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Die Rot-Weiß-Rot-Karte: Fachkräfte in Mangelberufen

Mangelberufsliste - drittstaatsangehörige Arbeitnehmer - kriteriengeleitetes Zuwanderungsmodell - Melde- und Bereithaltepflicht

Nicht EU-Bürgern, die ausgebildete Fachkräfte sind, wird durch die Mangelberufsliste ein einfacherer Arbeitsmarktzugang ermöglicht. Die Mangelberufe werden jährlich in der Fachkräfteverordnung kundgemacht.

Anwendungsbereich der Drittstaatsangehörigen

Die Rot-Weiß-Rot-Karte betrifft ausschließlich Drittstaatsangehörige und damit Bürger aus Staaten außerhalb der EU bzw. des EWR. Hingegen haben die Bürger aus der EU bzw. dem EWR ohnehin bereits einen freien Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt. Damit können Bürger aus Drittstaaten anhand objektiver Kriterien erkennen, ob und unter welchen Voraussetzungen sie zuwandern können.

Solche objektive Kriterien sind etwa die Qualifikation, die Berufserfahrung, Sprachkenntnisse und das Alter.

Wird anhand dieser Kriterien eine vorgesehene Mindestanzahl von Punkten erreicht, ist der Zugang zum Arbeitsmarkt zu erteilen, ohne dass es einer zusätzlichen besonderen Überprüfung der Arbeitsmarklage bedarf. Durch die Einführung der Rot-Weiß-Rot-Karte sollen nicht nur besonders hoch qualifizierte Migranten, sonstige Schüsselkräfte und ausländische Studienabsolventen sondern auch Fachkräfte in Mangelberufen aus Drittstaaten angesprochen werden.

Fachkräfte in Mangelberufen

Fachkräfte können eine Rot-Weiß-Rot-Karte erhalten, wenn sie eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem in der Fachkräfteverordnung genannten Mangelberuf nachweisen sowie ein entsprechendes Arbeitsplatzangebot vorweisen. Zusätzlich muss eine Mindestanzahl an Punkten aufgrund verschiedener Kriterien erreicht werden.

Für, vor allem technische Berufe, in denen akuter Fachkräftemangel herrscht, sowie für den Pflegesektor besteht daher ein vereinfachtes Zuwanderungsverfahren.

Die Liste der bundesweiten Mangelberufe umfasst im Jahr 2021 folgende Berufe:

  • DiplomingenieurInnen für Starkstromtechnik
  • TechnikerInnen mit höherer Ausbildung (Ing.) für Starkstromtechnik
  • LandmaschinenbauerInnen
  • SchwarzdeckerInnen
  • TechnikerInnen mit höherer Ausbildung (Ing.) für Datenverarbeitung
  • DiplomingenieurInnen für Datenverarbeitung
  • TechnikerInnen für Starkstromtechnik
  • TechnikerInnen mit höherer Ausbildung (Ing.) für Maschinenbau
  • DiplomingenieurInnen für Maschinenbau
  • DachdeckerInnen
  • Dipl. Gesundheits- und KrankenpflegerInnen
  • BautischlerInnen
  • Ärzte/Ärztinnen
  • DiplomingenieurInnen für Schwachstrom- und Nachrichtentechnik
  • Lokomotivführer/innen, -heizer/innen
  • BetonbauerInnen
  • Rohrinstallateure/Rohrinstallateurinnen, Rohrmonteure/Rohrmonteurinnen
  • Elektroinstallateure/Elektroinstallateurinnen, Elektromonteure/Elektromonteurinnen
  • TechnikerInnen mit höherer Ausbildung (Ing.), soweit nicht anderweitig eingeordnet
  • Zimmerer/Zimmererinnen
  • SpenglerInnen
  • DreherInnen
  • Kalkulanten/Kalkulantinnen
  • Platten-, FliesenlegerInnen
  • SchweißerInnen, SchneidbrennerInnen
  • FräserInnen
  • TechnikerInnen für Maschinenbau
  • AugenoptikerInnen
  • TechnikerInnen mit höherer Ausbildung (Ing.) für Bauwesen
  • DiplomingenieurInnen, soweit nicht anderweitig eingeordnet
  • TechnikerInnen mit höherer Ausbildung (Ing.) für technische Chemie, Chemotechniker
  • BodenlegerInnen
  • KraftfahrzeugmechanikerInnen
  • SchlosserInnen
  • HändlerInnen und VerkäuferInnen von Eisen- und Metallwaren, Maschinen, Hauhalts- und Küchengeräte
  • Lohn-, GehaltsverrechnerInnen
  • BauspenglerInnen
  • Pflasterer/Pflasterinnen
  • Bau- und MöbeltischlerInnen
  • TechnikerInnen für Schwachstrom- und Nachrichtentechnik
  • LackiererInnen
  • TechnikerInnen für Datenverarbeitung
  • MaurerInnen
  • Pflegefachassistenten/Pflegefachassistentinnen
  • Pflegeassistenten/Pflegeassistentinnen

Die Liste der regionalen Mangelberufe umfasst im Jahr 2021 folgende Berufe:

  • ElektromechanikerInnen (Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol, Vorarlberg)
  • MöbeltischlerInnen (Kärnten, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark)
  • Medizinisch-technische Fachkräfte (Niederösterreich, Salzburg, Steiermark, Vorarlberg)
  • Stukkateure/Stukkateurinnen (Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Vorarlberg)
  • MalerInnen, AnstreicherInnen (Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Vorarlberg)
  • Bau-, Blech-, KonstruktionsschlosserInnen (Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Vorarlberg)
  • Karosserie-, KühlerspenglerInnen (Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol)
  • FleischerInnen (Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol)
  • WarenhausverkäuferInnen (Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Vorarlberg)
  • TechnikerInnen für Bauwesen (Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Vorarlberg)
  • TechnikerInnen, soweit nicht anderweitig eingeordnet (Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Vorarlberg)
  • GlaserInnen (Kärnten, Oberösterreich, Salzburg)
  • HändlerInnen und VerkäuferInnen von Lebens- und Genußmitteln (Oberösterreich, Salzburg, Vorarlberg)
  • Gaststättenköche/Gaststättenköchinnen (Oberösterreich, Salzburg, Vorarlberg)
  • TechnikerInnen für Wirtschaftswesen (Oberösterreich, Salzburg, Tirol)
  • Technische Zeichner/innen (Oberösterreich, Salzburg, Tirol)
  • TiefbauerInnen (Oberösterreich, Vorarlberg)
  • GrobmechanikerInnen (Oberösterreich, Salzburg)
  • FeinmechanikerInnen (Oberösterreich, Steiermark)
  • ZahnprothesenmacherInnen (Oberösterreich, Steiermark)
  • Zahntechniker/in, Zahntechnisch(er)e Laborant/in
  • HolzmaschinenarbeiterInnen (Oberösterreich, Salzburg)
  • TapeziererInnen, Polsterer/Polsterinnen (Oberösterreich, Tirol)
  • BäckerInnen (Oberösterreich, Salzburg)
  • Kaffeemittel-, andere NahrungsmittelherstellerInnen (Oberösterreich, Steiermark)
  • HändlerInnen und VerkäuferInnen von Elektrowaren (Oberösterreich, Tirol)
  • RauchfangkehrerInnen (Oberösterreich, Salzburg)
  • Friseure/Friseurinnen, MaskenbildnerInnen (Oberösterreich, Salzburg)
  • DiplomingenieurInnen für Bauwesen (Oberösterreich, Vorarlberg)
  • TechnikerInnen mit höherer Ausbildung (Ing.) für Schwachstrom- und Nachrichtentechnik (Oberösterreich, Steiermark)
  • DiplomingenieurInnen für Wirtschaftswesen (Oberösterreich, Salzburg)
  • BuchhalterInnen (Oberösterreich, Salzburg)
  • Sozial-, WirtschaftswissenschafterInnen, wissenschaftliche StatistikerInnen (Salzburg, Vorarlberg)
  • Eisenbieger/innen (Niederösterreich)
  • Huf- und Wagenschmiede/Huf- und Wagenschmiedinnen (Oberösterreich)
  • MaschinenschlosserInnen (Oberösterreich)
  • Werkzeug-, Schnitt- und StanzenmacherInnen (Oberösterreich)
  • OberflächenschleiferInnen (Oberösterreich)
  • KunststoffverarbeiterInnen (Oberösterreich)
  • HändlerInnen und VerkäuferInnen von Parfümerien, Wasch-, Haushaltsartikeln, Farben, Lacken (Oberösterreich)
  • EinkäuferInnen (Oberösterreich)
  • Bahnberufe anderer Art (Oberösterreich)
  • KosmetikerInnen, Hand-, FußpflegerInnen (Oberösterreich)
  • TechnikerInnen für Vermessungswesen (Oberösterreich)
  • TechnikerInnen mit höherer Ausbildung (Ing.) für Wirtschaftswesen (Oberösterreich)
  • WirtschaftstreuhänderInnen (Oberösterreich)
  • FürsorgerInnen, SozialarbeiterInnen (Oberösterreich)
  • NaturblumenbinderInnen (Salzburg)
  • HafnerInnen, TöpferInnen, OfensetzerInnen (Salzburg)
  • ZuckerbäckerInnen (Salzburg)
  • HändlerInnen und VerkäuferInnen von Fahrzeugen, Bestandteilen und Zubehör (Salzburg)
  • Grafische ZeichnerInnen (Salzburg)
  • FakturistInnen, AbrechnerInnen (Salzburg)
  • Speditionsfachleute (Steiermark)
  • IsoliererInnen (Tirol)
  • KranführerInnen, AufzugsmaschinistInnen (Vorarlberg)
  • HändlerInnen und VerkäuferInnen von Textil- und Bekleidungswaren (Vorarlberg)

Zulassungsverfahren

Fachkräfte in Mangelberufen haben den Antrag auf die Ausstellung einer „Rot-Weiß-Rot–Karte“ gemeinsam mit einer schriftlichen Erklärung des Arbeitgebers, die Fachkraft beschäftigen zu wollen und die im Antrag angegebenen Beschäftigungsbedingungen einzuhalten, bei der Niederlassungs- und Aufenthaltsbehörde (= der Landeshauptmann bzw. die Bezirksverwaltungsbehörde) einzubringen. Der Antrag kann auch vom Arbeitgeber im Inland eingebracht werden.

Dem Antrag ist ein Arbeitsvertrag anzuschließen, aus dem die wesentlichen Bedingungen des Dienstverhältnisses, insbesondere die genaue Beschreibung der Tätigkeit, das Ausmaß der Beschäftigung und das vereinbarte Entgelt hervorgehen müssen.

Weiters müssen bei den Kriterien Qualifikation, Berufserfahrung, Sprache und Alter 55 von 90 Punkten erreicht werden. Zusätzlich muss eine Entlohnung entsprechend dem Kollektivvertrag und betriebsüblicher Überzahlung gewährleistet sein. Die Arbeitsmarktprüfung entfällt, weil bereits in der Fachkräfteverordnung festgelegt wird, dass in den dort angeführten Berufen ein Mangel am Arbeitsmarkt vorliegt.

Nach Überprüfung durch die Niederlassungs- und Aufenthaltsbehörde und durch die zuständige regionale Geschäftsstelle des AMS wird die Rot-Weiß-Rot-Karte dem Antragsteller von der Niederlassungs- und Aufenthaltsbehörde ausgestellt. Die regionale Geschäftsstelle des AMS hat unverzüglich nach Beginn der Beschäftigung die Anmeldung zur Sozialversicherung zu überprüfen. Entspricht diese nicht den für die Zulassung maßgeblichen Voraussetzungen, ist die Niederlassungs- und Aufenthaltsbehörde zu verständigen.

Melde- und Bereithaltungspflichten

Der Arbeitgeber hat der zuständigen regionalen Geschäftsstelle des AMS innerhalb von drei Tagen Beginn und Ende der Beschäftigung von Drittstaatsangehörigen zu melden, wenn diese nicht bereits über einen Aufenthaltstitel „Daueraufenthalt-EG“ verfügen.

Vorsicht!
Der Arbeitgeber hat die ihm erteilten Bewilligungen oder Bestätigungen im Betrieb, der Ausländer hat die ihm erteilten Bewilligungen oder Bestätigungen - also im Wesentlichen die „Rot-Weiß-Rot–Karte“ oder die „Rot-Weiß-Rot–Karte Plus“ - an seiner Arbeitsstelle zur Einsichtnahme bereitzuhalten.


Stand: