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Die Rot-Weiß-Rot-Karte: Fachkräfte in Mangelberufen

Mangelberufsliste - drittstaatsangehörige Arbeitnehmer - kriteriengeleitetes Zuwanderungsmodell - Melde- und Bereithaltepflicht

Nicht EU-Bürgern, die ausgebildete Fachkräfte sind, wird durch die Mangelberufsliste ein einfacherer Arbeitsmarktzugang ermöglicht. Die Mangelberufe werden jährlich in der Fachkräfteverordnung kundgemacht.  

Anwendungsbereich Drittstaatsangehörige  

Die Rot-Weiß-Rot-Karte betrifft ausschließlich Drittstaatsangehörige und damit Bürger aus Staaten außerhalb der EU bzw. des EWR. Hingegen haben Bürger aus der EU bzw. dem EWR - mit Ausnahme von Kroaten - ohnehin bereits freien Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt. Damit können Bürger aus Drittstaaten anhand objektiver Kriterien erkennen, ob und unter welchen Voraussetzungen sie zuwandern können.   

Solche objektive Kriterien sind etwa Qualifikation, Berufserfahrung, Sprachkenntnisse und das Alter.   

Wird anhand dieser Kriterien eine vorgesehene Mindestanzahl von Punkten erreicht, ist der Zugang zum Arbeitsmarkt zu erteilen, ohne dass es einer zusätzlichen besonderen Überprüfung der Arbeitsmarklage bedarf. Durch die Einführung der Rot-Weiß-Rot-Karte sollen nicht nur besonders hoch qualifizierte Migranten, sonstige Schüsselkräfte und ausländische Studienabsolventen sondern auch Fachkräfte in Mangelberufen aus Drittstaaten angesprochen werden.   

Fachkräfte in Mangelberufen  

Fachkräfte können eine Rot-Weiß-Rot-Karte erhalten, wenn sie eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem der Fachkräfteverordnung genannten Mangelberuf nachweisen sowie ein entsprechendes Arbeitsplatzangebot vorweisen. Zusätzlich muss eine Mindestanzahl an Punkten aufgrund verschiedener Kriterien erreicht werden.  

Für, vor allem technische Berufe, in denen akuter Fachkräftemangel herrscht, sowie für den Pflegesektor besteht daher ein vereinfachtes Zuwanderungsverfahren.  

Die Liste der Mangelberufe umfasst im Jahr 2017 folgende Berufe:

  • Fräser/innen
  • Techniker/innen mit höherer Ausbildung (Ing.) für Maschinenba
  • Schwarzdecker/innen
  • Dreher/inne
  • Techniker/innen mit höherer Ausbildung (Ing.) für Datenverarbeitung
  • Techniker/innen mit höherer Ausbildung (Ing.) für Starkstromtechnik
  • Diplomingenieure/innen für Maschinenbau
  • Dachdecker/innen
  • Sonstige Techniker/innen für Starkstromtechni
  • Diplomingenieure/innen für Datenverarbeitun
  • Diplomierte/r Gesundheits- und Krankenpfleger/innen

Vorsicht!
Bei diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegern/innen verlangt die Fachkräfteverordnung 2017, dass sie

  • zum Zeitpunkt der Antragstellung über eine Berufsberechtigung in Österreich verfügen (abgeschlossene Nostrifikation) und
  • die im Nostrifikationsbescheid vorgeschriebene Ergänzungsausbildung bis Ende 2016 begonnen haben.


Zulassungsverfahren  

Fachkräfte in Mangelberufen haben den Antrag auf eine „Rot-Weiß-Rot–Karte“ gemeinsam mit einer schriftlichen Erklärung des Arbeitgebers, die Fachkraft beschäftigen zu wollen und die im Antrag angegebenen Beschäftigungsbedingungen einzuhalten, bei der Niederlassungs- und Aufenthaltsbehörde (= der Landeshauptmann bzw. die Bezirksverwaltungsbehörde) einzubringen.  

Dem Antrag ist ein Arbeitsvertrag anzuschließen, aus dem die wesentlichen Bedingungen des Dienstverhältnisses, insbesondere die genaue Beschreibung der Tätigkeit, das Ausmaß der Beschäftigung und das vereinbarte Entgelt hervorgehen müssen.   

Weiters müssen bei den Kriterien Qualifikation, Berufserfahrung, Sprache und Alter 55 Punkte erreicht werden. Zusätzlich muss eine Entlohnung entsprechend dem Kollektivvertrag und betriebsüblicher Überzahlung gewährleistet sein. Die Arbeitsmarktprüfung entfällt, weil bereits in der Verordnung festgelegt wird, dass in den angeführten Berufen ein Mangel am Arbeitsmarkt vorliegt.  

Nach Überprüfung durch die Niederlassungs- und Aufenthaltsbehörde und durch die zuständige regionale Geschäftsstelle des AMS wird die Rot-Weiß-Rot-Karte dem Antragsteller von der Niederlassungs- und Aufenthaltsbehörde ausgestellt. Die regionale Geschäftsstelle des AMS hat unverzüglich nach Beginn der Beschäftigung die Anmeldung zur Sozialversicherung zu überprüfen. Entspricht diese nicht den für die Zulassung maßgeblichen Voraussetzungen, ist die Niederlassungs- und Aufenthaltsbehörde zu verständigen.   

Melde- und Bereithaltungspflichten   

Der Arbeitgeber hat der zuständigen regionalen Geschäftsstelle des AMS innerhalb von drei Tagen Beginn und Ende der Beschäftigung von Drittstaatsangehörigen zu melden, wenn diese nicht bereits über einen Aufenthaltstitel „Daueraufenthalt-EG“ verfügen.   

Vorsicht! 
Der Ausländer hat die ihm erteilten Bewilligungen oder Bestätigungen - also im Wesentlichen die „Rot-Weiß-Rot–Karte“ oder die „Rot-Weiß-Rot–Karte Plus“ - an seiner Arbeitsstelle zur Einsichtnahme bereitzuhalten.


 

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