am 27.05.2026

Zwei Bildschirme, ein konzentrierter Blick – und irgendwo dazwischen entsteht eine Website. „Wenn die Konzepte fertig sind, fängt für mich der kreative Prozess erst richtig an“, sagt Lisa Zipprich. Links fließt der Code, rechts wächst Seite für Seite ein digitales Gesamtbild. „Ein gutes Webdesign erzählt eine Geschichte. Ich liebe die Abwechslung.“ Dass sie heute hier sitzt, ist kein Zufall. Gekommen ist sie über ein Praktikum – eines von vielen, mit denen die St. Pöltner Agentur Q2E gezielt Nachwuchs aufbaut. „Wir wollen Talente früh kennenlernen und ihnen echte Einblicke geben“, sagt Agenturgründer Anton Mayringer. Schüler:innen und Studierende arbeiten von Anfang an an echten Projekten mit – im Webdesign, in der Entwicklung, im Marketing. „Uns ist wichtig, Menschen zu finden, die sich weiterentwickeln wollen und Freude daran haben, gemeinsam zu wachsen.“

Bei Q2E bedeutet das: strukturiertes Onboarding, persönliche Mentor:innen, moderne Ausstattung. Aber auch Vertrauen. „Wir sind überzeugt, dass Menschen eigenverantwortlich arbeiten wollen – wenn man ihnen den Raum dafür gibt.“ Und das ist spürbar. Morgens trifft man sich kurz zur Abstimmung – vorab zehn Minuten gemeinsame Bewegung – dann geht es an die Projekte: konzentriert, aber nie isoliert. „Kein Webprojekt entsteht allein“, erklärt Mayringer. „Es ist immer ein Zusammenspiel aus Strategie, Technik und Kreativität.“ Dazwischen: ein kurzer Schmäh, ein gemeinsames Lachen. Einmal im Jahr wird es grundsätzlicher. Dann zieht sich das gesamte Team für zwei Tage zurück. Ideen werden gesammelt, diskutiert, verworfen, weitergedacht. „Da geht es nicht nur darum, wohin wir wollen, sondern auch darum, was jede und jeder einbringen möchte.“ Die Leitplanken kommen von der Geschäftsführung – die Richtung entsteht gemeinsam.

Bei rechtlichen Details bekommen wir von der Wirtschaftskammer Niederösterreich schnell konkrete Antworten.

Nicht alles läuft immer reibungslos – vor allem auch in der Entwicklung jüngerer Teammitglieder. Fehler werden konstruktiv aufgearbeitet: „Wenn etwas nicht optimal läuft, suchen wir eine Lösung und schauen, was wir beim nächsten Mal besser machen können.“ Schuldzuweisungen gibt es nicht, der Blick bleibt nach vorne gerichtet. Die Qualität der Arbeit jederzeit gesichert.
Gerade in einer Branche, die sich rasant verändert. Künstliche Intelligenz, neue Tools, neue Anforderungen – Q2E versteht Wandel nicht als Bedrohung, sondern als gemeinsame Aufgabe. „Wir entwickeln uns laufend weiter – als Unternehmen und als Team“, sagt Mayringer. „Das funktioniert nur mit Vertrauen, Offenheit und auch einer gesunden Portion kritischem Denken.“

Unterstützung holt sich das Unternehmen auch von außen, von der Wirtschaftskammer NÖ. Als regional verankerter Betrieb nutzt Q2E Netzwerke, Veranstaltungen und Services der WKNÖ. „Gerade bei rechtlichen Detailfragen bekommen wir schnell konkrete Antworten“, sagt Mayringer. „Das ist entscheidend, um Kundinnen und Kunden fundiert beraten und Projekte effizient umsetzen zu können.“

Was Mitarbeiter:innen beim St. Pöltener Unternehmen hält, ist mehr als ein Paket aus Benefits – auch wenn es das gibt: flexible Arbeitszeiten, Homeoffice, gezielte Weiterbildung, klare Entwicklungsmöglichkeiten. Entscheidend ist das Miteinander. „Wir feiern Erfolge, lernen aus Fehlern und schaffen gemeinsam Dinge, auf die wir stolz sein können“, so Mayringer. Die Zahlen bestätigen das Gefühl: Die durchschnittliche Verweildauer liegt bei über vier Jahren, einige sind seit mehr als einem Jahrzehnt dabei. Zurück am Schreibtisch. Ein letzter Klick, ein kurzer Blick nach rechts – die Seite steht. Lisa lehnt sich zurück. „Ich kann hier wirklich viel von dem einbringen, was ich kann“, sagt sie. Dann lächelt sie. „Und meine Kollegen sind sowieso legendär. Mit ihnen kommt der Spaß nie zu kurz.“

Allrounder und Spezialisten

Das Gemeinsame steht auch bei der Wohnraum Sanierer und Installateure GmbH (Tochter der Rechberger Immobilien GmbH) in Purkersdorf im Vordergrund. „Wir helfen. Und wir verschönern den Wohnraum von Menschen“, sagt Matthias Hofmann, Assistenz der Projektleitung. „Das ist eine wunderschöne Aufgabe“, meint er und lacht, während er das Telefon zwischen Schulter und Ohr eingeklemmt hat und parallel am Rechner tippt. Die Wohnraum Sanierer und Installateure GmbH in Purkersdorf steht seit mehr als 20 Jahren für Sanierung, Installation und Haustechnik aus einer Hand. 25 Mitarbeitende – vom Allrounder bis zum Spezialisten – arbeiten eng und effizient zusammen.

Die Wirtschaftskammer NÖ ist für uns wertvoller Partner im Alltag.

Hier wird nicht einfach Personal gesucht – hier wird Beziehung aufgebaut. Und genau das spürt man. „Für uns beginnt Mitarbeitersuche lange vor der eigentlichen Ausschreibung“, sagt Geschäftsführer Claus Rechberger. Nicht Stellenanzeigen stehen am Anfang, sondern Präsenz vor Ort, ein gewachsener Ruf als Arbeitgeber und ein Netzwerk, das über Jahre entstanden ist. „Vertrauen und persönliche Empfehlungen sind oft die besten Verbindungen“, ist er überzeugt. Erst danach kommen klassische Wege ins Spiel: regionale Printmedien, Social Media für gezielte Positionen, Online-Plattformen und das AMS. Und wenn es wirklich schwierig wird, auch Recruiting-Agenturen. „Wichtig ist uns aber immer eines: nicht nur Qualifikationen zu finden, sondern Menschen, die wirklich zu uns und unserer Unternehmenskultur passen.“ Diese Kultur ist im Unternehmen schnell greifbar. Hier wird Wärme gelebt.  „Was mir hier am meisten gefällt?“, überlegt Matthias Hofmann nachdenklich. „Das lässt sich nicht in einem Satz zusammenfassen“, sagt er dann bestimmt. „Die Möglichkeit, jeden Tag etwas Neues zu lernen, das gute Arbeitsklima und die großartigen Kollegen – das ist es, was zählt.“ Nachsatz: „Die Kommunikation mit der Führungsebene ist mir noch nie so leichtgefallen wie hier.“ Gefunden hat er seinen Job über einen Freund. Geblieben ist er wegen genau dieser Atmosphäre. Seit Anfang 2024 organisiert er im Hintergrund, was draußen auf der Baustelle sichtbar wird: Termine, Kundenkontakte, interne Abstimmungen, Rechnungen. „Es ist nie langweilig. Jeden Tag neue Aufgaben, neue Herausforderungen. Ich will gar nicht, dass sich etwas ändert.“

Wohnraum Sanierer und Installateure GmbH
© Wohnraum Sanierer und Installateure GmbH

Dass Mitarbeitersuche hier nicht beim Eintritt endet, sondern in Bindung übergeht, ist Teil der Philosophie. „Unser Ziel ist nicht nur, Mitarbeiter zu gewinnen, sondern sie langfristig zu begeistern“, erklärt Rechberger. Und das funktioniert, das Team wächst stetig weiter. Seit August kamen ein Lehrling im Bereich Sanierung, ein junger HTL-Techniker und ein erfahrener Facharbeiter dazu. „Wir sehen uns ein Stück weit wie eine Familie – mit allen Höhen und Tiefen, die dazugehören. Man kennt sich, man unterstützt sich und begegnet sich auf Augenhöhe“, weiß der Chef.
Im Alltag zeigt sich das in vielen kleinen Dingen: flache Hierarchien, kurze Entscheidungswege, gemeinsame Aktivitäten oder ein bewusst gelebtes Miteinander auch abseits der Arbeit. „Das Team ist das Fundament“, sagt Rechberger. „Ich sehe meine Mitarbeiter nicht als Angestellte, sondern als Mitunternehmer. Jeder bringt sich ein, übernimmt Verantwortung und trägt zum Erfolg bei.“

Dieses Verständnis prägt auch die Entwicklung des Unternehmens selbst. Weiterbildung und persönliche Entwicklung sind fix verankert – nicht als Schlagwort, sondern als gelebte Praxis. Die Angebote der Wirtschaftskammer NÖ spielen dabei eine wichtige Rolle. „Die WKNÖ ist für uns ein wertvoller Partner im Alltag“, betont Rechberger. Besonders Weiterbildungsangebote und Lehrlingsaktionen werden genutzt, ebenso wie die rechtliche Unterstützung und der Austausch mit anderen Betrieben. „Dieser Blick über den eigenen Betrieb hinaus bringt immer wieder neue Impulse.“

Fokus auch auf Weiterbildung

Auf Impulse von außen und auf fachliche Weiterbildung der Mitarbeiter setzt auch die Grasl Pneumatik-Mechanik GmbH in Reidling. Wenn im Ernstfall Rauch abziehen und Fluchtwege frei bleiben müssen, zählt jede Sekunde. Grasl entwickelt und fertigt genau jene Technik, auf die es dann ankommt: Produkte für natürliche Rauch- und Wärmeabzugsanlagen Ein technisch komplexes Produktspektrum und Kunden in ganz Europa – das Unternehmen weiß, dass Qualität nur mit gut ausgebildeten Teams funktioniert. Deshalb setzt der Betrieb seit Jahren gezielt auf Weiterbildung. Mit der Unternehmerakademie des WIFI NÖ als verlässlichen Partner. Bereits 2019 wurde der Kurs „Führung kompakt“ gebucht, später folgten firmeninterne Trainings wie „Als Führungskraft begeistern.“

„Unser QM-System sieht laufende Schulungen vor“, bringt es Geschäftsführer Hartwig Grasl auf den Punkt.  Auf der Suche nach passenden Inhalten sei vor allem ein Ziel im Mittelpunkt gestanden – die Zusammenarbeit der Montageabteilungen zu verbessern. Weil man mit früheren Angeboten gute Erfahrungen gemacht hatte, fiel der Blick erneut auf das WIFI. „Das WIFI bietet ein umfangreiches und hochwertiges Kursprogramm mit vielen Ideen für Schulungen. Mit der Qualität der angebotenen Trainings waren wir immer zufrieden, daher haben wir auch diesmal auf das WIFI gesetzt.“

Unser Produktprogramm ist umfangreich und technisch komplex. Bis man es gut kennt und alle Aufgaben selbstständig erfüllen kann, braucht es einiges an internem Training. Hier ist das WIFI NÖ ein sehr guter Partner.

Dass Weiterbildung Wirkung zeigt, habe sich rasch im Arbeitsalltag bemerkbar gemacht. „Die Trainings haben positiven Input auf die Zusammenarbeit und das Arbeitsklima gebracht.“ Prozesse wurden geschärft, Abstimmungen verbessert, interne Strukturen klarer gefasst. „Wir konnten intern die Organisation verbessern und unklare Regelungen spezifizieren.“ Besonders wertvoll sei dabei auch die Perspektive von außen gewesen. „Manche Probleme wurden durch die externe Betrachtung erst sichtbar gemacht.“ Wer besser werden will, muss bereit sein, eingefahrene Abläufe zu hinterfragen. Warum Mitarbeiterbindung dabei eine Schlüsselrolle spielt, ergibt sich aus dem Geschäft selbst. „Unser Produktprogramm ist umfangreich und technisch komplex. Bis man es gut kennt und alle Aufgaben selbstständig erfüllen kann, braucht es einiges an internem Training.“ Erfahrung und Fachwissen lassen sich nicht kurzfristig ersetzen. „Um unseren Kunden gewohnte Qualität und Leistung bieten zu können, ist es notwendig, ausreichend Know-how zu haben“, weiß Grasl. Aktuell beschäftigt das Unternehmen rund 90 Mitarbeiter:innen Zwei Lehrlinge werden im Bereich Mechatronik ausgebildet, mit Modulen in Fertigungstechnik sowie Automatisierung und Robotik. Auch das ist ein klares Signal: Wissen soll nicht nur gehalten, sondern aktiv aufgebaut werden. Mit der Wirtschaftskammer NÖ als kompetentem Partner. Seit 1946. 
www.q2e.at
www.rechbergerimmobilien.at
www.graslrwa.at

Hinweis
Experte im Interview

Wie findet man die richtigen Mitarbeiter?
Johann Sturm:
Entscheidend ist die direkte Führungskraft. Während Fußballklubs systematisch scouten, setzen viele Mittelbetriebe nur punktuell auf Lehrlingsmessen. Attraktivität entsteht durch Führung, Suche und Personalmarketing. Marke, Standort und Arbeitgeberauftritt sind zentrale Aufgaben. Zu prüfen ist, wie viel Zeit in Gewinnung, Bindung und Führung investiert wird. Denn: Gute Leute bleiben Mangelware.

Woran merkt man (früh), ob jemand wirklich ins Unternehmen passt?
Die Frage greift zu kurz. Wichtiger ist die Entwicklungsrichtung des Unternehmens: Welche Ziele gelten für Marktstellung und Marktgeltung? Welche Innovations- und Wachstumsziele werden verfolgt – und auch erreicht?

Was läuft bei der Mitarbeitersuche oft schief?
Europaweit sinkt das Mitarbeiter-Engagement, auch im Management. In Österreich ist die Beschäftigung hoch, die Arbeitsstunden gehen zurück. Qualifizierte Bewerber werden teils aus Angst vor „zu viel Dynamik“ abgelehnt, Bewerbungen bleiben unbeantwortet. Gute Mitarbeiter gewinnt man nur über Zeit und Beziehungsarbeit. Personalmarketing ist aufwendig. Teils hält sich noch die Haltung: Menschen sollten „dankbar sein, wenn sie Arbeit haben“.

Wie schafft man es, Mitarbeitende langfristig zu halten?
Mitarbeiterbindung heißt emotionale Verbundenheit und Identifikation – nicht reine Kalkulation. Viele Betriebe verfolgen dieses Ziel nicht konsequent. Entscheidend ist eine klare, langfristige Entwicklung der Mitarbeiter. Bindung entsteht durch sinnvolle Aufgaben, Feedback, Entwicklung und neue Herausforderungen – nicht durch materielle Anreize. Anerkennung, Teamqualität, hohe Standards und gelebte Werte sind dafür zentral.

Was macht gute Führung aus, damit Menschen gerne bleiben?
Gute Führung braucht klare außerfachliche Kompetenzen. Wird sie nur nebenbei erledigt, gehen Betrieben gute Mitarbeiter verloren. Während oft über Problemfälle gesprochen wird, fehlt der Fokus auf Gewinnung, Entwicklung und Bindung guter Leute. Die steigenden Teilnehmerzahlen bei WIFI Österreich-Führungskursen zeigen den Bedarf. Mitarbeiter kommen wegen der Aufgabe, gehen aber wegen der Führung – die Gründe bleiben in Austrittsgesprächen oft unausgesprochen. Entscheidend sind Feedbackfähigkeit, echtes Interesse und Gesprächsführung, die über Worte hinaus zu Lösungen führt.

Ihr Tipp in Sachen Mitarbeiterführung aus Ihrer Erfahrung als Trainer?
Verantwortung abgeben, klare Entscheidungsräume schaffen und gezielt befähigen – das stärkt Motivation, Selbstständigkeit und Leistung.

Johann Sturm, Sturm OK für Training und Beratung. Seit 2002 Lehrgangsleiter für Business-Management- und MBA-Programme des WIFI Österreich. Auch das WIFI NÖ bietet zahlreiche Kurse zur Mitarbeiterführung: von Green HR über Agiles Leadership bis hin zu Generation Y und Z – verstehen und begeistern: www.noe.wifi.at